Polizeikontrolle am Karfreitag. (Symbolbild)Foto: Matthias Hangst/Getty Images

Baden-Württemberg: 1.000 Euro Strafe für Familienspaziergang

Von 27. Mai 2020 Aktualisiert: 27. Mai 2020 17:16
Nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Woche zu Woche können sich Corona-Maßnahmen ändern. Obwohl eine Familie sich der Situation bewusst und in direkter Linie verwandt ist, mussten fünf Personen in Baden-Württemberg nach einem Familienspaziergang 1.000 Euro Strafe zahlen.

Nicht nur in Stuttgart häufen sich die Verstöße gegen die Coronamaßnahmen. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, registrierten die Beamten in den letzten zwei Monaten etwa 200.000 Ordnungswidrigkeiten und 230 Straftaten. In Wien waren es nur 8.200 Verstöße. Nun traf es wieder eine Familie, deren Spaziergang zum Friedhof jeden 200 Euro kostete.

Obwohl sie in direkter Linie verwandt sind, mussten fünf Personen in Baden-Württemberg nach einem Familienspaziergang 1.000 Euro Strafe zahlen. Nach Schilderung des Familienvaters waren die fünf in zwei Grüppchen mit drei beziehungsweise zwei Personen unterwegs, als sich ein Streifenwagen näherte, rückten sie dichter zusammen – und prompt hielten die Polizisten an.

Nach aktuellen Regelungen dürften sich zwar beliebig viele Familienmitglieder in geschlossenen Räumen treffen. Vor der Tür gilt jedoch: nicht mehr als zwei Haushalte. Da die beiden Töchter, ihre Eltern und ihr Großvater in insgesamt vier Haushalten wohnen, müssen sie draußen den Mindestabstand einhalten, während sie drinnen vom selben Teller essen dürfen.

„Willkür“ ohne Stellungnahme

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung zeigt der Familienvater entsprechend Unverständnis gegenüber dieser „Willkür“. „Was haben diese Vorschriften mit der Verhinderung der Virusausbreitung zu tun?“, zitiert die „Stuttgarter Zeitung“.

Auf Rückfrage bei den zuständigen Behörden habe er leider weder vom Ordnungsamt noch vom Staatsministerium eine nachvollziehbare Begründung erhalten. Auch warum die Beamten statt der Mindeststrafe von 100 Euro gleich den doppelten Betrag – pro Person – verhängten, kann sich der Familienvater bis heute nicht erklären. Eine Stellungnahme dazu liegt ihm ebenfalls nicht vor.

Um weitere Streitigkeiten zu vermeiden, hielt sich die Familie an die Empfehlung der Streifenpolizisten, sich „kooperativ zu verhalten“. Damit es nicht noch teurer wird, hat die Familie die Strafe inzwischen bezahlt.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion