670 Millionen Krankheitstage im Jahr – Grünenpolitiker fordert Zusatzurlaub für Radfahrer

Epoch Times30. August 2019 Aktualisiert: 30. August 2019 9:12
"Dieser Schatz muss gehoben werden - zum Wohle aller." Mit einem zusätzlichen Urlaubstag will Stefan Gelbhaar alle radfahrenden Arbeitnehmer belohnen. Radfahrer seien nun einmal gesünder.

Radfahren ist nicht nur gesund, sondern könnte schon bald belohnt werden. Wenn es nach dem Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar (Grüne) geht, sollen alle, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, mit einem zusätzlichen Urlaubstag belohnt werden.

Das Umweltbundesamt aber auch Statistiken und Studien besagen laut Gelbhaar, dass Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, deutlich seltener krank sind. Berechnungen reichen von zwei Tagen bis hin zu 30 Prozent weniger Fehltagen.

Gelbhaar betont:

Dieser Schatz muss gehoben werden – zum Wohle aller. Ein zusätzlicher Urlaubstag für Radfahrende ist gerecht. Ein Zusatzurlaubstag kann mehr Menschen dazu motivieren, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.“

Durch die geringe Anzahl von Krankheitstagen würden Arbeitgeber von einer derartigen Regelung profitieren. Auch Krankenkassen hätten weniger Kosten. Und sogar Arbeitnehmer, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, würden laut Gelbhaar von der Regelung profitieren: „mehr Radverkehr führt zu weniger genutzten Autos und damit zu weniger Stau“.

Radfahrer kurbeln Wirtschaft an

Nach Angaben von Gelbhaar waren im Jahr 2017 die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen durchschnittlich an 16,7 Tagen arbeitsunfähig. Summiert ergeben sich 668,6 Millionen Fehltage. Die Produktionsausfälle betrugen laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 76 Milliarden Euro, der Brutto-Wertschöpfungsverlust 136 Milliarden Euro.

Damit verhelfen Radfahrer neben ihrem eigenen Wohlbefinden sogar der Volkswirtschaft auf die Beine, vom umweltfreundlichen Aspekt ganz zu schweigen.

Der freie Radler-Tag könnte laut Gelbhaar unkompliziert umgesetzt werden: Wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine verbindliche Erklärung abgibt, dass er die Hälfte der Arbeitstage mit dem Rad zu Arbeit fährt, wäre eine permanente Kontrolle unnötig.

Kritik für die Idee zum Zusatzurlaub für Radfahrer kommt laut „Bild“ indes von der Barmer:

Was ist mit Menschen, die kein Fahrrad fahren, dafür aber auf eine ausgewogene Ernährung achten? Kein Mensch will eine Gesundheitspolizei.“

Tatsächlich jedoch haben Krankenkassen den Radler-Effekt erkannt. Beispielsweise bietet die AOK in ihrem Programm „Mit dem Rad zur Arbeit“ (MdRzA) ihren Versicherten attraktive Preise schon ab 20 Fahrradtagen an.

Fahrradpolitik mit Bewegungskonferenz

„Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft. Es ist praktisch, schnell, leise, günstig und stößt keine Schadstoffe aus. Wer es mit der Verkehrswende ernst meint, muss auf den Radverkehr setzen. Er ist entscheidend für besseren Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz“, heißt es vom Bündnis 90/Die Grünen. Sie veranstalten vom 13. bis 14. September 2019 eine „Bewegungskonferenz“ unter dem Motto: „Freie Fahrt fürs Rad!“ in Berlin.

Dort dreht sich alles rund um die Fahrradpolitik. Teilnehmer haben die Möglichkeit, mit den Politikern unter dem Motto „Freie Fahrt fürs Rad!“ im Plenum und in Fachforen zu diskutieren, und sich über Fahrradprojekte zu erkundigen. Daneben gibt es „genug Zeit für einen Austausch mit anderen Rad-Interessierten sowie eine Abendveranstaltung mit einem kulturellen Beitrag“.  (sua)

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