Merkel bestätigt Plan zur Aufnahme von Minderjährigen aus Moria: „Hoffe, dass andere Mitgliedstaaten mitmachen“

Epoch Times10. September 2020 Aktualisiert: 11. September 2020 12:17

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das gemeinsame Vorhaben mit Frankreich zur Aufnahme von Kindern aus dem Aufnahmelager Moria bestätigt. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis habe ihr gegenüber die Bitte geäußert, die unbegleiteten Minderjährigen aufzunehmen, sagte sie am Donnerstag auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Deutschland und Frankreich werden sich daran beteiligen.“ Sie hoffe, dass „auch einige andere Mitgliedstaaten“ mitmachen, fügte Merkel hinzu.

In Moria „bündelt sich im Grunde wie in einem Brennglas die ganze Problematik der Migration“, sagte die Kanzlerin. „Wir wissen seit langem, dass Menschen dort unter unwürdigen Bedingungen leben.“ Mit Mitsotakis habe sie auch verabredet, dass Deutschland „sofort“ dabei helfen werde, eine „neue und bessere Unterbringung“ für die Betroffenen zur Verfügung zu stellen.

Merkel betonte, dass die Frage der Migration „noch mehr eine europäische Verantwortung“ werden müsse. Sie sei froh, dass die EU-Kommission dazu Ende September neue Vorschläge machen wolle. Sie werde ebenso wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die ganze Bundesregierung „dafür kämpfen“, dass hier eine europäische Verständigung gelinge. „Wir können das Problem nur gemeinsam lösen.“ Zudem äußerte die Bundeskanzlerin: „Wir können nicht zufrieden sein mit einer europäischen Migrationspolitik. Die gibt es im Grunde heute so nicht. Und wenn das so bleibt, ist es eine schwere Bürde für Europa. Deshalb werden wir unsere EU-Präsidentschaft nutzen, um hier Fortschritte zu machen.“

Das auf der griechischen Insel Lesbos gelegene Lager war bei einem Brand teilweise zerstört worden. Da es mehrere Brandherde gleichzeitig gab, ist ein bewusstes Herbeiführen der jetzigen Situation durch Brandstiftung nicht auszuschließen. In Berichten ist von einer Revolte im Lager die Rede. Mehr als 12.000 Menschen waren schätzungsweise in Moria untergebracht. (afp/er)

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