Zahl der Todesfälle im November erneut deutlich über Mittelwert der Vorjahre

Die Übersterblichkeit ist etwas gesunken, die Erklärungen bleiben unvollständig. „An und mit“ Corona kann nur einen Teil der Sterbefälle erklären, dafür seien „Atemwegserkrankungen“ auf dem Vormarsch.
Eine einzelne Rose auf einem Friedhof. Erneut verzeichnet Deutschland eine deutliche Übersterblichkeit.
Eine einzelne Rose auf einem Friedhof. Erneut verzeichnet Deutschland eine deutliche Übersterblichkeit.Foto: iSTock
Von 20. Dezember 2022

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland hat im November deutlich über dem Mittelwert der Vorjahre gelegen. Im gesamten Monat starben knapp 90.000 Menschen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Zahl überstieg den Mittelwert der Jahre 2018 bis 2021 für diesen Monat damit um sieben Prozent beziehungsweise um fast 6.000 Sterbefälle.

Die gesamten Sterbefallzahlen lagen in der 47. Kalenderwoche um 1.896 Fälle oder zehn Prozent über dem mittleren Wert der vier Vorjahre. In der Kalenderwoche 49 (5. bis 11. Dezember) lag die Übersterblichkeit um zwölf Prozent über dem mittleren Wert der Vorjahre.

Der Elefant im Raum

„Ein Vergleich der gesamten Sterbefälle mit der Zahl der beim RKI gemeldeten COVID-19-Todesfälle nach Sterbedatum ist derzeit bis einschließlich der 47. Kalenderwoche 2022 (21. bis 27. November) möglich“, heißt es aus Wiesbaden weiter.

In Zahlen bedeutet das konkret: Von 5.945 überzähligen Todesfällen im November lassen sich 2.561 in den Wochen 44 bis 47 auf „an und mit“ COVID-19 zurückführen. Ungeachtet der leichten zeitlichen Verschiebung bleibt damit fast die Hälfte der Übersterblichkeit unerklärt.

Wöchentliche Sterbefallzahlen. Foto: Statistisches Bundesamt

Der Elefant im Raum wird tunlichst verschwiegen. Weder das Wort „Impfung“ noch „Nebenwirkung“ tauchen in der Pressemitteilung des Bundesamtes auf, auch nicht in den „Methodischen Hinweisen“, die den Umfang der eigentlichen Meldung weit übersteigen. Stattdessen führen die Statistiker aus:

Während die Zahl der COVID-19-Todesfälle im November abnahm, nahm die Aktivität von Atemwegserkrankungen im Allgemeinen zu. Laut dem aktuellen Influenza-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde im November ein Niveau erreicht, das über dem Höhepunkt schwerer Grippewellen der Vorjahre lag. Während schwerer Grippewellen wurden auch in der Vergangenheit erhöhte Sterbefallzahlen beobachtet.“

Im Oktober 2022 starben demnach „doppelt so viele Menschen an Covid-19 wie im November 2022, die Sterbefallzahlen lagen damals mit einem Plus von 19 Prozent deutlich über dem mittleren Wert der Vorjahre“. Epoch Times berichtete.

Europaweite Übersterblichkeit

Das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen ordnet Befunde zur Übersterblichkeit auf Basis einer eigenen Hochrechnung und eines eigenen Übersterblichkeitskonzepts europaweit vergleichend ein.

Während in der ersten Novemberhälfte nur für wenige Länder erhöhte Sterbefallzahlen ausgewiesen wurden, betraf dies in der zweiten Novemberhälfte immer mehr Länder. Für die betroffenen Länder wird eine niedrige bis moderate Übersterblichkeit ausgewiesen.

(Mit Material des Statistischen Bundesamtes)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion