Atheisten-Guru Dawkins: „Menschen sind vielleicht doch nicht so gut ohne Gott“

Von 6. November 2019 Aktualisiert: 6. November 2019 21:49
Noch vor wenigen Jahren wollte Biologe Richard Dawkins den „Gotteswahn“ ein für alle Mal beenden. Die Folgeerscheinungen eines Christentums im Niedergang scheinen in ihm mittlerweile aber Zweifel zu wecken, ob das tatsächlich eine so gute Idee ist.

Neben dem 2011 verstorbenen Autor Christopher Hitchens und dem Neurowissenschaftler Sam Harris gehört der Biologe Richard Dawkins bereits seit Jahren zu den weltweit bekanntesten Verfechtern eines selbstbewussten Atheismus und Antitheismus. Sein im Jahr 2006 erschienenes Buch „Der Gotteswahn“ gehörte zu den meistverkauften Sachbüchern der späten 2000er und frühen 2010er.

Dawkins verfocht darin die These, dass jedwede Form des Glaubens an Gott oder welche transzendente Kraft jenseits unseres Erkenntnishorizonts irrational und für Gesellschaften schädlich sei. Dies ging so weit, dass Dawkins noch im Jahr 2015 in einem Vortrag vor dem Trinity College in Dublin erklärte, Eltern hätten einen zu großen Einfluss auf die Erziehung ihrer Kinder und deshalb müsse ihr Recht, Kinder religiös zu erziehen, vom Staat eingeschränkt werden.

Jordan Peterson äußerte damals schon Zweifel

Die Botschaft war deutlich: Gelänge es den westlichen Gesellschaften, das Joch christlicher Prägung abzuschütteln, wären die Menschen endlich in der Lage, wie Erwachsene zu leben und eine Gesellschaft auszuhandeln, die sich auf den Glauben an sich selbst und nachprüfbaren Fakten gründe, wie sie etwa die Wissenschaft liefere.

Unter den Intellektuellen gab es nur wenige, die offen Zweifel an dieser Erwartung artikulierten. Einer von ihnen war Jordan Peterson, der sich skeptisch über die Vorstellung äußerte, Menschen wären im Grunde gut und würden bereitwillig einer verbindlichen Ethik, die auf humanistische Vorstellungen aufgebaut wäre, folgen, wenn es sie denn gäbe. Es gäbe für eine solche Annahme weder eine metaphysische noch eine evolutionäre Basis. Historisch zeige die Geschichte des 20. Jahrhunderts, dass die Wahrscheinlichkeit einer besseren Welt ohne Religion gering zu veranschlagen sei.

Drei Jahre später, 2018, nachdem Millionen Einwanderer aus islamischen Ländern nach Europa gekommen waren und sich die „menschengemachte Erderwärmung“ als Zivilreligion der weißen Oberschichteliten etabliert hatte, schien bei Dawkins bereits ein Umdenken stattgefunden zu haben. Angesichts eines Berichts über den Niedergang der christlichen Religion in Großbritannien warnte der zuvor missionarische Atheist auf Twitter plötzlich vor allzu lautem Triumphgeheul – die „relativ gutwillige“ Religion des Christentums, so Dawkins, könnte am Ende durch etwas weniger Gutwilliges ersetzt werden.

„Freibrief für wirklich böse Dinge“

Heute geht Dawkins sogar noch weiter. In einem Interview mit der „Times“ vollzieht Dawkins eine radikale Abkehr von seiner bisherigen Mission, die Religion abzuschaffen, denn, so Dawkins, dies würde „Menschen einen Freibrief ausstellen, um wirklich böse Dinge zu tun“. Er verglich den Glauben an Gott mit der Funktion, die Kameras in Einkaufszentren hätten, um Ladendiebstahl vorzubeugen:

Menschen könnten auf die Idee kommen, sie wären frei, böse Dinge zu tun, weil sie fühlen, dass Gott ihnen nicht mehr zuschaut.“

In seinem jüngst erschienen Buch „Outgrowing God“ („Gott entwachsen“), einem „Anfänger-Handbuch für Atheisten“, räumt er widerwillig ein, dass der Glaube an Gott sich auch positiv auf die Gesellschaft auswirken könne, etwa dadurch, dass dieser „die Verbrechensrate senken“ könne:

„Ob irrational oder nicht, es erscheint – leider – plausibel, anzunehmen, dass, wenn jemand ehrlich glaubt, Gott beobachte jeden einzelnen seiner Schritte, derjenige mit höherer Wahrscheinlichkeit ein guter Mensch sein könnte. […] Ich muss zugeben, diese Idee zu hassen. Ich will lieber glauben, dass Menschen mehr draufhaben als das. Mir wäre es lieber, zu glauben, ich bin ehrlich, unabhängig davon, ob jemand mir zuschaut oder nicht.“

Keine tragfähige moralische Grundlage für Gut und Böse?

Jonathon van Maren erklärt auf Lifesitenews den weitreichenden Sinneswandel bei Dawkins mit einem möglichen Realitätsschock, der sich darin zeige, dass es nicht lange dauere, bis eine vollständig säkularisierte Gesellschaft beginne, die Grundlagen ihrer Zivilisation abzutragen:

„In einer wahrhaft säkularisierten Gesellschaft, in der Männer und Frauen unter ihrem leeren Himmel leben und eher daran glauben, wiederverwertet zu werden statt wiederaufzuerstehen, gibt es keine tragfähige moralische Grundlage für Gut und Böse. Antitheisten wie Christopher Hitchens verspotteten und verachteten die Vorstellung, dass die Menschheit Gott brauche, um richtig und falsch auseinanderzuhalten, aber tatsächlich sind kaum zwei Generationen seit unserer großen Säkularisierung ins Land gezogen und wir können nicht einmal Mann und Frau unterscheiden.“

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