DIW-Studie: Deutschland hat keine Zombies – Kritiker: Staat soll Deutsche nicht für dumm verkaufen

Von 21. Dezember 2019 Aktualisiert: 21. Dezember 2019 21:37
Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, lautet ein bekanntes Sprichwort. Das "Institut der Wirtschaft" sieht anders als "Creditreform" keine Zombies in der deutschen Wirtschaft. "Statt den Bürger für dumm zu verkaufen, sollte der Staat Konzepte entwickeln", meint Bruno Hollnagel.

Steigen die Insolvenzen künftig oder nicht? Und hat die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sogenannte Zombie-Unternehmen gefördert ? Ökonomen sind sich uneinig.

Relativ unstrittig ist: Seit 16 Jahren sinkt die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland – kurzzeitig unterbrochen durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Doch wie geht es weiter?

DIW: Insolvenzen sinken trotz wirtschaftlicher Schieflage

Geht man nach dem Institut der Deutschen Wirtschaft (DIW) sieht alles ‚rosig‘ aus. In der Studie „Unternehmensinsolvenzen in Deutschland“ rechnet das „DIW“ mit weiter sinkenden Unternehmensinsolvenzen. Die seit Jahresanfang 2018 rückläufige Industrieproduktion und eine wirtschaftliche Stagnation im Jahr 2020 seien ohne Belang. Die Gründe:

Die stabile wirtschaftliche Entwicklung mit steigenden Einkommen und wachsender Beschäftigung dürfte hierzu ebenso beigetragen haben wie die verbesserte Bilanzqualität der Unternehmen, das sinkende Zinsniveau und das gute Kreditangebot des Bankensektors.“

Vor allem sei die seit 2018 sehr solide Bilanzqualität für die geringen Unternehmensinsolvenzen maßgeblich, die sich im Verschuldungsgrad, der Liquidität und der Gesamtkapitalrentabilität widerspiegelt. Im Übrigen sei die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im vorrangig von der Krise betroffenen Verarbeitenden Gewerbe ohnehin nur gering.

Insolvenzzahlen würden erst steigen, wenn die Wirtschaft um mehr als 1 Prozent einbricht. Somit ist auch nicht mit Forderungsausfällen oder steigender Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Creditreform: Unternehmensinsolvenzen nehmen zu

Die Wirtschaftsauskunftstei „Creditreform“ erwartet hingegen im Jahr 2020 erstmals seit der Krise 2009 wieder einen Anstieg der Insolvenzen, heißt es in der Studie „Insolvenzen in Deutschland“.

Zwar sieht „Creditreform“ ähnlich wie das „DIW“, dass die konjunkturell sehr guten Jahre ab 2010 mit verbesserten Eigenkapitalquoten „noch spürbar positive Nachwirkungen im Insolvenzgeschehen“ hatten. Aber: „Der jahrelange Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen ist de facto beendet“, stellte „Creditreform“-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht fest.

Die konjunkturelle Abschwächung in Deutschland macht sich zunehmend in der Insolvenzstatistik bemerkbar.“

So kam es im Jahr 2019, separat betrachtet, zu einem spürbaren Anstieg der Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe (plus 6,6 Prozent). Daneben stiegen die Insolvenz bedingten Arbeitsplatzverluste auf 218.000 Arbeitnehmer (2018: 198.000) und die Insolvenzschäden für die Gläubiger nahmen ebenfalls um 3,4 Milliarden Euro zu (2018: 23,5 Milliarden Euro). Die Epoch Times berichtete hier.

Sind die Zombies schuld oder nicht?

Das „DIW“ vertritt die Auffassung, dass die Niedrigzinspolitik trotz günstiger Kredite keine Zombieunternehmen hervorgebracht haben soll.

„Entgegen gelegentlich geäußerter Kritik, der anhaltende Wirtschaftsaufschwung bei äußerst niedrigem Zinsniveau hätte „Zombieunternehmen“ hervorgebracht (…) die im Fall eines Wirtschaftsabschwungs anfällig seien, ist die durchschnittliche Bilanzqualität der Unternehmen in Deutschland offenbar sehr solide.“

Doch „Creditreform“ sieht durchaus einen Zusammenhang zwischen der Niedrigzinspolitik der EZB und künftigen Pleiten. So heißt es in der Studie:

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[Es] muss berücksichtigt werden, dass die historisch günstigen Finanzierungsbedingungen wohl auch eigentlichen Pleitekandidaten das Überleben ermöglichten und so die Fallzahlen verzerrt haben könnten.“

Nach Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“ (Stand Oktober 2019) sind 7,9 Prozent oder in absoluten Werten 295.000 und damit jedes 13. Unternehmen als „nicht kreditwürdig“ einzustufen. Davon sind möglicherweise 180.000 Zombies börsennotiert, wie das Bankenhaus Metzler mitteilte, das ebenfalls vor Zombifizierung warnte.

Bruno Hollnagel: Handeln statt den Bürger für dumm verkaufen

Bruno Hollnagel (AfD) warnte, dass schon kleine Auslöser das „System ins Straucheln“ bringen können: „Wir [werden dann] nicht unbeschadet davonkommen. Gerade Deutschland, das ohnehin von Klimahysterie, Migrationsmisswirtschaft und Infrastruktur-Investitionsstau gebeutelt ist, ist besonders anfällig.“

Aufklärung wäre auf jeden Fall besser, als zu suggerieren, dass alles auf dem richtigen Weg wäre. Und noch besser wäre es, wenn die Regierenden ein Konzept entwickeln würden, um Risiken für eine zukünftige Krise zu minimiere, so Hollnagel weiter.

Die Taktik, (…) den deutschen Bürger (…) für dumm zu verkaufen, funktioniert schon lange nicht mehr, und führt nur zu einer Verschleppung des Problems“, so Hollnagel.

Um eine mittel- und langfristig eine „Konsolidierung“ zu erreichen – schlägt Hollnagel vor – könnte man den „Zinssatz sanft“ erhöhen, eine „Bad Bank für faule Kredite“ schaffen und die „Kreditvergabe auf dem Derivate-Markt“ einschränken. (mit Material von dpa)

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