Radikale Umwelthilfe klagt Teile Deutschlands in den Stillstand – Krombacher Brauerei stoppt Spendengelder

Von 28. November 2018 Aktualisiert: 28. November 2018 10:48
Seit 2002 betont die Krombacher Brauerei ihr Engagement für Umweltprojekte. Jährlich spendet sie hunderttausende Euro für Artenschutzprojekte, die der WWF oder Nabu durchführen. Auch die Deutsche Umwelthilfe konnte bislang Geld aus Kreuztal empfangen. Damit soll künftig Schluss sein.

Ökologisches Denken ist in Deutschland im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte zu einem alle gesellschaftlichen Gruppen umfassenden Konsens, fast sogar zu einer Art Ersatzreligion geworden. Dies hat mehrere unterschiedliche Wurzeln, Ursachen und Erscheinungsformen.

Diese umfassen unverfängliche Phänomene wie die Naturphilosophie der deutschen Romantik, die Wandervogel-Bewegung der Zwischenkriegszeit oder die schon etwas eigentümlicheren Lebensreform-Bestrebungen nach Art der Waldorfpädagogik. Stadtflucht, die Idealisierung des Landlebens und ein ausgeprägtes Unbehagen an der Moderne waren – neben der „Bewahrung der Schöpfung“ als christlicher Auftrag – Aspekte, die den Umweltgedanken in konservative deutsche Lebenswelten trugen.

Allerdings war das Ökologische gleichzeitig auch zentral in neuheidnischen oder völkischen Kulten, die später der Nationalsozialismus für seine Zwecke vereinnahmte. Dort zeigte sich erstmals auch das totalitäre Potenzial eines ideologisch verstandenen Ökologismus.

Grundsätzlich blieb der ökologische Gedanke jedoch in allen Gesellschaftsschichten und über die politischen Lager hinweg konsensfähig. Für Konservative stand dabei das Pflichtgefühl im Vordergrund, kommenden Generationen intakte natürliche Lebensgrundlagen zu hinterlassen. Es war das CSU-regierte Bayern, das 1970 das erste Umweltministerium einrichtete.

Daneben gab es aber auch die Ideologen, für die es darum ging, den Menschen als Schädling eines mystifizierten ökologischen Gesamtsystems zu betrachten. Diesen gelte es, durch enge staatliche Verhaltensvorgaben, erzwungene Geburtenkontrolle oder die Bekämpfung freier Märkte an Ausbreitung und Wachstum zu hindern. Diese Denkrichtung spielte von Beginn an bei den Grünen, aber auch in einigen Kreisen der nationalen Rechten eine bedeutende Rolle.

Mehr als 500 000 Euro für Artenschutz

Viele Deutsche tun sich bis heute schwer, diese Geister zu unterscheiden. Auch die Krombacher Brauerei dürfte sich nichts Schlimmes dabei gedacht haben, als sie im Jahr 2002 mit einem ökologischen Engagement zum Schutz des Regenwaldes zu werben begann.

In weiterer Folge setzte sich die Brauerei bewusst und gezielt als Unternehmen in Szene, das ökologischen Anliegen in besonderer Weise verbunden sei. Zu den Organisationen, die von Krombacher mit hohen Spendensummen bedacht wurden, gehören der World Wildlife Fund (WWF), der Naturschutzbund Nabu und die Deutsche Umwelthilfe (DUH).

Letztgenannte wird künftig keine Spenden mehr von der Brauerei aus Kreuztal bekommen – die sich ihr ökologisches Engagement jährlich immerhin eine höhere sechsstellige Summe kosten lässt. Dies berichtet die „Westfalenpost“.

Im Jahr 2017 hatte Krombacher mitgeteilt, ihren Partnern insgesamt 514 750 Euro für Artenschutzprojekte zur Verfügung gestellt zu haben, deren Ziel der Schutz heimischer Tierarten sei. Die Mittel sollen beispielsweise dem Luchs, dem Fischotter, dem Schreiadler, der Eisente oder der Kegelrobbe zugutekommen, erklärte der Sprecher des Unternehmens, Franz-Josef Weihrauch, der „Westfalenpost“. Man kontrolliere auch die Verwendung der Fördergelder.

Die Zusammenarbeit mit der DUH lasse man jedoch auslaufen und bereits in diesem Jahr seien keine Spendengelder der Brauerei mehr an die selbsternannte Verbraucherschutzorganisation geflossen. Es sei auch „keine weitere Zusammenarbeit mit der DUH geplant“, so Weihrauch.

Verheerendes Signal für die Region

Auf die Frage, ob die intensive Prozesstätigkeit des Vereins mit dieser Entscheidung zu tun habe, der jüngst unter anderem Dieselfahrverbote auf Autobahnen gerichtlich durchgesetzt hat, antwortete der Sprecher ausweichend: „Aus einer politischen Bewertung hält sich das Unternehmen heraus“. Krombacher sei es bei der Zusammenarbeit „um wichtige Projekte, die wir glaubhaft durchführen“, gegangen.

Die jüngsten erfolgreichen Klagen der DUH vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, das den Weg frei gemacht hatte für Diesel-Fahrverbote in 18 Stadtteilen in Essen, auch auf Teilen der A40, haben jedoch gerade im Bundesland NRW, das ohnehin mit schwierigen Verkehrsverhältnissen zu kämpfen hat, viel Staub aufgewirbelt.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sprach unter anderem von einem „verheerenden Signal“ für die betroffenen Städte, die Dieselfahrer und die örtliche Wirtschaft. Vielfach war von einem Schlag gegen die „Lebensader des Ruhrgebiets“ die Rede. Befürchtet werden nun erhebliche Schäden für die Infrastruktur und für den Wirtschaftsstandort. Die überhöhten Stickoxid-Grenzwerte, auf deren Basis die DUH bald auch die Berliner Stadtautobahn A100 ins Visier nehmen will, sind aus Sicht von Wissenschaftlern und Experten völlig ungefährlich.

Echter Umweltschutz oder Ideologie?

Dass die DUH die Stickoxidwerte als Aufhänger nimmt, um willkürlich immer weitere Teile des Landes in den Stillstand zu klagen, fassen auch immer mehr dem Umweltschutz gegenüber durchaus aufgeschlossene Bürger als Missbrauch auf. Erste Politiker fordern, den Gemeinnützigkeits-Status der DUH auf den Prüfstand zu stellen.

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Durchaus möglich, dass vor diesem Hintergrund auch die Krombacher Brauerei zu dem Entschluss gekommen sein könnte, die Reißleine zu ziehen. Schließlich sind nicht nur Konsumenten der Produkte der Brauerei potenziell vom Krieg der DUH gegen den Diesel betroffen – viele von ihnen könnten auch auf Unternehmen, die den Verein mit hohen Geldsummen unterstützen, durchaus unentspannt reagieren.

Viele Deutsche werden Erscheinungen wie die DUH weiterhin nur gleichsam als das hässliche Gesicht der an sich guten Gedanken hinter dem Ökologismus wahrnehmen. Der eine oder andere wird sich möglicherweise aber auch künftig vermehrt die Frage stellen, ob das Gebaren der einen oder anderen ökologisch engagierten Vereinigung tatsächlich mit einem Umweltschutz zu tun hat, wie ihn auch der Common Sense gebietet, oder ob dieser nicht vor allem als Verkaufshilfe für Ideologie missbraucht wird.