Der Eiffelturm in Paris.Foto: XinHua/dpa

Reisewarnung für Paris und Côte d’Azur – Ausdehnung auf ganz Frankreich nicht ausgeschlossen

Epoch Times25. August 2020 Aktualisiert: 25. August 2020 10:08
Urlaub an der Côte d‘Azur, ein Städtetrip nach Paris: Das war in den vergangenen Wochen trotz Corona kein Problem. Die Lage hat sich aber nun für deutsche Urlauber geändert. Für Rückkehrer gelten nun: Test und Quarantäne.

Corona-Testpflicht für viele Urlauber aus Frankreich: Die Bundesregierung hat am Montagabend (24. August) wegen der Ansteckungsgefahren eine Reisewarnung für den Großraum Paris sowie weite Teile der französischen Mittelmeerküste ausgesprochen.

Die Regionen Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d‘Azur werden seitdem auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt. Solch eine Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Eine Reisewarnung geht weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Verbraucher können nun Pauschalreisen kostenlos stornieren.

Testpflicht für Rückkehrer wird abgeschafft

Allerdings soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft und durch eine neue Regelung ersetzt werden. Entsprechende Vorschläge legten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag nach einer Schaltkonferenz vor.

Im Großraum Paris und in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, in der auch die Hafenstadt Marseille liegt, hatte sich die Lage in der vergangen Wochen bereits verschärft. Die französische Regierung hatte Paris und das Département Bouches-du-Rhône am Mittelmeer als Zonen eingestuft, in denen das Virus aktiv zirkuliert. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können – theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

In Paris zum Beispiel wurde die Maskenpflicht infolge der Einstufung massiv ausgeweitet – sie gilt nun auch unter freiem Himmel fast in der ganzen Stadt. In Paris ist die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner seit Anfang August wieder weit über 50 gestiegen. Blickt man aber zum Beispiel auf die Auslastung der Intensivbetten, ist die Stadt bisher im grünen Bereich.

Regierung schließt Reisewarnung für ganz Frankreich nicht aus

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), kann eine Reisewarnung für ganz Frankreich nicht ausschließen. „Wir haben ein atmendes System“, sagte der CDU-Politiker im RTL/n-tv-„Frühstart“. Es gebe klare Kriterien.

Wenn fünfzig Neuinfektionen pro hunderttausend Einwohner in sieben Tagen zu erkennen sind, dann muss man reagieren.“

Würden die Zahlen unterschritten werden, könne auch wieder „aufgemacht“ werden. „Es ist uns auch wichtig, dass das Reisen wieder möglich ist.“ Bareiß verteidigte die Reisewarnungen für Paris und die Côte d`Azur: „Das System funktioniert. Wir haben ganz klar gesagt, dass wir nicht mehr Länder schließen wollen, sondern nur noch Regionen beobachten wollen.“

Wenn regional etwas passiere, wolle man schnell reagieren, sagte der Tourismusbeauftragte. Mit Blick auf eine mögliche Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca zeigte sich Bareiß optimistisch: „Die Zahlen gehen wieder zurück. Das heißt, wenn wir in den nächsten Tag vielleicht auch vom RKI das grüne Licht bekommen, damit dann das Reisen auf Mallorca auch wieder möglich ist.“ (dpa/dts)



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