Wladimir Putin: „Nichts in der Welt bringt mehr Freude als Kinder“

Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, hat sich im Rahmen seiner jährlichen großen Pressekonferenz zur demografischen Krise geäußert, die sein Land ebenso wie Westeuropa erlebe. Er skizzierte seine Vorstellungen zu einer Willkommenskultur für Kinder.
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Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt am 4. Juni 2021 an einer Plenarsitzung des St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) in Sankt Petersburg teil.Foto: DMITRY LOVETSKY / POOL / AFP via Getty Images
Von 29. Dezember 2021

Im Rahmen seiner jährlichen großen Pressekonferenz, die am Donnerstag (23.12.) in Moskau stattfand, hat sich der russische Präsident Wladimir Putin für einen „kreativen, talentierten Ansatz“ und finanzielle Anreize ausgesprochen, um der demografischen Krise entgegenzuwirken. Zuvor hatte die Journalistin Veronika Iwaschtschenko von „Spas TV“ das Thema aufgeworfen.

Putin stammt selbst aus kinderreicher Familie

Iwaschtschenko nannte die Demografie das „größte ungelöste Problem der Russen“. Sie sprach von einer „spirituellen Erkrankung“, an der die Gesellschaft leide, und dass diese bewirke, dass Menschen entgegen der russischen Tradition großer Familien trotz steigenden Lebensstandards heute kaum noch Kinder hätten.

Zudem sprächen die Scheidungsstatistiken dafür, dass Menschen zudem vergessen hätten, wie man Beziehungen aufbaue. Sie fragte den Präsidenten, welche Maßnahmen er treffen wolle, um der Tendenz entgegenzuwirken.

Putin verwies in seiner Antwort darauf, dass Russland vor allem in zwei Zeiträumen eine extreme demografische Lücke zu verkraften gehabt hätte. Zum einen wäre dies im Großen Vaterländischen Krieg gegen die Nationalsozialisten der Fall gewesen, als zwischen 1943 und 1944 auch ein großer Teil seiner eigenen, ursprünglich großen Familie das Leben verloren hatte.

Zum anderen habe es eine ähnliche Erscheinung zwischen dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 und dem Beginn der wirtschaftlichen Erholungsphase Mitte der 2000er-Jahre gegeben, als sich für viele Familien ebenfalls der Planungshorizont verengt habe.

Russland vom gleichen Problem betroffen wie andere postindustrielle Nationen

Der Kreml bemühe sich deshalb, die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und die Erweiterung des Planungshorizonts für die Familien sicherzustellen – insbesondere vor dem Hintergrund der erneuten Belastungen durch die Corona-Pandemie. Man wolle in jeder Phase Unterstützungsmaßnahmen ergreifen und dort, wo Lücken bestünden, gezielt in der Entlastungs- und Förderungspolitik nachbessern.

Allerdings sei der finanzielle Aspekt nicht das einzige Problem, so Putin. Die demografische Krise betreffe alle postindustriellen Nationen und dies habe auch mit einer Verschiebung der Prioritäten von Menschen zu tun, die eigentlich im passenden Alter wären, um eine Familie zu gründen. Wie sich dem Trend gegensteuern lasse, darauf hätten auch Demografen keine wirksamen Antworten.

„Das größte Glück, Kinder zu haben“

„Was die spirituelle Seite der Frage betrifft, so haben Sie natürlich Recht, dass Karriere und Wohlstand wichtig sind“, äußerte der Präsident in Richtung der Fragestellerin, „aber wir müssen den Menschen klarmachen, dass das Glück und die Freude am Vatersein und Muttersein wichtiger sind als der finanzielle Wohlstand, den Sie heute vielleicht genießen.“

Ohne jemandem etwas aufzwingen zu wollen, gehe es darum, Menschen wieder die „Idee einer großen, freundlichen, gut gelaunten und schönen Familie positiv [zu] vermitteln“ und zu zeigen, dass „das Glück darin besteht, Kinder zu haben, um die Menschen davon zu überzeugen, dass es auf der Welt und im Leben nichts gibt, was mehr Glück bringen kann“.

Dazu, so Putin, bedürfe es jedoch eines „kreativen, talentierten Ansatzes“, der auch „auffällig und anspruchsvoll“ sein müsse. Diese Bemühungen müssten die Massenmedien, Künstler und Nichtregierungsorganisationen einbeziehen.



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