Schulunterricht in Dortmund.Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

GEW kritisiert Gipfel-Entscheidungen: „Keine klare Linie und Verlässlichkeit für Schulen“

Epoch Times26. November 2020 Aktualisiert: 26. November 2020 7:40

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) übt heftige Kritik an den Entscheidungen der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin für die Schulen. „Die Entscheidungen für den Bildungsbereich sind enttäuschend und riskant, es gibt keine klare Linie und Verlässlichkeit für die Schulen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben, 26. November).

„Statt– wie vom Robert-Koch-Institut vorgeschlagen – konsequent auf Wechselunterricht zu setzen, sobald der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten ist, wird diese Vorgabe aufgeweicht“, kritisierte Tepe.

Wechselunterricht werde lediglich als mögliche Maßnahme ab einer Inzidenz von 200, also dem vierfachen RKI-Wert für ältere Schüler ins Auge gefasst, setzte sie hinzu. Bei der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten sei zwar grundsätzlich angekommen, dass man etwas tun müsse, wenn man die Schulen offenhalten will – aber der Erkenntnis folgten zu wenige Taten.

„Statt auf Maßnahmen wie das Teilen von Klassen zu setzen, die es ermöglichen, das gesellschaftlich geltende Abstandsgebot zwischen zwei Menschen von 1,5 Metern auch an Schulen umzusetzen, soll jetzt ab Klasse 7 verpflichtend ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden“, sagte Tepe.

Masken in bestimmten Situationen zu tragen, ist nicht falsch – aber eben nur die zweitbeste Lösung.“ Das Vorziehen der Winterferien um zwei Tage in mehreren Bundesländern sei „nicht mehr als Symbolpolitik“.

Tepe führte zudem mit Blick auf Teststrategien aus: „Antigen-Schnelltests an der Schulhaustür bedeuten einen großen organisatorischen und zeitlichen Aufwand.“ Sie sagte: „Wo das Fachpersonal für diese Maßnahme für über 40.000 Schulen, an denen täglich getestet werden müsste, herkommen soll, bleibt das Geheimnis der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten.“

Die GEW-Chefin warnte: „Die Infektionsfälle steigen auch in den Kitas.“ Sie kritisierte ausdrücklich, Kanzlerin und Ministerpräsidenten hätten sich „davor gedrückt, auch für diesen Bereich abgestimmte Maßnahmen zu verabreden“. Einerseits gälten Erzieher als systemrelevant, doch ihre Gesundheit werde nicht geschützt. Das sei ein Fehler:

Wenn Kitas für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig sind, müssen Beschäftigte und Kinder besser geschützt werden als bisher. Ein `Weiter so` darf es nicht geben.“

Die GEW schlage ein einheitliches, abgestimmtes Vorgehen bei Infektions- und Verdachtsfällen sowie anlasslose Corona-Tests für das Kitapersonal vor, um die Sicherheit zu erhöhen. (dts)


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