Johann Gudenus, ehemaliger FPÖ-Clubobmann im Nationalrat von Österreich.Foto: HERBERT PFARRHOFER/AFP/Getty Images

Ibiza-Video mit Stasi-Methoden: Gudenus nur „Übersetzer“ – Schadensersatzforderung an Wiener Anwalt

Epoch Times16. August 2019 Aktualisiert: 16. August 2019 13:15
Die Kontaktperson des illegalen Ibiza-Videos wird nun zur Kasse gebeten. Erster Zivilprozess gegen Ibiza-Video.

Zwei Jahre warteten die Hintermänner des illegal gedrehten Ibiza-Videos, dass die österreichische Regierung aus ÖVP und FPÖ zum Fall brachte und die laufenden Reformprojekte der Alpenrepublik torpedierte.

Nun bittet einer der Beteiligten die Macher zur Kasse, will eine einstweilige Verfügung erwirken und fordert die Löschung des Videos. Ebenfalls soll der Beschuldigte Wiener Anwalt angeben, an wen er das Video und für wieviel bereits verkauft hat. Dieser verweist jedoch auf ein „zivilgesellschaftliches Projekt, bei dem investigativ journalistische Wege beschritten wurden“. Er selbst habe sich an keinen strafbaren Handlungen beteiligt, so der Wiener Anwalt.

Illegales Video mit Gewinnabsichten

Der ehemalige FPÖ-Klubobmann im Nationalrat, Johann Gudenus, reichte Klage gegen den derzeit als mutmaßlichen Drahtzieher des Videos. Dieser habe ihn „hinterlistig getäuscht“, heißt es in der Klage und, dass Gudenus selbst in der Ibiza-Villa lediglich als Übersetzer fungiert habe, so sein Anwalt laut Ö1-„Morgenjournal“, berichtet „OE24“.

Mit dieser ersten zivilrechtlichen Klage zum Ibiza-Video will Gudenus die Löschung des Videos bewirken. Er wirft dem Anwalt laut ORF-Radio, die Ausnutzung seiner Stellung als Anwalt, hinterlistige Täuschung und Missbrauch von Abhörgeräten vor. Dabei wirft Gudenus dem Mann Gewinnabsichten mit dem Video vor.

Mehrfach verkaufte er dieses Video mit hohem Gewinn an verschiedene Erwerber.“

(Klageschrift Gudenus)

Vier Treffen mit „Lockvogel“

Wie die Anklageschrift weiter erläutert, habe das erste Treffen zwischen Gudenus und der falschen Oligarchennichte im Grand Hotel in Wien stattgefunden. Die Frau sei dort mit Leibwächtern aufgetreten.

Später traf man sich auf einem Grundstück von Gudenus, in einem Restaurant und schließlich auf Ibiza. Hier dann zusammen mit dem damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache.

Gudenus-Anwalt beklagt Stasi-Methoden

Nach Angaben des Anwalts von Johann Gudenus, Heinz-Dietmar Schimanko, wurde dort das vermeintlich privat-vertrauliche Gespräch heimlich gefilmt. Im Gespräch mit dem ORF-Radio sagte der Anwalt am Montag:

Mein Mandant ist Opfer von Stasi-Methoden übelster Sorte und wir ergreifen jetzt alle rechtlichen Maßnahmen, dass von dem bereits hergestellten Ibiza-Video nichts mehr gezeigt wird.“

(Heinz-Dietmar Schimanko, Gudenus-Anwalt)

Der Streitwert der Klage belaufe sich inklusive Schadensersatz auf 68.000 Euro. Anwalt Schimanko vermutet jedoch, dass das Gesamtausmaß weitaus höher sein werde. (sm)

 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion