UNO-Logo.Foto: Getty Images | AFP | Ludovic Marin

UNO wirft Philippinen systematische Tötungen im Anti-Drogen-Krieg vor

Epoch Times4. Juni 2020 Aktualisiert: 4. Juni 2020 20:05
Der vom philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte erklärte Anti-Drogen-Krieg hat nach UN-Angaben zu weitverbreiteten und systematischen Tötungen geführt.

Tausende Menschen seien von Polizisten und unbekannten Schützen getötet worden, seit die Polizei 2016 von höchster Regierungsebene dazu ermutigt worden sei, mit tödlicher Gewalt gegen mutmaßliche Drogenkriminelle vorzugehen, hieß es einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Menschenrechtsbüros. Die Täter aber blieben in der Regel straffrei.

Viele der Opfer standen demnach auf „Überwachungslisten“ der Polizei und wurden dann bei Kontrollbesuchen in ihren Wohnungen erschossen. In Polizeiberichten würde meist Notwehr geltend gemacht, doch Details der Berichte ließen daran zweifeln, schrieb das UN-Büro weiter. Als Beispiel berichtete es von zwei Handfeuerwaffen, die jeweils an fünf verschiedenen Tatorten wieder aufgetaucht waren.

Trotz der vielen glaubwürdigen Vorwürfe gegen die Polizei habe es bisher aber nur ein einziges Mal – 2017 nach der Tötung eines 17-Jährigen – ein Strafurteil gegeben, heißt es in dem UN-Bericht. Dies sei vor allem den Aufnahmen von Überwachungskameras und der öffentlichen Empörung zu verdanken gewesen.

Duterte war im Jahr 2016 mit dem Versprechen eines gnadenlosen Kampfs gegen die Rauschgiftkriminalität ins Amt gekommen. Die philippinische Polizei gibt an, bisher 5600 mutmaßliche Drogenkriminelle getötet zu haben.

Laut UN-Bericht weisen aber allein die Daten der Regierung auf über 8600 Tote hin. Schätzungen gehen demnach von einer dreimal so hohen Zahl aus. Das UN-Menschenrechtsbüro forderte deshalb eine „unabhängige, unparteiische und glaubwürdige Untersuchung“ zu den Vorwürfen der „schweren Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts“.

Es wird seinen Bericht noch in diesem Monat dem UN-Menschenrechtsrat vorlegen. Dieser hatte im vergangenen Jahr eine entsprechende Untersuchung der Vorwürfe angefordert. (afp)

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