China und Russland proben gemeinsam Krieg

Von 23. August 2005 Aktualisiert: 23. August 2005 19:00
Die Militärmanöver in Wladiwostok und China dürfen nicht unterschätzt werden

Taipei – Der „Schlächter von Lhasa“, wie Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao genannt wurde, als er 1989 in Tibet Protestierende niederschießen ließ, und der ehemalige KBG-Offizier und jetzige Präsident von Russland, Wladimir Putin, lassen ihre Truppen erstmals gemeinsam großangelegte Militärmanöver durchführen. Unter dem Motto „Friedensmission 2005“ nehmen 10.000 Soldaten an den Kriegsspielen teil, wobei 8.000 Soldaten von der VR China gestellt werden.

Das Manöver soll zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus, Extremismus und Separatismus dienen, schrieb die Nachrichtenagentur Xinhua, das Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas.

Die Größe der Manöver lässt jedoch eher auf das Üben der Einnahme von fremden Territorien schließen, als auf das Bekämpfen von Terroristen, meinen westliche Experten.

Ein Großaufgebot an Soldaten aller Truppengattungen – Marine, Landstreitkräfte und Luftwaffe, Langstreckenbomber, Kampfflugzeuge, 140 Schiffe, U-Boote, Panzer, Amphibienfahrzeuge und Fallschirmjäger – nehmen daran teil. Start des siebentägigen Manövers war am 18. August in dem an Russlands süd-östlichem Zipfel gelegenen Wladiwostok. Höhepunkt ist die Landung der Truppen auf der chinesischen Halbinsel Shandong, die annähernd die Größe von Taiwan hat. Sie soll ein von 100.000 „Terroristen“ besetztes Feindesland darstellen, das es einzunehmen gilt.

Auf Taiwan ist man immer hellhörig, wenn von der „Bekämpfung von Separatismus“ die Rede ist, respektive in diesem Fall ein Kriegsmanöver abgehalten wird – als „separatistisch“ wird die demokratisch gewählte Regierung Taiwans von Seiten der VR China verteufelt und regelmäßig mit Kriegsdrohungen belegt.

Russland geht es sicherlich nicht nur um die Unterstützung der VR China „mit dem deutlichen Signal an die USA, Peking im Konflikt mit Taiwan nicht zu stören“, wie die russische Nachrichtenagentur RosBusinessConsulting das Manöver kommentierte, sondern auch darum, ihre hochentwickelten Waffensysteme vorzuführen. China bezieht den größten Teil seiner Waffen aus Russland und befindet sich inzwischen weltweit auf Rang drei in Sachen Militärausgaben.

Krieg dient zum Überleben der Kommunistischen Partei Chinas

Deutliche Worte schreibt die staatliche chinesische Volkbefreiungsarmee-Zeitung in der Ausgabe vom 17. August: „Auf der internationalen, politischen Ebene braucht ein Land nicht nur diplomatische Wege, um seine politischen Meinungen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, sondern auch andere Maßnahmen, einschließlich dem militärischen Weg, um seine Entschlossenheit und Ausrichtung bezogen auf politische Angelegenheiten zu zeigen.“ Allein aus dem Namen eines Teils des Militärmanövers „Maßnahmen in der Zusammenarbeit zur Verteidigung gegen die USA und Japan“ ist schon zu ersehen, dass das gemeinsame Militärmanöver ein klares Ziel verfolgt.

Zwischen China und Japan hat es nie wirklich eine Vergangenheitsbewältigung gegeben. Das kommunistische Regime verpasst keine Gelegenheit, um in den Wunden der Vergangenheit herumzustochern und versucht, das Volk von der eigenen Schreckensherrschaft abzulenken, durch die wesentlich mehr Chinesen umkamen als durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg. In China wird ein extremer „Japanhass“ und ein um sich greifender Nationalismus angestachelt und von der Propagandamaschinerie unterstützt.

Innerhalb kurzer Zeit kamen aus China mehrere Kriegsdrohungen, zuletzt wurde in der chinesischen Planung sogar die Zerstörung aller großen Städte östlich von Xi’an und Hunderter von Städten in den Vereinigten Staaten in einem Atomkrieg in Kauf genommen, falls sich die USA bei einem Angriff auf Taiwan einmischen sollten. Der ehemalige chinesische Botschafter in Japan, Tang Chunfeng, sagte in einem Interview, noch dieses Jahr könne es zu einem Krieg gegen Japan kommen.

Auch wenn das kommunistische Regime nach außen Stärke zeigt, so sind doch die großen internen Krisen nicht zu übersehen. Taiwans Präsident, Chen Shui-bian, meinte Ende Juli bei einer Telefonpressekonferenz mit dem internationalen Korrespondenten-Klub in Japan: „Als wir früher die Berliner Mauer betrachteten, glaubten wenige von uns an den Fall dieser Mauer. Und nur wenige erwarteten den Zusammenbruch der Sowjetunion.“ Chen meinte weiter: “Um vor einem Zusammenbruch abzulenken, könnte China mit militärischer Gewalt in Taiwan einfallen.“



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