Das vom russischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gesteltten Bild zeigt den Abschuss einer Interkontinentalrakete des Typs «RS-28 Sarmat» bei einem Test (Archivbild).
Das vom russischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gesteltten Bild zeigt den Abschuss einer Interkontinentalrakete des Typs «RS-28 Sarmat» bei einem Test (Archivbild).Foto: Uncredited/Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Russland testet neue Interkontinentalrakete

Epoch Times20. April 2022
Die neuesten Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine im Newsticker.

18:34 Uhr: EU-Ratspräsident sagt Ukraine weitere Unterstützung im Krieg gegen Russland zu

EU-Ratspräsident Charles Michel hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere Unterstützung bei der Verteidigung des Landes gegen die russischen Truppen zugesichert. „Sie sind nicht allein, wir sind bei Ihnen und wir werden alles tun, um Sie zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass die Ukraine den Krieg gewinnt“, sagte Michel am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Der EU-Ratspräsident war am Vormittag in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Er besuchte zunächst die nahe Kiew gelegene Ortschaft Borodjanka, wo die russische Armee nach ukrainischen Angaben Massaker an Zivilisten verübt hatte.

Nach seinem Treffen mit Selenskyj betonte der EU-Ratspräsident die Geschlossenheit der Europäischen Union. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin werde es „weder gelingen, die Souveränität der Ukraine zu zerstören, noch die Europäische Union zu spalten“, sagte Michel. Selenskyj bekräftigte den Wunsch seines Landes nach einem EU-Beitritt. Eine Mitgliedschaft in der EU sei „eine Priorität für unseren Staat“, betonte der ukrainische Präsident.

18:10 Uhr: Russland testet neue Interkontinentalrakete

Russland hat inmitten seines Krieges in der Ukraine seine neue ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat (Nato-Codename: SS-X-30 Satan 2) erfolgreich getestet. Die mit Atomsprengköpfen bestückbare Rakete stärke massiv das nukleare Potenzial Russlands, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Keine Rakete auf der Welt könne Ziele in einer solchen Entfernung erreichen wie diese, hieß es. Die Sarmat hat eine Reichweite von 18.000 Kilometern. Damit kann Russland sowohl über den Nord- als auch über den Südpol angreifen und Ziele weltweit erreichen.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte, dass es noch auf lange Zeit nichts geben werde auf der Welt, was der Rakete ebenbürtig sei. Das Waffensystem habe „beste taktisch-technische Eigenschaften und ist in der Lage, alle modernen Mittel der Raketenabwehr zu überwinden“, sagte der Kremlchef. „Das ist eine wirklich einzigartige Waffe, die das Kampfpotenzial unserer Streitkräfte stärken wird und verlässlich die Sicherheit Russlands schützt vor äußeren Bedrohungen.“

Die Rakete wurde am Mittwochnachmittag vom Kosmodrom Plessezk im Gebiet Archangelsk abgeschossen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Die für den Test genutzten, nicht atomaren Sprengköpfe schlugen demnach auf dem Gelände Kura auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka ein. Russland hatte seine Atomwaffen mit Beginn seines Krieges in der Ukraine vor acht Wochen in verstärkte Alarmbereitschaft versetzen lassen. Die Ankündigung wurde als Drohung mit dem Atomwaffenarsenal des Landes aufgefasst.

16:00 Uhr: Mehr als eine Million Ukrainer seit Kriegsbeginn in Heimat zurückgekehrt

Mehr als eine Million Ukrainer sind seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in ihre Heimat zurückgekehrt. 1,1 Millionen ukrainische Staatsbürger seien seit der am 24. Februar gestarteten Invasion eingereist, sagte der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes, Andrij Demtschenko, am Mittwoch. Er machte keine näheren Angaben dazu, wie viele von ihnen wegen des Kriegs geflohen waren oder schon vorher im Ausland gelebt hatten.

Demtschenko zufolge wurde die ukrainische Grenze seit Kriegsbeginn von „fast fünf Millionen Menschen in beide Richtungen“ überquert. Die UNO geht von höheren Flüchtlingszahlen aus.

Es handelt sich um die größte Flüchtlingsbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Innerhalb der Ukraine sind nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zudem weitere 7,1 Millionen Menschen auf der Flucht.

13:19 Uhr: Mehr als fünf Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen

Jetzt ist es offiziell: Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar hat die Marke von fünf Millionen überschritten.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf nannte 5.034.439 Menschen, die die Grenzen in die Nachbarländer überquert haben. Der Großteil – 2,8 Millionen – flüchtete zuerst nach Polen. Eine hochrangige UNHCR-Vertreterin hatte die Zahl von fünf Millionen Flüchtlingen bereits am Vorabend bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York genannt.

Unter den Geflüchteten waren nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) mehr als 215.000 Ausländer. Nach UNHCR-Angaben haben in den vergangenen fast acht Wochen auch beinah 550.000 Menschen aus der Ukraine die Grenzen nach Russland überquert. Schon Anfang April waren nach IOM-Angaben mehr als sieben Millionen Menschen innerhalb der Ukraine durch Bomben- und Raketenangriffe vertrieben worden und auf der Flucht. Die Ukraine hatte vor dem Krieg etwa 44 Millionen Einwohner.

11:27 Uhr: Norwegen überlässt Ukraine hundert Flugabwehrraketen französischer Bauart

Norwegen hat der Ukraine hundert Flugabwehrraketen französischer Bauart überlassen. Die Regierung in Oslo teilte am Mittwoch mit, die Lieferung sei bereits erfolgt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums handelt sich um hundert Mistral-Raketen, die bisher auf Schiffen der norwegischen Marine mitgeführt wurden.

Die Mistral ist eine Boden-Luft-Rakete mit sehr kurzer Reichweite, die seit Ende der 1980er Jahre von dem Rüstungskonzern Matra gebaut wurde. Ende März hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer per Videokonferenz übertragenen Rede vor dem norwegischen Parlament Oslo um Flugabwehrraketen gebeten.

Die Mistral werde in der norwegischen Armee außer Dienst gestellt, „aber sie bleibt eine moderne und effektive Waffe, die der Ukraine von großem Nutzen sein wird“, sagte der norwegische Verteidigungsminister Björn Arild Gram. „Auch andere Länder haben ähnliche Waffensysteme gespendet“, fügte er hinzu. „Gute Nachrichten am Morgen“, erklärte der Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, im Messengerdienst Telegram. Seit Beginn des russischen Einmarschs am 24. Februar hat Norwegen der Ukraine bereits rund 4.000 Panzerabwehrwaffen des Typs M72 und andere Militärausrüstung zur Verfügung gestellt.

10:24 Uhr: Baerbock betont deutsche Entschiedenheit bei Unterstützung von Ukraine und Nato

Vor ihrer Reise in die baltischen Staaten hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) die deutsche Entschiedenheit zur Unterstützung der Ukraine und der Nato-Partner betont.

„Wir unterstützen die Ukraine entschlossen bei ihrem Überlebenskampf, mit Waffen, finanzieller Unterstützung und weiteren harten Sanktionen gegen Putins Machtbasis“, sagte Baerbock am Mittwoch. „Und wir stärken unsere eigene Wehrhaftigkeit und leisten unseren Beitrag zur Neuausrichtung unserer Sicherheit in Europa.“

In Lettland, Estland und Litauen will sich die Ministerin mit ihren Kollegen zum Krieg in der Ukraine austauschen. Erste Station ihrer Reise ist am Mittwoch die lettische Hauptstadt Riga.

9:50 Uhr: Kiew: Einigung auf Fluchtkorridor für Zivilisten aus Mariupol

Die ukrainische Regierung hat sich nach eigenen Angaben mit den russischen Truppen auf einen Fluchtkorridor für Zivilisten aus der umkämpften Hafenstadt Mariupol geeinigt. „Wir haben es geschafft, eine vorläufige Einigung auf einen humanitären Korridor für Frauen, Kinder und alte Menschen zu erzielen“, erklärte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Mittwoch im Messengerdienst Telegram.

Die Zivilisten sollen demnach in die Stadt Saporischschja gebracht werden. „Angesichts der katastrophalen Lage in Mariupol konzentrieren wir unsere Bemühungen heute in dieser Richtung“, sagte die stellvertretende Regierungschefin.

Es handelt sich um den ersten Fluchtkorridor aus Mariupol seit Samstag. Danach war keine Einigung mit den russischen Truppen erzielt worden, die ihre Angriffe im Osten der Ukraine in den vergangenen Tagen verstärkt hatten.

7:00 Uhr: Süssmuth warnt vor Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine

Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) hat vor Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine gewarnt. Sie verstehe den Wunsch der Ukraine, aber man müsse auch sehen, „dass die Entscheidung, diese Waffen zu liefern, mit einem sehr realen und eskalierenden Risiko verbunden ist“. Man befinde sich „mit alldem ja schon längst in einer gefährlichen Spirale“.

Mache man so weiter, dann „haben wir bald einen großen, nicht mehr zu stoppenden Krieg“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). Die 85-Jährige, die als Kind den Zweiten Weltkrieg noch erlebt hat, erklärte mit Blick auf die Gräueltaten von Butscha und anderen Orten, es mache fassungslos, „dass wir als Menschen zu solch einer Vernichtung fähig sind“. Süssmuth warnte zudem vor einem Machtwechsel bei den französischen Präsidentschaftswahlen am kommenden Wochenende. Emmanuel Macron sei wichtig für Europa „damit nicht alles auseinanderdriftet“. Ein starkes Europa müsse die Antwort auf Wladimir Putin sein, „der mit seinem Krieg in der Ukraine versucht, seine Macht gewaltsam und brutal auszubauen“.

6:56 Uhr: Kanada kündigt Lieferung von schweren Waffen für Ukraine an

Kanada will schwere Artilleriewaffen zur Verteidigung der Ukraine gegen den Angriff Russlands schicken.

Damit komme man einer Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach, sagte Premierminister Justin Trudeau in New Brunswick. Details zu den Waffen und ihren Kosten sollen demnach in den kommenden Tagen vorgestellt werden.

Auch die Vereinigten Staaten hatten die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine angekündigt, darunter auch Artillerie. Die in Aussicht gestellten 18 Feldhaubitzen sollen „sehr, sehr bald“ an die Ukraine übergeben werden, wie der Sprecher des Pentagons, John Kirby, sagte.

Trudeau stellte außerdem neue Sanktionen gegen 14 weitere russische Vertraute von Präsident Wladimir Putin vor, darunter dessen zwei erwachsene Töchter. Ihre Vermögenswerte in Kanada werden eingefroren und sie können künftig dort keine Geschäfte mehr tätigen. In den vergangenen Tagen hatten die USA und Großbritannien ähnliche Sanktionen verhängt.

6:44 Uhr: UNHCR: Fünf Millionen Vertriebene aus Ukraine

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) geht nach aktuellen Berechnungen davon aus, dass mehr als fünf Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen sind.

„Das sind fünf Millionen Einzelschicksale voller Verlust und Trauma“, sagte die stellvertretende UN-Hochkommissarin des UNHCR, Kelly Clements, bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag in New York. Hinzu kämen etwa 7,1 Millionen Menschen, die innerhalb der Ukraine ihr Heim verlassen hätten, ergänzte António Vitorino von der Internationalen Organisation für Migration (IOM).

Bei der Sitzung diskutierten die Mitgliedstaaten die Notwendigkeit von mehr Unterstützung der Geflüchteten und von einem Ende des Krieges. Es war die sechste Sitzung des Rats zur humanitären Lage in der Ukraine seit Beginn des Kriegs vor knapp zwei Monaten am 24. Februar. Deren UN-Botschafter Serhij Kislizia kritisierte, dass der Sicherheitsrat Russland weiter als vollwertiges Mitglied behandelt. „Kollegen, es scheint mir, als würden diese Treffen nicht viel verändern“, sagte Kislizia.

6:38 Uhr: Laut europäischen Schätzungen bis zu 20.000 Söldner in Ukraine-Krieg im Einsatz

Russland setzt im Ukraine-Krieg nach westlichen Schätzungen zwischen 10.000 und 20.000 Söldner ein. Bei den Söldnern handele es sich um Mitglieder der berüchtigten russischen Wagner-Gruppe sowie um Kämpfer aus Syrien und Libyen, sagte ein europäischer Regierungsbeamter am Dienstag vor Journalisten in Washington. Die Söldner verfügten nicht über schwere Fahrzeuge oder Waffen, vielmehr würden sie in erster Linie als „Masse gegen den Widerstand der Ukrainer“ eingesetzt.

Bei den Söldnern handele es sich größtenteils um Infanteristen, sagte der Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte. Wieviele von ihnen der Wagner-Gruppe angehörten, sei nicht klar. Beobachtet worden seien vor allem „Verlegungen“ von Kämpfern aus Syrien und Libyen in die ostukrainische Region Donbass.

Bereits Ende März war das britische Verteidigungsministerium davon ausgegangen, dass Russland über 1000 Söldner der Wagner-Gruppe in die Ukraine entsenden könnte, darunter auch Anführer der Organisation.

Die Söldnergruppe Wagner gilt als Russlands „Schattenarmee“ und wird mit Krisenregionen wie Syrien, Libyen, der Zentralafrikanischen Republik und zuletzt auch Mali in Zusammenhang gebracht. Den Söldnern werden schwere Verstöße gegen Menschenrechte vorgeworfen, darunter Folter und gezielte Tötungen. Moskau bestreitet jegliche Verbindung zu der Gruppe. (agenturen/red)



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