Inlandsflüge nur für 0,3 Prozent des gesamten deutschen CO2-Ausstoßes verantwortlich

Epoch Times24. Juli 2019 Aktualisiert: 25. Juli 2019 11:55
Neben dem Autoverkehr hat man es seitens der Grünen-Politiker auch auf den innerdeutschen Flugverkehr abgesehen, um das Klima zu schützen. Allerdings ist dieser nur für 0,3 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich.

Kürzlich berichtet die Süddeutsche Zeitung über ein Autorenpapier der Grünen-Bundestagsfraktion. In ihm soll es heißen: „Bis 2035 wollen wir Inlandsflüge weitestgehend obsolet machen“, denn das sei „angesichts der Klimakrise höchste Zeit“.

Erarbeitet haben das Papier die Grünen-Politiker Daniela Wagner, Stefan Schmidt, Markus Tressel, Matthias Gastel und Oliver Krischer.

Laut den Autoren müsse das Ziel sein, „Kurzstreckenflüge Zug um Zug auf die Schiene zu verlagern. Neben der Einführung eines CO2-Preises von anfangs 40 Euro/Tonne fordern wir die schrittweise Einführung der Kerosinsteuer für Inlandsflüge“, heißt es in dem Papier.

CO2-Ausstoß durch Inlandsflüge nur minimal

Wie die „Welt“ jedoch in einem Artikel berichtet sind die innerdeutschen Flüge lediglich für 0,3 Prozent der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich. Damit gehört er zu den kleinsten CO2-Verursachern. Der Autoverkehr bringt es dagegen auf 20,8 Prozent. Entsprechende Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft bestätigen auch die jüngste Studie des Umweltbundesamtes.

Damit bleibt, auch wenn der Gedanke den Bahnverkehr auszubauen wünschenswert ist, der Vorschlag mit den Beschränkungen der Inlandsflüge zum Klimaschutz unverständlich. Allerdings könnte der Ansatz in der Bevölkerung Anklang finden, da vom Gefühl her Kurzstreckenflüge innerhalb Deutschlands bei vielen ein Unbehagen und schlechtes Gewissen erzeugt.

Wettbewerbsnachteile für deutsche Fluggesellschaften

Nicht ohne Grund haben Airlines, wie die Lufthansa, bereits Alternativ-Angebote wie „Lufthansa Express Rail“ oder „Express Bus“ aufgebaut. Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erklärt gegenüber der „Welt“, dass er die steuerliche Einflussnahme auf die Inlandsflüge zwecks Klimaschutz nicht für sinnvoll hält. Denn dadurch würde sich der Flugverkehr und damit die Emissionen lediglich zu den ausländischen Drehkreuzen hin verlagern.

Dann fliegen Passagiere, die nach Hongkong wollen eben nicht mehr über Frankfurt oder München, sondern mit ausländischen Wettbewerbern über Amsterdam, Istanbul oder Dubai.“

Das sei „klimapolitisch kontraproduktiv und führt zudem zu Wettbewerbsnachteilen für deutsche Fluggesellschaften“, so Randow zur „Welt“.

Luftverkehr in Deutschland zahlt 1,2 Milliarden Euro Luftverkehrssteuer

Bereits jetzt zahle der Luftverkehr in Deutschland allein mit jährlich 1,2 Milliarden Euro Luftverkehrssteuer bereits doppelt so viel an den Fiskus, wie die Erhebung einer Kerosinsteuer mit 570 Millionen Euro einbringen würde, erklärt Randow.

Seiner Ansicht nach bräuchte man für echte Fortschritte beim Klimaschutz politische Entscheidungen für die Entwicklung eines regenerativ erzeugten Kraftstoffs zu marktfähigen Preisen. Steuerabgaben würden klimapolitisch nichts bringen aber im internationalen Wettbewerb schaden.

Schließlich seien 65 Prozent der innerdeutschen Passagiere geschäftlich unterwegs. Bei vielen Dienstreisen würde aber nur das Flugzeug die An- und Abreise innerhalb eines normalen Arbeitstages ermöglichen. Andernfalls müssten zusätzliche Wegstrecken und Hotelübernachtungen einkalkuliert und bezahlt werden.

Innerdeutscher Flugverkehr um 22 Prozent gesunken

Entsprechend den Erhebungen des BDL ist der innerdeutsche Flugverkehr in den vergangenen 15 Jahren bereits um 22 Prozent zurückgegangen. Insgesamt hat sich der Luftverkehr ab deutschen Flughäfen seit 1990 aber verdreifacht, wobei sich aufgrund effizienterer Flugzeuge der Kerosinbedarf nur verdoppelt hat.

Der globale Luftverkehr hat nach den Verbandszahlen an den weltweiten CO2-Emissionen einen Anteil von 2,7 Prozent. Dabei wächst die internationale Fliegerei durchschnittlich um rund fünf Prozent pro Jahr.

Markus Tressel, tourismuspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag erwidert dazu gegenüber der „Welt“: „Gerade Kurzstreckenflüge sind im Verhältnis zur erbrachten Verkehrsleistung besonders schädlich. (…) Sie zu beenden ist aber natürlich nur einer von vielen Schritten auf dem Weg zur CO2-Neutralität im Verkehrssektor.“ Was kommt wohl als nächstes? (er)

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