Studie: Grundsteuer kann sich je nach Kommune um hunderte Euro unterscheiden

Epoch Times3. Juni 2018 Aktualisiert: 3. Juni 2018 13:39
Die Grundsteuerbelastung hänge "nicht nur vom Wert der Immobilie ab, sondern wesentlich vom Finanzbedarf der Kommune", sagte der Präsident von Haus & Grund, Kai Warnecke, dem "Focus".

Die Belastungen für Familien bei der Grundsteuer unterscheiden sich je nach Kommune teilweise um mehrere hundert Euro im Jahr. Das geht aus einer Studie des Eigentümerverbands Haus & Grund hervor, über die der „Focus“ in seiner neuen Ausgabe berichtet. Der Grund dafür sind demnach die unterschiedlich hohen sogenannten Hebesätze bei der Grundsteuer, die von den Kommunen selbst festgelegt werden.

Der Studie zufolge zahlt ein Vier-Personen-Haushalt in Gütersloh durchschnittlich 323 Euro Grundsteuer pro Jahr. Das sind 448 Euro weniger als in der teuersten Stadt Witten, wo ein Vier-Personen-Haushalt bei vergleichbarer Wohnsituation 771 Euro Grundsteuer pro Jahr zahlen muss.

Die Grundsteuerbelastung hänge damit „nicht nur vom Wert der Immobilie ab, sondern wesentlich vom Finanzbedarf der Kommune“, sagte der Präsident von Haus & Grund, Kai Warnecke, dem „Focus“. Mit der Studie wolle der Verband den Druck auf die Städte erhöhen, die Höhe ihrer Sätze gegenüber Mietern und Immobilienbesitzern besser zu begründen, heißt es in dem Bericht.

Mit 14 Milliarden Euro zählt die Grundsteuer zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im April geurteilt, dass die Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 vom Gesetzgeber neu geregelt werden muss. Hintergrund ist, dass die Einheitswerte, die der Berechnung der Grundsteuer zugrunde liegen, seit Jahrzehnten nicht mehr neu festgesetzt worden sind. Die Richter bemängelten, dass dies gegen das Gleichheitsprinzip verstoße.

Für die Studie hat Haus & Grund die Sätze in den 100 größten Städten in Deutschland untersucht. Nach Gütersloh zahlen Vier-Personen-Haushalte demnach am wenigsten Grundsteuer in Regensburg (335 Euro im Jahr) sowie in Ratingen und Reutlingen (339 Euro jeweils). Am teuersten ist es nach Witten in Duisburg (724 Euro), Berlin (686 Euro) sowie Leverkusen und Marl (669 Euro jeweils).  (afp)

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