Zeichnung eines Sulawesi-Warzenschweins aus der Leang Tedongnge-Höhle
Die Höhlenmalerei eines Warzenschweins in Indonesien ist 45.500 Jahre alt.Foto: AA Oktaviana,

Älteste Höhlenmalerei der Welt in Leang-Tedongnge-Höhle entdeckt

Von 14. Januar 2021 Aktualisiert: 14. Januar 2021 12:44

Archäologen haben möglicherweise die bislang älteste Höhlenmalerei der Welt in der Leang-Tedongnge-Höhle in Indonesien entdeckt. Die Malerei zeigt ein lebensgroßes Warzenschweins, das vor mindestens 45.500 Jahren entstanden ist. Der Fund liefert zudem den frühesten Beweis für die menschliche Besiedlung der Region, wie die Autoren in der Fachzeitschrift „Science Advances“ schreiben.

Das Bild eines Sulawesi-Warzenschweins (lat. Sus celebensis) entdeckten Forscher 2017 auf der Insel Sulawesi in der Leang-Tedongnge-Höhle. Diese befindet sich in einem abgelegenen Tal, das von steilen Kalksteinfelsen umgeben ist. Außerdem ist die Höhle nur während der Trockenzeit zugänglich, da der Talboden in der Regenzeit komplett überflutet ist.

Für das lebensgroße Abbild des Warzenschweins verwendeten die frühen Menschen dunkelrote Ockerpigmente. Laut der Beschreibung der Forscher hat das Schwein einen kurzen Kamm aus aufrechten Haaren sowie ein Paar hornartige Gesichtswarzen, die für erwachsene Männchen dieser Art charakteristisch sind.

Weiterhin gibt es zwei Handabdrücke über dem Hinterteil des Schweins sowie zwei ihm gegenüberstehende Schweine. Letztere sind jedoch nur teilweise erhalten. „Das Schwein scheint einen Kampf oder eine soziale Interaktion zwischen zwei anderen Warzenschweinen zu beobachten“, schließt Adam Brumm, Professor für Archäologie an der Griffith University, in einer Pressemitteilung.

Wandmalerei in der Leang-Tedongnge-Höhle könnte noch älter sein

Menschen haben Sulawesi-Warzenschweine seit zehntausenden Jahren gejagt. Sie sind laut den Studien-Autoren ein wichtiges Element der prähistorischen Kunstwerke der Region, insbesondere während der Eiszeit. Laut Co-Autor Maxim Aubert könnte die Malerei sogar noch weitaus älter sein. Als Datierungsspezialist der Griffith University war es seine Aufgabe, eine Altersbestimmung der Malerei durchzuführen.

Laut Aubert ist eine Altersbestimmung von Felskunst sehr schwierig. So kann sie in Kalksteinhöhlen indirekt mittels Uran-Thorium-Analysen von natürlich gebildeten Kalziumkarbonatablagerungen (sogenannten „Höhlen-Popcorn“) ermittelt werden. Im Fall von Leang-Tedongnge bildeten sich diese Ablagerungen auf der Malerei und somit nach deren Erschaffung durch den Menschen. Dies bedeutet, dass die Malerei älter als 45.500 Jahre ist.

„Die Menschen, die das Bild gemalt haben, waren völlig modern. Sie waren genau wie wir. Sie hatten alle Möglichkeiten und Werkzeuge, um jede Malerei zu schaffen, die sie wollten“, fügte Aubert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP hinzu.

(Mit Material von AFP)

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