Die „Sea-Eye 4“ liegt zum Umbau in einem Hafen.Foto: ---/Sea-Eye/United4Rescue/dpa/dpa

Deutsche NGO „Sea-Eye“ will weiteres Schiff im Mittelmeer einsetzen

Epoch Times15. November 2020

Angesichts der anhaltenden Migration mit nicht hochseetüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Europa will die deutsche NGO „Sea-Eye“ ein weiteres Schiff neben der „Alan Kurdi“ einsetzen.

Das Schiff liege für den Umbau in einem Hafen in Mecklenburg-Vorpommern und werde zunächst unter dem Namen „Sea-Eye 4“ fahren, teilte die Organisation aus Regensburg mit.

„Wir brauchen einfach viel mehr Rettungsschiffe“, sagte Sprecher Gorden Isler der Deutschen Presse-Agentur. Mit der „Sea-Eye 4“ existieren ihm zufolge dann sieben Hochseeschiffe verschiedener Organisationen, die für die Aufnahme von Migranten aus dem Mittelmeer geeignet sind. Nur eines davon, betrieben von der spanischen NGO „Open Arms“, sei derzeit im Mittelmeer aktiv. Die Schiffe würden jedoch regelmäßig blockiert, kritisierte er.

Bündnis „United4Rescue“ finanziert neues Projekt

Maßgeblich finanziert werde das neue Projekt mit 434.000 Euro vom Bündnis für die Aufnahme von Migranten im Mittelmeer „United4Rescue“ mit Sitz in Hannover. Die „Sea-Eye 4“ solle möglichst schnell in den Einsatz gehen.

In den vergangenen Tagen waren Dutzende Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer ertrunken. Beim Untergang eines Bootes vor der Küste Libyens kamen am Donnerstag mindestens 74 Menschen um, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitgeteilt hatte. Einen Tag zuvor hatte die spanische NGO Open Arms vor Libyen mehr als 110 Menschen im Mittelmeer aufgenommen. Fünf Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Insgesamt verloren sechs Menschen ihr Leben, darunter ein Baby.

11.000 Migranten wurden wieder nach Libyen zurückgebracht

Am Samstag nahmen italienische Rettungskräfte rund 30 in Seenot geratene Migranten südlich der Insel Lampedusa auf, wie die Küstenwache am Sonntag mitteilte. Die Menschen waren zuvor mit ihrem Boot gekentert. Zwei Migranten mussten von einem Arzt behandelt werden.

Nach Angaben der zu den Vereinten Nationen gehörenden IOM ertranken in diesem Jahr bislang etwa 900 Menschen im Mittelmeer beim Versuch, illegal europäisches Festland zu erreichen. 11.000 Migranten wurden wieder nach Libyen zurückgebracht. Zuletzt sei die Anzahl der Überfahrten gestiegen. In Italien seien seit Anfang Oktober mehr als 780 Ankünfte von Libyen registriert worden. (dpa)



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