Außenminister Heiko Maas (SPD).Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images

Grünen-Europaabgeordneter Marquardt begrüßt Pläne von Maas: Jetzt müssen Taten folgen

Epoch Times15. Juli 2019 Aktualisiert: 15. Juli 2019 9:13

Der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt hat die Pläne von Außenminister Heiko Maas (SPD), der in der Debatte um die Aufnahme von Migranten aus dem Mittelmeer eine Koalition der Willigen zur Verteilung der Migranten unter den EU-Staaten vorschlägt, begrüßt.

„Es ist sehr erfreulich, dass Minister Maas nach stillen Jahren nun endlich die Initiative ergreift“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt der „Passauer Neuen Presse“.

Marquardt fügte aber kritisch hinzu: „Seit zwei Jahren fragen die Seenotretter nach einem Termin, um sich mit Maas über die Lage auszutauschen, nie hatte er Zeit.“

Grünenpolitiker selbst „Sea-Watch 3“-Aktivist

Marquardt war selbst im Mittelmeer unterwegs, unter anderem mit der „Sea-Watch 3“. Vom Festland aus betrachtet, sei der Stress an Bord „kaum vorstellbar“, so Marquardt.

Die Crew sei teils drei Wochen unterwegs. „Da sind zwischen 50 und 150 Menschen auf einem 30 Meter langen Schiff.“ Maas regt nun einen festen Schlüssel zur Verteilung der Migranten an.

Grünen-Politiker Marquardt zeigt sich aber skeptisch. „Man kann nur hoffen, dass seiner Initiative jetzt auch Taten folgen und die sozialdemokratischen Parteikollegen des Außenministers auf Malta ihre Hafenblockade für die Seenotrettung schnell aufheben“, so der Europaabgeordnete.

Er regt ein Kontingent an, um Migranten direkt aus Nordafrika in die EU aufzunehmen. „Europa denkt falsch“, so Marquardt, der seit Juni im Straßburger Europaparlament sitzt. Wenn die Migranten auf dem Mittelmeer seien, sei es eigentlich schon zu spät. (dts)

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