Antifa behindert Katholikentags-Debatte mit AfD-Politiker: „Kein Frieden mit der AfD“ + Videos

Epoch Times12. May 2018 Aktualisiert: 12. Mai 2018 19:14
Linksextremisten stürmten auf dem 101. Katholikentag eine Diskussionsrunde, um zu verhindern das der kirchenpolitische Sprecher der AfD, MdB Volker Münz daran teilnimmt. Sie riefen "Kein Frieden mit der AfD" und "Hau ab".

Wortgefechte, laute Zwischenrufe und sogar eine Unterbrechung: Beim Katholikentag in Münster ist eine Podiumsdiskussion mit einem AfD-Politiker teilweise aus dem Ruder gelaufen.

Bereits bei der Vorstellung des AfD-Bundestagsabgeordneten und kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, Volker Münz durch einen Einspielfilm rannten Aktivisten in der Messehalle zur Bühne und hielten ein Plakat hoch mit der Aufschrift „Suche Frieden – nicht die AfD – für eine antifaschistische Kirche“.

Video: Linksextremisten stürmen Diskussionsrunde um zu verhindern das Volker Münz AFD daran teilnimmt

Der Moderator bat die Demonstranten, den Raum zu verlassen oder die Veranstaltung auf ihren Plätzen zu verfolgen. Erst wenig später konnte die Diskussionsrunde fortgesetzt werden.

Insgesamt herrschte bei der schon vorher umstrittenen Veranstaltung – der einzigen offiziellen mit einem AfD-Politiker beim 101. Katholikentag – eine äußerst angespannte Atmosphäre. Immer wieder wurden einige der sechs Politiker oder Moderator Thomas Arnold aus Dresden auf der Bühne von Zwischenrufen unterbrochen.

Die AfD vertritt das christliche Menschenbild

Vertreter von Union, SPD, Grünen, Linken und FDP arbeiteten sich bei der Diskussionsrunde zum Thema „Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft“ größtenteils an AfD-Positionen und Münz ab, der sowohl Ablehnung als auch Zustimmung aus dem Publikums erntete.

Münz betonte, sich nicht alle Aussagen der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke oder André Poggenburg zu eigen machen zu wollen. Er könne nicht „für alle Menschen in meiner Partei den Kopf hinhalten“, sagte der AfD-Abgeordnete auf eine entsprechende Frage.

Messen Sie mich an meinen Aussagen, messen Sie meine Partei an den Aussagen im Grundsatzprogramm, im Parteiprogramm.“

Die AfD vertrete das christliche Menschenbild. Mit Blick auf die Flüchtlingsthematik sagte Münz: „Wenn es darum geht, Menschen zu helfen, dann müssen wir verantwortungsethisch handeln und nicht gesinnungsethisch.“

Video: Volker Münz im Bundestag zum Thema Religionsfreiheit

Linke: „Gesellschaftliche Rechtsentwicklung“ in Deutschland

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz beklagte eine „gesellschaftliche Rechtsentwicklung“ in Deutschland, die auch mit der AfD zu tun habe. Die AfD dulde Rechtsausleger wie Höcke und Poggenburg in ihren Reihen, dazu müsse sich auch Münz klar bekennen.

„Es ist absolut absurd, sich als der Wolf im Schafspelz hier hinzustellen, als wenn Sie mit all dem nichts zu tun hätten“, sagte Buchholz. Durch die AfD drohten „dunkelste Zeiten“, die Partei habe allenfalls eine „bürgerliche Fassade“, rücke aber „Schritt für Schritt weiter nach rechts“.

AfD-Politiker: Mitverantwortung von Union, SPD, Grüne, Linke und FDP

Münz warf den anderen Parteien mit Blick auf die Flüchtlingsdebatte vor, „für Anschläge, Messerstechereien und Vergewaltigungen“ mitverantwortlich zu sein. Er begründete das damit, dass Union, SPD, Grüne, Linke und FDP allesamt „in irgendeiner Form“ in Regierungsverantwortung in den Bundesländern und im Bund seien. „Sie laden Schuld auf sich, Sie haben Schuld auf sich geladen“, sagte Münz.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte entgegnete, es sei „unchristlich“, alle pauschal abzuwerten. Die SPD-Politikerin Kerstin Griese warf der AfD vor, Probleme immer nur zu beschreiben, zu schüren oder zu verschärfen, anstatt über Lösungen zu reden.

Um die Mittagzeit hatten Hunderte Menschen in Münster gegen die Teilnahme der AfD am Katholikentag protestiert. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hatte den Schritt dagegen im Vorfeld verteidigt. Eine Ausladung „böte der Partei nur die Chance, sich als Märtyrer zu inszenieren“. (dpa)

Video: Antifa-Protest vor der Podiumsdiskussion

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