Nostalgie gut und schön – aber diese 7 Fakten machen das Leben heute besser

Von 4. September 2018 Aktualisiert: 4. September 2018 15:30
Das Jahr 2015 hat den Anteil jener Deutschen, die meinen, früher sei alles besser gewesen, von 26 auf 41 Prozent steigen lassen. Die meisten der Befragten fanden insbesondere die 1980er Jahre wesentlich besser als die heutige Zeit. Doch auf vieles, was wir damals nicht kannten, würden wir nicht verzichten wollen.

Was in Deutschland mit Florian-Ilies-Bänden und den „Zonenkindern“ begann, hat spätestens mit dem 2006er Remake von „Miami Vice“, „Psych“ und „Stranger Things“ auch die USA erreicht: Die nostalgische Sehnsucht nach den 1980er Jahren als dem Inbegriff einer Zeit geordneter Verhältnisse. Ende 2015, als die Miniserie „Deutschland 83“ für Furore sorgte und sich die anfängliche Medieneuphorie über Merkels Politik der offenen Grenzen langsam in Ernüchterung wandelte, war der Anteil derjenigen, die in einer YouGov-Umfrage sagten, früher wäre alles besser gewesen, in nur einem Jahr von 26 auf 41 Prozent gestiegen.

Fast jeder Zweite (47 Prozent) meinte damals explizit, dass das Leben in den 1980er Jahren ein besseres war. Ein positives Urteil über die 1990er und 1970er Jahre fällten immerhin noch jeweils 43 Prozent, über die sechziger Jahre hingegen nur noch 31 Prozent.

Neben den 1980ern sind – was wohl auch vom Geburtsjahr abhängig ist – mittlerweile auch andere Jahrzehnte der Vergangenheit zum Idealbild von Nostalgikern erhoben worden. Die Argumente für die Darstellung, früher wäre alles besser gewesen, sind stets ähnlich. Von besserer Moral, mehr Respekt, besseren Manieren, besserer Kleidung, besserer Musik oder besserer Arbeitsmoral reichen sie über mehr intakte Familien, bessere Bildung oder mehr Spielen im Freien bis hin zu respektableren Politikern oder einem weniger politisierten Alltagsleben.

In vielerlei Hinsicht mögen die Nostalgiker durchaus Recht und dass man damals jung war und damit weniger Verpflichtungen hatte, ist sicher nicht der einzige Grund, warum so viele Menschen sich auch hier in Deutschland nach Jahrzehnten zurücksehnen, in denen es immerhin noch getrennte deutsche Staaten und ein Wettrüsten gegeben hat.

Über aller Schwärmerei sollte man jedoch auch nicht vergessen, dass es durchaus auch Entwicklungen gab, die uns Möglichkeiten schufen, die damals noch kaum einer kannte und auf die heute wohl niemand mehr verzichten wollte.

Inspiriert von einer Artikelserie des US-Blogs „PJ Media“ haben auch wir sieben Faktoren zusammengetragen, die das Leben heute besser erscheinen lassen als in der „guten alten Zeit“.

  1. Wir essen heute besser als vor 40 Jahren

Das gilt natürlich nicht für Omas Küche, die wir schmerzlich vermissen, auch wenn sie sämtlichen Ratschlägen heutiger Ernährungswissenschaftler zuwidergelaufen sein dürfte.

Allerdings gilt es mit Blick auf die Auswahl und die Qualität der Nahrungsmittel, die heute angeboten werden. War Anfang der 1980er noch die Kiwifrucht der allerneuste Schrei in der Obstabteilung, mit entsprechend stolzem Stückpreis, ist heute Obst aus aller Welt zu Preisen erhältlich, die auch Geringverdienern ein Eindecken in großem Stil möglich macht.

Zudem hat Bio- oder zertifizierte Ware, neben organischen Nahrungsmitteln, die kostspieligen Spezialläden verlassen und ist mittlerweile ebenfalls in jedem Supermarkt erhältlich.

Auch immer mehr Restaurants verzichten auf künstliche Konservierungsstoffe oder mit Pestiziden versetzte Ware. Selbst Fast-Food-Ketten bieten mittlerweile Salate oder Obst an, auch wenn nicht alle Kunden bereitwillig davon Gebrauch machen.

Darüber hinaus ist das Bewusstsein der Verbraucher für gesunde Ernährung und Qualität gestiegen. Das nützt auch lokalen Anbietern, die preislich vielleicht nicht mit der Massenproduktion mithalten können, aber dennoch über die Qualität ihre Marktnischen finden. In der Summe haben wir heute mehr Auswahl unter besseren Nahrungsmitteln.

  1. Onlineshopping, Streaming, Systeme on Demand

Von allen positiven Aspekten, die das Internet mit sich brachte, das vor Mitte der 1990er Jahre für den Normalbürger noch kein Thema war, ist das Online-Bestellen einer der wichtigsten. Wer früher einen Musikgeschmack hatte, der etwas abseits des Mainstreams angesiedelt war, musste oft beschwerliche Rückfragen und Korrespondenzen in Länder wie die USA oder Großbritannien führen oder gar dorthin reisen, um einen bestimmten Tonträger erwerben zu können. Das Ganze noch garniert mit fetten Zoll- und Versandgebühren oder gar Mindestabgabemengen.

Heute muss man sich nicht mit einem ungläubig dreinblickenden Buchhändler am Ort auseinandersetzen, wenn man Bücher oder DVDs von hier kaum bekannten Autoren wie Dinesh D’Souza, John Fonte oder Robert Zubrin erwerben will. Auch Anhänger hier als exotisch geltender Musikstile wie Bluegrass oder Southern Rock werden über international tätige Online-Anbieter schnell fündig.

Neben der Serie auf DVD, die man auch spontan mal schnell im Internet bestellen oder sogar beim Video-on-Demand-Dienst kurzfristig schauen kann, stehen auch Netflix oder Sky als Alternativen zum herkömmlichen Fernsehen zur Verfügung.

  1. Medizinischer Fortschritt

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Die Weiterentwicklung medizinischer Diagnose- und Behandlungsinstrumente in den letzten 40 Jahren hat nicht nur eine bessere und adäquat abgestimmte Bekämpfung einst noch schwer heilbarer Krankheiten oder eine allgemein höhere Lebenserwartung ermöglicht. Auch können langwierige Behandlungen oder Untersuchungen vereinfacht, ohne unangenehme Begleiterscheinungen und zum Teil von vornherein vermieden werden.

Nicht nur Zahnbehandlungen können heute schonender und zum Teil sogar schmerzfrei vonstattengehen, auch Behandlungen wie im Fall von Blinddarmentzündungen, die früher noch mehrtägige Krankenhausaufenthalte erforderlich machten, sind dank der Laparoskopie heute sogar ambulant möglich.

Selbst Erkrankungen wie Diabetes lassen sich heute vielfach in schonender Weise und medikamentös behandeln, ohne zur Spritze greifen oder auf jedwede Lebensqualität mit Blick auf die Ernährung verzichten zu müssen.

  1. Computergenerierte Grafiken in Spielen und in der Filmindustrie

Zu den schönsten Seiten des Italienurlaubs gehören zweifellos die Spielhallen, die sich in Aussehen und Inhalten wenig von alten Atari-Zeiten unterscheiden. Wer sie selbst aus seiner Jugend kennt und heute Kinder hat, will ihnen diesen Trip in frühere Zeiten nicht vorenthalten.

Dennoch wird sich kaum jemand heute auf Dauer damit begnügen, die „Track & Field“-Originalversion aus dem Jahr 1983 auf einem alten Gameboy zu spielen, wenn er heute auch auf „Hyper Sports R“ in topmoderner Grafik auf der Konsole spielen kann.

Auch Fans von „Star Trek“ werden bei aller Freude an der Originalfassung des Kampfes von Captain Kirk gegen den Gorn aus den 1970er Jahren doch noch größere Freude an den spektakulär aufbereiteten neuen Fassungen ihrer Lieblingsserie haben. Abgesehen davon, dass sich mithilfe moderner Computergrafiken heute auch mittelalterliche Städte oder das alte Rom plastisch wiederaufbauen lassen und so dem Geschichtsunterricht eine neue Facette hinzufügen können.

  1. Mehr und echte Medienvielfalt

Manche sehnen sich heute nach Zeiten zurück, in denen Sendungen wie die „Tagesschau“ oder das „Heute-Journal“ noch objektiver und weniger mit Haltungsjournalismus überfrachte gewesen sein sollen. Ob dies je der Fall war, sei dahingestellt. Früher war aber immerhin noch mit Sendungen wie Gerhard Löwenthals „ZDF Magazin“ oder diversen konservativen Profil-Produktionen des Bayerischen Rundfunks Platz für Meinungen, die man heute vergeblich in öffentlich-rechtlichen Produktionen sucht. Wirklich grundlegend anders als heute haben ARD und ZDF aber bereits damals nicht agiert.

Auch das Privatfernsehen hat – entgegen den Erwartungen von CDU-Politikern, die sich dafür eingesetzt hatten – keine Verbesserung gebracht. Wie juckende Lederhosen oder „Tutti Frutti“ bereits in den ersten Jahren von RTL und SAT1 erahnen ließen, wurden Nachrichtensendungen statt objektiver nur oberflächlicher und dazu kam noch der Niveaulimbo bei den übrigen Sendungen. Im Radio brach sich weitgehend Einheitsgedudel Platz.

Ein Grund zum Jammern ist das alles aber trotzdem nicht: Wer wirklich nachdenkt, kann sich dem Einfluss des medialen Einheitsbreis praktisch vollständig entziehen, ohne an Informationsqualität einzubüßen.

So wie Facebook bei vielen jetzt schon die reguläre Tageszeitung ersetzt, so kann sich jedermann über Streamingdienste sein eigenes Musikradio zusammenstellen und Dokumentationen über YouTube verfolgen. Das Internet bietet Zugriff auf US-amerikanische, russische, israelische, polnische oder andere Nachrichtenquellen in englischer Sprache, sodass man, wenn man den Mainstreammedien nicht mehr vertraut, sich auch aus erster Hand informieren kann. Wer sich nicht mehr von Claus Kleber oder Ulli Deppendorf das Tagesgeschehen „einordnen“ lassen will, kann mühelos auf Sean Hannity, Ben Shapiro oder Steven Crowder zurückgreifen. Die sozialen Medien kommen oft gar nicht mehr mit dem Zensieren hinterher, so schnell schießen neue Formate aus dem Boden. Und Alex Jones gibt es sogar noch als Podcast auf Deezer.

  1. Der Sowjetkommunismus ist zusammengebrochen

Zugegeben, es ist ein schwacher Trost in einer Zeit, da marxistische Ideen in anderer Form auch im Westen wieder und mehr denn je an Macht und Einfluss gewinnen und mit Ländern wie dem Iran, der Volksrepublik China und der EU oder internationalen Akteuren wie der UNO nach wie vor mächtige Akteure auf den Plan getreten sind, die zu Freiheit, Marktwirtschaft und Souveränität ein gebrochenes Verhältnis haben.

Auch in den USA selbst sehen sich Politiker wie Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister James Mattis oder Außenminister Mike Pompeo massiven Widerständen in Politik und Medien gegenüber und es ist nicht ausgemacht, dass der Wiederaufstieg der USA zum Vorbild für die Welt ohne Rückschläge vonstattengehen wird. Aber so wie es Ronald Reagan geschafft hat, damals den Kommunismus in die Knie zu zwingen, können es auch heute die Kräfte der Freiheit und Souveränität weltweit schaffen, erfolgreich zu bleiben gegen globalistische Utopien und Gesellschaftsexperimente.

  1. Weltweite Echtzeitkommunikation

Kostete in früheren Zeiten oft bereits ein zehnminütiges Festnetzgespräch ins Nachbarland eine zweistellige Euro-Summe, haben die Instrumente der Instant Communication die Welt kleiner und die Kommunikation günstiger gemacht.

Social Media, Messengerdienste und andere mobile und stationäre Instrumentarien haben nicht nur die private Kommunikation revolutioniert – wer schreibt heute noch Urlaubskarten, wenn er im Hotel die Bilder samt Grüßen am gleichen Abend online stellen kann? Auch die Arbeitswelt und das Bildungswesen stehen vor Möglichkeiten, die man früher nie für möglich gehalten hätte.

Virtuelle Arbeitsteams mit Abteilungen in allen Kontinenten? Den gesamten Lebensunterhalt im Home Office verdienen? Nachhilfe und Bildungscoaching mit dem Lehrer, der am besten mit dem jeweiligen Kind arbeiten kann – auch wenn er am anderen Ende der Republik wohnt? Die technologischen Revolutionen der vergangenen Jahrzehnte haben das alles möglich gemacht – und sie sind ein Grund, dankbar zu sein.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.