Die Außenministerin Österreichs, Karin Kneis.Foto: VLADIMIR SIMICEK/AFP/Getty Images

Putins Teilnahme an Hochzeit von österreichischer Ministerin – SPÖ: „Provokation mit europäischer Dimension“

Epoch Times17. August 2018 Aktualisiert: 17. August 2018 21:29
Die Teilnahme des russischen Präsidenten Putin an der Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl sorgt für Ärger im Alpenstaat. Teile der Opposition riefen Kneissl zum Rücktritt auf.

Die Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl (parteilos) sorgt für Ärger im Alpenstaat.

Der Fraktionschef der oppositionellen SPÖ im österreichischen Parlament, Andreas Schieder, stellte die von der Regierung propagierte Rolle Österreichs als Vermittler zwischen der EU und Moskau infrage, da die Außenministerin und Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eindeutig auf der Seite Russlands stünden.

Schieders Parteikollegin im Europaparlament, Avelyn Reger, nannte die Einladung „eine Provokation mit europäischer Dimension“. Sie warf der Außenministerin vor, ihre Hochzeit zu inszenieren, statt sich in Diplomatie zu üben.

Es sei beschämend, welches Bild die österreichische Regierung während des Ratsvorsitzes an die EU-Partner aussende. Die Grünen forderten, Kneissl solle „sofort zurücktreten“.

Kneissl lud den russischen Präsidenten im Juni ein

Der Kreml hatte am Mittwoch bestätigt, dass der russische Staatschef vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstagabend auf Schloss Meseberg in Brandenburg bei der Hochzeit Kneissls zu Gast sein werde. Putins Berater Juri Uschakow sagte, Kneissl habe den russischen Präsidenten eingeladen, als dieser im Juni zu Besuch in Wien gewesen sei.

Neben Putin werden auch Österreichs Kanzler Kurz sowie sein Stellvertreter Heinz-Christian Strache bei der Hochzeit erwartet. Die parteilose Kneissl war von der FPÖ als Außenministerin nominiert worden. Ihr Ministerium versicherte, dass sich durch den Putins Besuch „keine Änderung der außenpolitischen Positionierung Österreichs“ ergeben werde.

Die Heirat findet in der Steiermark statt

Doch auch ÖVP-Mitglieder zeigten sich von der Einladung irritiert. Der Europaabgeordnete Othmar Karas sagte der „Tiroler Tageszeitung“, ihm bleibe

die Logik und die Absicht, ein so persönliches Fest auf diese Art und Weise politisch zu inszenieren und missbrauchbar zu machen, verschlossen“.

Kneissl und der Unternehmer Wolfgang Meilinger heiraten Berichten zufolge auf einem Weingut in der Steiermark, der Heimat des Bräutigams. Nach Angaben der „Kronen Zeitung“ will Russlands Präsident mit einer Gruppe singender Don-Kosaken zur Hochzeit kommen.

(afp)

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