Die Punkband "Feine Sahne Fischfilet" mit ihrem Frontmann Jan "Monchi" Gorkow während eines Konzerts.Foto: Bernd Wüstneck/dpa

„Feine Sahne Fischfilet“ wird Lerninhalt zum Thema „Heimat“ an Schulen – Thüringer CDU äußert Kritik

Epoch Times28. Oktober 2018 Aktualisiert: 28. Oktober 2018 19:51
Die Nutzung eines Filmporträts über die linke Punk-Band "Feine Sahne Fischfilet" steht in der Kritik der thüringischen CDU. Der Film wird im Rahmen der Landesmedienbildung thüringischen Schülern gezeigt.

CDU-Politiker in Thüringen kritisieren, dass ein Filmporträt zur linken Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“, im Rahmen des bundesweiten Projektes „SchulKinoWochen“, Thüringer-Schulkindern gezeigt wird. Das diesjährige Oberthema der SchulKinoWoche lautet: „Was ist Heimat“.

CDU-Landesgeneralsekretär Raymond Walk äußerte in einer Mitteilung der Landes-CDU mit, dass die teils gewaltverherrlichenden und hasserfüllten Texte der Band zur weiteren Spaltung der Gesellschaft beitrügen. Aufrufe zu Gewalt und Hass seien generell zu ächten und würden nicht dadurch geadelt, dass sie von links außen kämen. Die Landesregierung scheine diese Auffassung nicht zu teilen, berichtet die „Ostsee-Zeitung“.

Das Filmporträt mit dem Titel „Wildes Herz“ von Regisseure Charly Hübner ist durch die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Der Film wird als Eröffnungsfilm in Thüringen und Sachsen-Anhalt bei den SchulKinoWochen gezeigt.

Thüringer Bildungsministerium: Politische Einflussnahme darauf, welche Filme dabei gezeigt werden, gebe es nicht

Seitens des Thüringer Bildungsministerium heißt es zu dem Film, dass das Netzwerk „Vision Kino“ in Kooperation mit der Deutschen Kindermedienstiftung Goldener Spatz die Auswahl der Filme für die SchulKinoWoche treffe.

Eine politische Einflussnahme darauf, welche Filme dabei gezeigt werden, gebe es nicht, so das Ministerium gegenüber der Ostsee-Zeitung. „Die CDU sollte nicht versuchen, daran etwas zu ändern“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke).

2015 tauchte die linke Punk-Band wegen Gewaltaufrufen gegen Polizisten im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern auf. Seitdem allerdings nicht mehr. Frühere Texte hatten auch einen nationalfeindlichen Charakter. Die Band selbst soll sich zu früheren Texten distanziert haben.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) schreibt zu dem Filmporträt: „‚Wildes Herz‘ ist ein dynamischer Musikfilm, der immens wichtig für unsere Zeit ist und ebenso viel Stärke und Charakter besitzt wie die Band, die er begleitet. Und dazu ein liebevoll ehrliches Porträt über einen Musiker und das, was er über alles liebt: seine Heimat.“

FBW: Frontmann vereint beeindruckende Zivilcourage, Humanismus, Heimatliebe und streitbaren politischen Aktivismus

Im Pressetext der FBW heißt es außerdem:

„Die AfD erzielt bei den Wahlen 21 Prozent und zieht auf Anhieb in den Landtag ein. Zwischen Anklam, Parchim und Rostock erhält rechtes Gedankengut regen Zuspruch. „Gehen oder bleiben?“, fragen da die Mitglieder der linken Punkband ‚Feine Sahne Fischfilet‘. Doch für den Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow und seine Kollegen ist klar: Sie wollen bleiben, Position beziehen und in ihrer Heimat den Zusammenhalt gegen Rechts stärken. Mit ebenso nachdenklichen wie radikalen Liedtexten touren sie durchs Land und setzen sich auf und neben der Bühne entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit ein.“

Im Berliner Programmheft zu den Schulkinowochen heißt es:

Die Band, allen voran ihr Frontmann ‚Monchi‘, vereint dabei beeindruckende Zivilcourage, Humanismus, Heimatliebe und streitbaren politischen Aktivismus.“

Die SchulKinoWochen finden in jedem Bundesland statt. In diesem Zeitraum können Schulklassen zu einem ermäßigten Eintrittspreis ausgewählte Kinovorstellungen in einem nahe gelegenen Kino besuchen. Dabei wird den Lehrern medienpädagogisches Material zur Vor- und Nachbereitung der Filme zur Verfügung gestellt.

Die SchulKinoWochen sind ein bundesweites Angebot zur sogenannten „Filmbildung“, das von Vision Kino organisiert wird.  Unterstützer sind die Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der „Kino macht Schule“ GbR. Die Schirmherrschaft über Vision Kino hat der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen. (er)



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