Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht bei einer verkleinerten Zeremonie im Präsidentenpalast Schloss Bellevue anlässlich des 65. Jahrestages der Bundeswehr während der Coronavirus-Pandemie am 12. November 2020 in Berlin.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Bundespräsident: Armee und Gesellschaft dürfen sich nie fremd werden

Epoch Times12. November 2020 Aktualisiert: 12. November 2020 18:52

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor einer Entfremdung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft gewarnt. „Armee und Gesellschaft dürfen sich in einer Demokratie niemals fremd werden“, sagte Steinmeier am Donnerstag bei einem feierlichen Gelöbnis von Soldaten am 65. Gründungstag der Bundeswehr. Es drohe in der Bevölkerung ein „freundliches Desinteresse, eine Gleichgültigkeit, die dem Vertrauen zwischen Bundeswehr und Gesellschaft nicht dient“.

Seit der Aussetzung der Wehrpflicht gebe es in unserer Gesellschaft „weniger Wissen über die Bundeswehr von heute“, sagte Steinmeier. Die Bundeswehr übernehme heute mehr Verantwortung als je zuvor, „ist aber im Bewusstsein, im Alltag der allermeisten Deutschen fast unsichtbar geworden“. Er mahnte, in dem Anspruch, dass sich Armee und Gesellschaft nicht fremd werden dürften, stecke „eine Verpflichtung für beide Seiten“.

Steinmeier lobt den Einsatz der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen

Steinmeier lobte den Einsatz der Bundeswehr, bei Auslandseinsätzen, aber aktuell auch in der Corona-Pandemie. „Wir können uns auf unsere Bundeswehr verlassen, sie leistet Außerordentliches, darauf können wir stolz sein“, sagte der Bundespräsident. Die Bundeswehr werde gebraucht, weil Deutschland Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen müsse.

Der Bundespräsident forderte zugleich die Soldaten zu entschiedenem Eintreten gegen Extremismus in der Truppe auf. „Seien Sie mutig auch gegen Feinde und Verächter der Demokratie, gegen Rechtsextreme in den eigenen Reihen“, sagte Steinmeier. „Wer die Demokratie hasst, der kann ihr nicht dienen.“ In Deutschland gebe es „Soldatenehre nur als freiheitliche, als demokratische Ehre“.

Das Gelöbnis im Park von Schloss Bellevue fand zum 65. Gründungstag der Bundeswehr statt. Die Bundeswehr war nur zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1955 gegründet worden. Am 12. November 1955 erhielten die ersten 101 freiwilligen Soldaten ihre Ernennungsurkunden. (afp)

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