Bildung in Hamburg, Kiel und Lübeck: Mehr Türkisch und Arabisch an Schulen

Epoch Times4. September 2019 Aktualisiert: 4. September 2019 12:37
Um den herkunftssprachlichen Unterricht in Hamburg und Schleswig-Holstein zu verbessern, werden verstärkt schulische Inhalte auf Türkisch, Arabisch und in anderen Sprachen angeboten. An der Kieler Uni soll ein entsprechender Studiengang eingerichtet werden.

Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien (CDU), fordert, mehr schulischen Unterricht in der Muttersprache von Kindern mit Migrationshintergrund anzubieten. In Kiel und Lübeck soll spätestens nach den Herbstferien Unterricht auf Türkisch an zwei Schulen in einem Pilotprojekt angeboten werden. „Auf dieser Grundlage werden wir das Angebot an herkunftssprachlichem Unterricht sukzessive ausbauen“, sagte Prien. Es könnte schwierig werden, genügend Lehrer zu finden.

„Aktuell gibt es an unseren allgemeinbildenden Schulen zum Beispiel keine einzige Lehrkraft mit der Fakultas Türkisch“, ergänzt die Ministerin. Daher soll ein Studiengang „Türkisch als Ergänzungsfach“ an der Uni Kiel angeboten werden, der auch Landeskunde, Literatur, Kultur und Geschichte beinhalten wird.

Hamburg ist schon weiter: Türkisch und Arabisch an Hamburgs Schulen

Ab dem Schuljahr 2018/2019 wurden in Hamburg bereits unter anderem 46 zusätzliche Türkisch-Kurse an 17 Schulen sowie zwölf Arabisch-Kurse an fünf Schulen neu eingerichtet. Ziel sei laut Angaben des Senats, den herkunftssprachlichen Unterricht zu verbessern. Neben Türkisch wird auch verstärkt Farsi/Dari (persisch) gesprochen, den Sprachen, die in Afghanistan, Iran und Zentralasien weit verbreitet sind. Auch Italienisch und Spanisch wurden als Sprachangebote ausgeweitet.

Die Schülerinnen und Schüler sollen bildungssprachliche Kenntnisse der Herkunftssprache in ihre deutsche Schullaufbahn einbringen können und ihre Herkunftssprache beispielsweise als zweite oder dritte Fremdsprache belegen können.“

Dies erleichtere auch das Erlernen weiterer Fremdsprachen. Aus einer Anfrage von Kazim Abaci (SPD) an den Hamburger Senat geht hervor, dass es aktuell für insgesamt zwölf Herkunftssprachen insgesamt 378 Kurse an 84 Standorten gibt.

„Es ist richtig, dass neben dem Zuwachs beim Unterricht auf Türkisch, also bei der größten Sprachgruppe, auch das Angebot auf Arabisch erweitert wurde, nachdem diese Sprachgruppe seit 2015 stark angewachsen ist“, so Kazim Abaci. Er verweist auf den Bevölkerungszuwachs seit 2015. Die „Mopo“ schreibt: „Seinen Angaben nach spricht jeder zweite Schüler in Hamburg zu Hause neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache.“

In Hamburg wird herkunftssprachlicher Unterricht als freiwilliger zusätzlicher Unterricht, als bilinguales Unterrichtsangebot oder als zweite bzw. dritte Fremdsprache angeboten. (ks)

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