Die Gesellschaft braucht mehr Männlichkeit

Von 11. November 2019 Aktualisiert: 11. November 2019 16:48
Das Christentum, der Grundstein der westlichen Kultur, war einst eine sehr männliche Religion. Doch was ist heute daraus geworden? Ein Gastkommentar von Trevor Loudon.

Erst kürzlich hörte ich eine Liebesgeschichte, die mich zu Tränen rührte. Es war keine Shakespeare-Tragödie mit einem Liebespaar. Es war überhaupt nicht romantisch. Es war keine Geschichte über die Selbstaufgabe einer Mutter für ihre Kinder – ganz im Gegenteil.

Es war eine einfache Geschichte über männliche Liebe – etwas, das so selten gelobt und so oft abgewertet wird, dass die westliche Kultur für den Mangel an ihr, zugrunde zu gehen erscheint.

Ein hoch angesehener U.S. Millitärführer, ein Veteran einer der härtesten Militäreinheiten dieses Landes [der Autor wohnt in den USA], erzählte mir seine Geschichte.

Vor vielen Jahren war der Sohn meines Freundes 16 Jahre alt. Er rauchte jeden Tag Marihuana und egal, was seine Eltern ihm auch sagten oder wie sehr sie ihn auch anflehten und versuchten, mit ihm zu reden, er wollte einfach nicht aufhören. Die Drogensucht des Sohnes wurde zu einem ernsthaften Familienproblem.

Die Mutter des Jungen bot ihm bedingungslose Liebe an. Sie würde für ihn da sein, egal wie er sich auch verhielt. Als der Vater dem Jungen drohte, ihn aus dem Haus zu werfen, würde seine verzweifelte Mutter für seinen Fall unter Tränen plädieren. Die Liebe der Mutter zu ihrem Sohn war überwältigend und unbestreitbar – und völlig unwirksam.

Schließlich traf der Vater, ein Mann, der einige der härtesten Truppen der Welt in den Kampf geführt hatte, eine der mutigsten Entscheidungen in seinem Leben. Er schnappte sich seinen Sohn und packte ihn auf den Rücksitz des Familienautos. Er fuhr ihn zum örtlichen Einkaufszentrum und ließ ihn raus. Dann sagte er zu ihm: „Das ist dein neues Zuhause. … Du bleibst hier, bis du lernst, diese Familie mehr zu lieben als Marihuana.“

Der Vater fuhr weg, hielt seine Tränen zurück und betete den ganzen Weg nach Hause.

Fünf lange, tränenreiche und ängstliche Tage vergingen, bevor der Junge vor der Haustür der Familie erschien und sagte: „Ich werde das Zeug nie wieder rauchen. Kann ich bitte nach Hause kommen?“

Der Junge wurde freudig zurück in der Familie willkommen geheißen – und hielt sein Wort.

Eine der großen Lügen der modernen westlichen Gesellschaft ist es, dass Männlichkeit gefährlich, destruktiv, ja sogar giftig sei. Männlichkeit ist hart und unnachgiebig. Sie ist kriegerisch, aggressiv und intolerant. Sie muss unterdrückt werden.

Wir brauchen mehr Liebe – das ist im Wesentlichen eine weibliche Tugend. Weibliche Liebe (die einzige „echte“ Liebe, wie uns weisgemacht wird) ist gütig und vergebend, annehmend und tolerant, einladend und bedingungslos.

Die Wahrheit, die praktisch jeder Zivilisation in der Weltgeschichte bekannt ist, aber in unserer eigenen weitgehend vergessen wurde, ist jedoch, dass es zwei Seiten der Liebe gibt: die männliche und die weibliche. Beide sind für eine gesunde Familie, Kirche oder Gesellschaft unerlässlich. Und im richtigen Gleichgewicht führen sie zu Ergebnissen, die weit über die Summe ihrer Teile hinausgehen.

Das Bedürfnis nach männlicher Liebe

Keine Familie kann ohne weibliche Liebe aufblühen und erfolgreich sein. Wie traurig muss es für einige sein, ohne Erinnerungen an die bedingungslose Liebe einer Mutter aufzuwachsen: Ihr abgeschürftes Knie verbunden zu bekommen, eine warme Mahlzeit an einem kalten Regentag und mit Mutter Kuscheln auf ihrem Schoß, während sie dir eine Geschichte erzählt. Oder ihr Strahlen und ihren Stolz zu sehen, wenn du die High School abschließt, oder zu beobachten, wie die Tränen ihr Gesicht herunterrollen, wenn du in eine Kampfzone hinausfährst.

Aber was ist mit der Liebe des Vaters? Kann jede Familie ihr wahres Potenzial ohne männliche Liebe erreichen? Das ist die Liebe, die Respekt fordert, die Bedingungen stellt. Das ist der Vater, der dir in den Hintern tritt, wenn du deine Mutter nicht respektierst. Der Vater, der dich dazu bringt, dein Zimmer aufzuräumen, oder der dich wegen eines schlechten Zeugnisses anschreit.

Das ist auch der Vater, der seinen Sohn lehren wird, für sich selbst einzustehen, und von ihm erwartet, nach Zielen zu streben. Er wird verlangen, dass der Junge seinen Älteren gegenüber Respekt zeigt und bereit ist, seine jüngeren Geschwister und die Schwächeren zu schützen.

Das ist der Vater, der für seine Tochter ein Fels in der Brandung sein wird und sie vor jeder Bedrohung und Gefahr schützen wird, besonders vor Jungen, die früher so waren wie er. Er wird sie dazu ermutigen, die beste Version von ihr selbst, in jedem Aspekt ihres Lebens zu sein. Er wird ihr beibringen, sich selbst zu respektieren und nach einem Mann zu suchen, der mindestens so gut ist wie ihr Vater.

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Wie viele Millionen junger westlicher Männer – die meisten anderen Kulturen sind noch nicht so verrückt geworden wie wir – verrotten in Gefängnissen, arbeiten in endlosen Sackgassenjobs, leben von Sozialhilfe und rauchen Dope den ganzen Tag oder leben mit 35 im Keller ihrer Mutter, weil sie nie einen Vater hatten, der sie zum Angeln mitnahm oder ihnen bei Bedarf in den Hintern trat?

Wie viele Millionen junger Frauen ziehen von einer hoffnungslosen Beziehung zur anderen, weil ihnen die Selbstachtung fehlt, sodass sie sich an jeden Mann klammern, der sie haben will? Wie viele von ihnen kämpfen darum, wirklich sinnvolle Beziehungen zu entwickeln, weil sie keinen Maßstab haben, um einen guten Mann zu erkennen, auch wenn sie zufällig über einen stolpern? Wie viele Millionen ihrer Kinder sind dazu verdammt, den gleichen Zyklus zu wiederholen?

Männliche Liebe ist nicht nur wünschenswert, sie ist auch unerlässlich für unser Überleben. Ein Mangel an den männlichen Qualitäten wie Führung, Entschlossenheit, Disziplin und Mut zerstören die westliche Familie, Kirche und Kultur.

Männliches Christentum

Das Christentum, der Grundstein der westlichen Kultur, war einst eine sehr männliche Religion. Jesus kam mit einem Schwert, nicht mit einem Gedicht. Er stürzte die Tische der Geldwechsler im Tempel und versuchte nicht, eine friedliche Lösung zu vermitteln.

Er sagte: „Geh nun und sündige nicht mehr“ und nicht „Keine Sorge, tu was du willst, ich werde das schon mit Papa klären.“

Das moderne westliche Christentum ertrinkt in weiblicher Liebe. Selten wird man hören, wie ein amerikanischer oder europäischer Priester oder Pastor mit seiner Gemeinschaft jemals hart ins Gericht geht. Sie werden in den meisten westlichen Kirchen nur sehr wenig darüber hören, wie man auf Sünde verzichtet oder das Böse verurteilt.

Die moderne westliche Kirchenerfahrung wird wahrscheinlich keinen militärischen Veteranenpriester oder Pastor beinhalten, der eine Predigt halten kann, die Ihr Blut gefrieren lässt und Ihre Seele reinigt. Sie werden wahrscheinlich keine Lobeshymnen wie „Vorwärts, Christi Streiter“ singen.

Eine Karikatur des heutigen Klerus wäre ein Latte-trinkender Pastor mit Drei-Tage-Bart, der enge Jeans trägt und sanfte „christliche“ Rockmusik spielt, während er (oder sie) Ihnen sagt, dass Jesus Sie liebt, egal was Sie tun, und solange Sie Bares in den Geldbeutel werfen, Sie mit Gott im Reinen sind.

Das westliche Christentum hat die männliche Liebe so gut wie aufgegeben und unsere Kirchen, Familien und Kultur sterben deswegen.

Die Tatsache, dass viele Menschen von dem, was ich gerade geschrieben habe, erzürnt sein werden, beweist nur meinen Standpunkt. Wir haben uns im Westen so sehr verirrt, dass es ausreicht, offensichtliche Wahrheiten über die Tugenden der Männlichkeit und ihre Rolle in Familie, Kirche und gesellschaftlicher Führung zu nennen, um gefeuert, verbannt, ermordert oder von Facebook entfernt zu werden.

Um unsere Kultur wiederzuerlangen, müssen wir unseren Respekt vor der Männlichkeit und den männlichen Tugenden wiederherstellen. Wir müssen erkennen, dass es männliche Liebe ist, die junge Männer dazu bringt, sich Tyrannen zu widersetzen, gerechte Kriege zu führen, den Weltraum zu erforschen, Geschäfte zu gründen, Gemeinden zu gründen und starke Familien aufzubauen.

Das Leben ohne weibliche Liebe ist steril, unterdrückend, hart und kalt. Das kommunistische China, das die Weiblichkeit so sehr missachtet, dass es im Rahmen der „Ein-Kind-Politik“ Dutzende von Millionen von Babymädchen abgetrieben hat, ist ein Beispiel dafür. Das Leben ohne männliche Liebe ist, um Hobbes zu zitieren, „arm, schrecklich, brutal und kurz“. Gehen Sie in ein beliebiges innerstädtisches Wohlfahrts-slum, in dem kinderlose Familien die Regel sind, um sich davon zu überzeugen.

Jede Familie, Gemeinde oder Gesellschaft, die sowohl die weibliche als auch die männliche Liebe richtig ehren und ausgleichen kann, wird wachsen und gedeihen. Wir brauchen beide Aspekte der Liebe, um uns ganz, heil und heilig zu machen.

Trevor Loudon ist Autor, Filmemacher und öffentlicher Redner aus Neuseeland. Seit mehr als 30 Jahren erforscht er radikale linke, marxistische und terroristische Bewegungen und deren verdeckten Einfluss auf die Mainstream-Politik.

Der Originalartikel erschien in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von rm)
Originalfassung: In Praise of Masculine Love

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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Eine stabile Gesellschaft beruht auf stabilen Familien – denn Eltern vermitteln ihren Kindern traditionelle Tugenden wie Dankbarkeit, Geduld, Ausdauer und vieles mehr. Wer die Familien zerstört, zerstört die Gesellschaft. Die hübschen Begriffe „Freiheit“, „Befreiung“ und „Liebe“ fördern jedoch untergründig die völlige Aufgabe der persönlichen moralischen Verantwortung. In den 60er Jahren hieß es „Make love, not war.“

Ein von der amerikanischen „Heritage Foundation” veröffentlichter Bericht zeigt anhand detaillierter statistischer Daten, dass die von Feministinnen so stark befürwortete Wohlfahrtspolitik in der Realität die Zahl der Ein-Mutter-Haushalten fördert. Das geht bis zur Bestrafung von Paaren, die heiraten, da sie weniger Sozialleistungen erhalten. Die Regierung hat den Vater durch die Sozialhilfe ersetzt.

Die Sozialpolitik hat Familien, die in Armut leben, nicht geholfen. Stattdessen hat sie einfach die ständig wachsende Zahl von Alleinerziehenden gefördert. Da die Kinder aus solchen Haushalten selbst armutsgefährdet sind, kommt es zu einem Teufelskreis der zunehmenden Abhängigkeit von staatlichen Beihilfen.

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