Verschleiertes Deutschland – Ministerium sieht „Freiheit der Kunst als ein geschütztes Grundrecht“

Epoch Times19. Juni 2019 Aktualisiert: 19. Juni 2019 9:09
"Die Verharmlosung der Tatsache, dass Frauen gesichtslos gemacht werden, und die Exotisierung der völligen Missachtung der Frauenrechte in einem europäischen Land ist ein Skandal und ein beschämendes politisches Ereignis." So bezeichnet der Zentralrat der Ex-Muslime Deutschlands die Kölner Kunstausstellung über vollverschleierte Frauen, die mit 11.000 Euro Steuergeldern gefördert wurde.

Ein heiß diskutiertes Stück Stoff, um das es sich in einer Kölner Kunstausstellung dreht. Umstritten das Thema, das Religion, Menschenrechte, Politik und Mode scheinbar untrennbar miteinander vereint. Es geht um Munaqabbis, vollverschleierte Frauen.

Die am 21. Juni startende Kunstausstellung unter dem Titel „Munaqabba – über Frauen in Vollverschleierung in Deutschland“ sorgt für einen Aufschrei in Deutschland. Rund 60 Frauen protestierten in einem offenen Brief an das NRW- Kultusministerium gegen das mit 11.000 Euro Steuergeldern finanzierte Projekt. Dort heißt es:

Es kann doch nicht Ihr Ziel sein, die Vollverschleierung zu normalisieren. Vollverschleierung ist keine Mode! … Es handelt sich um islamistisch geprägte Länder und Regionen, in denen Frauen von Männern bevormundet und unterdrückt werden. Mittels der Vollverschleierung wird die Existenz der Frau als Individuum im öffentlichen Raum negiert.“

Inzwischen liegt Epoch Times eine Stellungnahme von Hildegard Kaluza, Abteilungsleiterin des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft in Düsseldorf vor.

Nach Aussage des Ministeriums wurde die Ausstellung als Projekt im Rahmen des 2016 gestarteten Sonderförderprogramms „Interkulturelle Impulse“ gefördert. Das Förderprogramm sei Teil des vom Landtag beschlossenen Landesintegrationsplans. Im Rahmen des Programms fördere das Ministerium für Kultur und Wissenschaft unter anderem über das Landesbüro für Darstellende Künste künstlerische Arbeiten aus dem Bereich der Freien Darstellenden Künste. In der Stellungnahme heißt es:

Die Entscheidung über die Förderung des Ausstellungsprojekts „Munaqabba – über Frauen mit Vollverschleierung in Deutschland“ wurde gemäß den Vorgaben des Kulturfördergesetzes durch eine unabhängige Expertenjury getroffen. Grundlage für die Entscheidung war ein Antrag der Fotografin und Künstlerin Selina Pfrüner. Nach Auskunft der Jury hat der eingereichte Projektantrag gerade dadurch überzeugt, dass die Künstlerin ihre Arbeit in einen konzeptionellen Kontext stellt. So geht es im Projektantrag explizit um eine Auseinandersetzung mit fundamentalistischen Lebensarten und Weltanschauungen und nicht um deren Förderung.“

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft habe die klare Erwartung, dass diese Auseinandersetzung kritisch erfolge und sich dies auch deutlich wahrnehmbar in der Ausstellung wiederfinden würden. Zugleich sei es dem Ministerium wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich hier um eine künstlerische Befassung mit dem Thema handelt und die „Freiheit der Kunst zu den geschützten Grundrechten“ gehört.

Das Ministerium hoffe, dass die protestierenden Frauen, die den offenen Brief unterzeichnet haben, ihre Kritik im „geplanten Begleitprogramm der Ausstellung einzubringen“. Das Ministerium regt an, sich in diesem Rahmen mit der Künstlerin auszutauschen.

Zentralrat des Ex-Muslime Deutschland: „Es reicht!“

Inzwischen erhebt auch der Zentral der Ex-Muslime Deutschland seine Stimme. Von dort aus heißt es in einem Facebookeintrag:

Es reicht!“

Dass eine Kunstausstellung sich dem Thema Vollverschleierung widme und diese dann auch noch von Regierungsbehörden in Nordrhein-Westfalen unterstützt würde, hätte bei Frauen aus Iran, Irak, Saudi-Arabien, Sudan und Afghanistan, die in Deutschland leben, eine „Welle von Empörung und Schock“ ausgelöst.

Die Verharmlosung der Tatsache, dass Frauen gesichtslos gemacht werden, und die Exotisierung der völligen Missachtung der Frauenrechte in einem europäischen Land ist ein Skandal und ein beschämendes politisches Ereignis.“


Unfassbar sei, dass in einem europäischen Land in dieser Zeit die Vollverschleierung und die vollständige Eliminierung von Frauen gefördert und darüber hinaus auch noch dem Publikum eine Anprobe der Kleidung ermöglicht wird. Ganz „unemotional“ – wie von der Fotografin Selina Pfrüner angedacht – könne eine solche Debatte jedenfalls nur geführt werden:

Wenn es jemandem möglich ist über die Naziabzeichen, Auschwitz und die Gaskammern ohne Emotionen zu streiten, dann kann man auch von uns Frauen verlangen ohne Emotionen über einen Stoff zu sprechen, der die gesamten Emotionen, Rechte und die Menschlichkeit von Frauen verwischt und verschwinden lassen soll.“

Auf seiner Internetseite fordert der Zentralrat der Ex-Muslime „aufklären statt verschleiern“. Viele seiner Mitglieder waren gezwungen, „den islamischen Machthabern in unseren Herkunftsländern zu entfliehen“. Sie fordern unter anderem „die konsequente Trennung von Staat und Religion sowie die entschiedene Durchsetzung der aufklärerisch-humanistischen Leitideen, auf denen der moderne Rechtsstaat notwendigerweise gründet.“  (sua)

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