Wildschweine im Wald.
Wildschweine im Wald.Foto: iStock

Wildschweine für das Klima „schlimmer als eine Million Autos“

Von 12. August 2021 Aktualisiert: 12. August 2021 17:53
Australische Forscher haben die Klimaschäden von Wildschweinen bestimmt und kommen zu dem Ergebnis, dass Wildschweine weltweit mehr Kohlenstoff emittieren als eine Million Autos.

Internationale Forscher unter der Leitung der australischen Universitäten von Queensland und Canterbury haben herausgefunden, dass die Natur – in diesem Fall Wildschweine – dem Klima schadet. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher Mitte Juli in der Fachzeitschrift „Global Change Biology“. Darin haben sie nach eigenen Angaben mithilfe von Simulation und Kartierung „die Klimaschäden, die Wildschweine auf fünf Kontinenten verursachen, genau bestimmt“.

Weiter heißt es in einer Pressemitteilung der Forscher: „Indem sie den im Boden eingeschlossenen Kohlenstoff herausreißen, setzen Wildschweine weltweit jährlich Millionen Tonnen Kohlendioxid frei.“

Wildscheine emittieren mehr CO₂ als eine Million Autos

Mittels vorhandener Modelle über die Anzahl und den Standort von Wildschweinen (Sus scrofa) simulierten die Forscher 10.000 Karten der potenziellen globalen Wildschweindichte. Aus diesen Karten und mit Daten aus einer Langzeitstudie über Wildschweinschäden modellierten sie die gestörten Bodenflächen. Die dabei erfassten klimatischen Bedingungen, Vegetationstypen und Höhenlagen, reichten von Tieflandgrasland bis zu subalpinen Wäldern.

Schließend nutzen die Forscher Ergebnisse früherer Untersuchungen aus Amerika, Europa und Asien, um die globalen Kohlenstoffemissionen, die durch Bodenschäden durch Wildschweine entstehen, zu simulieren. Dr. Christopher O’Bryan, Postdoc-Forscher an der University of Queensland, sagte:

Unsere Modelle zeigen eine große Bandbreite an Ergebnissen, aber sie deuten darauf hin, dass Wildschweine derzeit höchstwahrscheinlich ein Gebiet von etwa 36.000 bis 124.000 Quadratkilometern entwurzeln, in Umgebungen, in denen sie nicht heimisch sind.“

In seiner größten Ausdehnung graben Wildscheine damit die Flächen von Baden-Württemberg, Bayern und Hessen um. Dabei würden Wildschweine weltweit jährlich etwa 4,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid freisetzen. „Das entspricht dem Äquivalent von 1,1 Millionen Autos.“

Das Treiben der Wildschweine wirke sich jedoch „nicht nur auf die Bodengesundheit und die Kohlenstoffemissionen aus, sondern bedroht auch die Artenvielfalt und die Ernährungssicherheit, die für eine nachhaltige Entwicklung entscheidend sind“.

„Müssen Verantwortung übernehmen“

Wildschweine seien wie Traktoren, die durch Felder pflügen und den Boden umgraben, um Nahrung zu finden, so Dr. O’Bryan weiter. Die ständig wachsende Population von Wildschweinen auf der Welt könne eine erhebliche Bedrohung für das Klima darstellen.

Er erklärt: Wenn Felder durch Menschen umgepflügt oder in diesem Fall von Wildtieren durchwühlt und gestört werden, werde Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt. Da der Boden aber fast dreimal so viel Kohlenstoff enthält wie die Atmosphäre, habe selbst ein kleiner Teil des aus dem Boden freigesetzten Kohlenstoffs „das Potenzial, den Klimawandel zu beschleunigen“.

Nicholas Patton, Doktorand an der University of Canterbury, ergänzte, dass die Forschung (hoffentlich) zukünftige Klimamaßnahmen beeinflussen werde. Und:

Invasive Arten sind ein vom Menschen verursachtes Problem, daher müssen wir ihre ökologischen Auswirkungen anerkennen und Verantwortung dafür übernehmen.“

Bekämpfung der Wildschweine schwierig

Wenn sich invasive Schweine in Gebiete mit reichlich Bodenkohlenstoff ausbreiten dürfen, könne das Risiko von Treibhausgasemissionen in Zukunft noch größer werden, so Patton weiter. Ihre Arbeit sei dabei nur ein Teil des Puzzles, das helfe, die Auswirkungen der Wildschweine besser zu verstehen.

Fest stehe, dass Wildschweine sehr zahlreich und weit verbreitet sind, sowie entsprechende Schäden verursachen. Das mache ihre Bekämpfung sowohl kostspielig als auch schwierig.

„Es ist klar, dass noch mehr Arbeit geleistet werden muss“, sagte Patton. In der Zwischenzeit sollte man jedoch Ökosysteme und ihre Böden nicht vergessen. Man müsse insbesondere die Gebiete schützen und überwachen, die durch den Verlust von Kohlenstoff anfällig für invasive Arten sind.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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