Migranten in Serbien an der Grenze zu Ungarn.Foto: Matt Cardy/Getty Images

Palmer: Grünen fiel es bislang schwer „Probleme mit jungen geflüchteten Männern klar zu benennen“

Epoch Times20. April 2019 Aktualisiert: 20. April 2019 17:11

In der parteiinternen Diskussion bei den Grünen um den Kurs in der Flüchtlingspolitik hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) mehr Ehrlichkeit in der Flüchtlingsdiskussion gefordert.

„Multilkulti-Romantik vertritt bei uns niemand. Aber gerade im Abwehrkampf gegen die AfD und wachsende Fremdenfeindlichkeit fiel es uns bislang schwer, Probleme mit jungen geflüchteten Männern klar zu benennen“, sagte Palmer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Der Grünen-Politiker rät seiner Partei schon lange, Probleme mit Migranten offen anzusprechen.

Es würde auch der Integration dienen, wenn wir uns zu mehr Klarheit in dieser Frage durchringen“, so Palmer weiter.

Seiner Meinung nach lassen sich Frauenrechte und Flüchtlingsschutz gut vereinbaren, „aber nur dann, wenn wir von Geflüchteten genau so klar einfordern, die Frauenrechte zu achten, wie wir das von alten weißen Männern tun müssen“.

Tübingens Oberbürgermeister stellte sich damit hinter ein Diskussionspapier der beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten Ekin Deligöz und Manuela Rottmann, die eine „ehrliche Debatte“ der Partei über Frauenfeindlichkeit von muslimischen Flüchtlingen gefordert hatten.

Aus der Union kamen verhaltende Reaktionen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), zeigte sich vorsichtig optimistisch. Die Grünen diskutierten derzeit „ein bemerkenswert realistisches Papier“ über mehr Ehrlichkeit in der Flüchtlingspolitik, das „unverblümt die Probleme und Herausforderungen anspricht“, sagte Middelberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Der Vorstoß könne „eine Grundlage für einen fruchtbaren Dialog zwischen Union und Grünen in der Flüchtlingspolitik“, so der CDU-Politiker weiter. Zugleich schränkte Middelberg aber ein, dass beide Parteien bei den Folgerungen „noch weit auseinander“ lägen, etwa beim Bleiberecht und bei Abschiebungen. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion