Mobilitätsforscher fordert Begrenzung auf drei Flüge pro Person im Jahr

Epoch Times6. August 2019 Aktualisiert: 6. August 2019 10:43
"Die Menschen fliegen jetzt noch ihre Altsünden ab. Wir gehen davon aus, dass ab dem kommenden Sommer etwa ein Viertel weniger Billigflugangebote gebucht werden", sagte Andreas Knie, Professor für Soziologie an der TU Berlin.

Die „Fridays for Future“-Demos haben offenbar Folgen für den Flugverkehr: Der Mobilitätsforscher Andreas Knie erwartet, dass ab Sommer 2020 weniger Flüge mit Billigfliegern gebucht werden. „Die Menschen fliegen jetzt noch ihre Altsünden ab. Wir gehen davon aus, dass ab dem kommenden Sommer etwa ein Viertel weniger Billigflugangebote gebucht werden“, sagte der Professor für Soziologie an der TU Berlin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die meisten hätten ihre Flüge für diesen Sommer bereits im vergangenen Jahr gebucht. „Das Bewusstsein, dass Fliegen jetzt nicht unbedingt klimafreundlich ist“, habe jedoch „erst seit Anfang des Jahres Dominanz gewonnen“, so Knie. Bereits jetzt zeigten sich bei Befragungen Änderungen im Verhalten, so der Mobilitätsforscher: „Mal eben schnell für 38 Euro nach Barcelona zu fliegen ist bei den Sensiblen bereits deutlich zurückgegangen.“

Trotz dieser Aussichten fordert Knie weiterhin eine Begrenzung der Flüge auf drei Flüge pro Person und Jahr:

Der Effekt ist noch nicht so groß, wie ich mir das wünsche und wie es auch nötig wäre.“

Auch innerdeutsche Flugverbote sollten „überhaupt einmal diskutiert werden, das wäre der erste Schritt“, sagte Knie. Eine CO2-Bepreisung hält der Forscher für sinnvoll, zweifelt aber daran, dass sie tatsächlich eingeführt wird.

„Das, was zurzeit diskutiert wird, ist nur Stückwerk, da fehlt der große Wurf“, kritisierte Knie. Eigentlich hätte das sogenannte Klimakabinett die Sommerpause nutzen müssen, um für den Herbst einen integrierten CO2-Reduktionsplan auszuarbeiten, fügte er hinzu. „Wahrscheinlich würde dieser dann mit einer CO2-Bepreisung plus Kompensation enden. Aber ehrlich gesagt: Ich glaube nicht, dass sie es schaffen.“ (dts/sua)

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