„Zutritt nur für Nicht-Geimpfte“ – Bayerischer Trachtenladen will sich „schützen“

Von 16. Juni 2021 Aktualisiert: 17. Juni 2021 12:30
Privilegien für die „Geimpften“ sorgen in der Bevölkerung für Unmut. Die Eigentümer eines Trachtenladens wehren sich gegen die Politik der deutschen Regierung. Um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, greifen sie zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Ein gelber Aushang mit der Aufschrift „Bitte haben Sie Verständnis – Zutritt nur für Nicht-Geimpfte“ weist darauf hin, wen die Besitzer eines bayerischen Trachtenladens sich als Kundschaft wünschen. Das Geschäft ist in Hof, einer kreisfreien Stadt in Oberfranken, Nordost-Bayern, nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.

„Wir fühlen uns gegenüber Geimpften unwohl“, erklärte sich Ladeninhaber Norbert Schuler gegenüber dem Medienportal „inFranken“. Die Eheleute Schuler wollen sich mit ihrem Aushang nach eigener Aussage „schützen“ – und sie sind sich dabei völlig sicher: „Wir stehen zu unserer Meinung, egal was andere davon halten.“

Den Corona-Impfstoffen vertrauen die Hofer nicht. Alle anderen Impfstoffe seien immer getestet worden. Da sehen die Ladeninhaber kein Problem. Aber die Corona-Impfung ist ihrer Meinung nach nicht in ausreichendem Maß getestet, um ihr zu vertrauen.

Sie haben die Pandemie den eigenen Aussagen nach ohne Infektion überstanden, aber mit den Privilegien für Geimpfte gegenüber Nicht-Geimpften – hinsichtlich der durch die veröffentlichten Inzidenzzahlen geregelten Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren oder Quarantäneregeln – haben sie ein Problem: „Wir fühlen uns verhöhnt“, so das Ehepaar vom Trachtenladen in Hof.

Bei entsprechend hohen Inzidenzzahlen müssen sich 3G-Menschen – Geimpfte, Genesene und Getestete – bei Nutzung diverser Dienstleistungen oder beim Betreten bestimmter nicht systemrelevanter Geschäfte ausweisen, bzw. ihren „Gesundheitsstatus“ nachweisen.

Das Impf-Dashboard des Bundesgesundheitsministeriums verweist aktuell auf einen Impfstand von 48,7 Prozent der Bevölkerung für mindestens eine Impfung. Insgesamt wurden bisher 61,4 Millionen Impfdosen verteilt. Somit sind nach derzeitigem Stand 22,3 Millionen oder 26,8 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Angaben des Ministeriums vollständig geimpft.

 

 



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