Ministerpräsident Diab: Beirut-Katastrophe Folge „endemischer Korruption“ – Experten warnten in Brief

Epoch Times11. August 2020 Aktualisiert: 11. August 2020 18:38
Beiruts Ministerpräsident Hassan Diab war erst seit Januar im Amt. Seit sechs Jahren lagerten die hochexplosiven Chemikalien unter gefährlichen Bedingungen im Hafen von Beirut. Zwei Wochen vor der Explosion warnte eine Untersuchungskommission die Regierung vor den Folgen einer möglichen Explosion.

Die Beiruter Explosionskatastrophe zieht weite politische Kreise. Nachdem am Sonntag, 9. August, Libanons Informationsministerin Manal Abdel Samad und Umweltminister Damianos Kattardie ihren Rücktritt angekündigt hatten, folgte am Montag die libanesische Justizministerin Marie-Claude Najm.

Am selben Abend noch erklärte Ministerpräsident Hassan Diab in einer Fernsehansprache den Rücktritt der kompletten Regierung, die nur noch übergangsweise im Amt verbleibt.

Ministerpräsident beklagt „endemische Korruption“

Der parteilose Diab, der erst seit Januar Regierungschef ist, sagte laut „Al Jazeera“, dieses Verbrechen sei eine Folge der endemischen Korruption und forderte, die Verantwortlichen für die tödliche Explosion vor Gericht zu stellen.

Mindestens 160 Menschen starben am 4. August, darunter auch eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft in Beirut. Tausende von Menschen wurden verletzt und 300.000 wurden obdachlos. In Folge kam es zu zahlreichen regierungskritischen Protesten der Bevölkerung.

Die hochexplosiven Chemikalien lagerten nach Regierungsangaben bereits sechs Jahre lang ungesichert im Hafen. Eine mit dem Untersuchungsbericht ergangene Warnung in Briefform erreichte die Regierung am 20. Juli 2020. Zwei Wochen später kam es zu den verheerenden Explosionen, deren genaue Ursachen immer noch untersucht werden.

Warnungen vor drohender Katastrophe

Wie „ntv“ berichtet, soll die libanesische Regierung laut Insiderangaben von Sicherheitsexperten vor den Folgen einer möglichen Explosion der 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen gewarnt worden sein.

Die Warnung war mit den Ergebnissen einer Untersuchung verbunden und sei an Ministerpräsident Diab und Präsident Aoun ergangen, wie „Reuters“ von der Quelle erfuhr.

Die Person, die anonym bleiben will, sagte demnach: „Es gab die Gefahr, dass das Material, sofern es gestohlen worden wäre, für Terroranschläge genutzt werden könnte.“

Sie habe „sie gewarnt“, so die Person, die an der Formulierung des Briefs beteiligt war und nicht namentlich genannt werden will. „Ich habe sie gewarnt, dass dies Beirut zerstören kann, wenn es explodiert.“

(sm)

 

 

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