Chronischer Geldmangel in der Schule – Lehrer nutzen für Unterricht oft eigene Geräte

Epoch Times3. Juni 2020 Aktualisiert: 3. Juni 2020 13:36
90 Prozent der Lehrer benutzen ihren eigenen Laptop für die Arbeit. Das ergab eine Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Lehrer greifen laut einer Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den Unterricht oder die Kommunikation mit Eltern und Schülern häufig auf eigene Computer oder Tablets zurück.

Insgesamt nutzen 90 Prozent der befragten GEW-Mitglieder private Geräte für dienstliche Zwecke, wie die am Mittwoch vorgestellte Befragung ergab. Auch für Präsentationen in der Schule bedienen sich 61 Prozent der Lehrer ihrer eigenen Rechner. Die GEW forderte deshalb deutlich mehr Geld für die digitale Ausstattung von Schulen.

„Digitalisierung darf keine Privatsache sein“, kritisierte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann. Das sei bisher jedoch oft der Fall. Die Umfrage zeige aber auch, dass es für die meisten Lehrer schon vor der Corona-Krise ganz normal gewesen sei, digitale Medien im Unterricht einzusetzen. Dies gaben in der Befragung 93 Prozent der GEW-Mitglieder an.

Digitalpakt Schule stellt fünfeinhalb Milliarden Euro bereit

Die Gewerkschaft befragte Anfang des Jahres fast 18.000 Mitglieder zur Digitalisierung an Schulen, knapp ein Fünftel beteiligte sich an der Onlineumfrage. Hintergrund war der Digitalpakt Schule, über den fünfeinhalb Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden.

Die GEW forderte nun, Lehrer auch stärker mit Dienstgeräten auszustatten. „Wir brauchen dringend eine öffentliche Finanzierung von Endgeräten“, erklärte GEW-Vorstandsmitglied Ansgar Klinger.

Es sei eine wichtige öffentliche Aufgabe, Bildungsinfrastruktur vorzuhalten. Klinger forderte, dass die Mittel aus dem Digitalpakt insgesamt auf rund 20 Milliarden Euro erhöht werden müssten.

Auch beim Datenschutz sieht die Gewerkschaft Nachholbedarf. Nur knapp die Hälfte der Befragten hält diesen demnach für ausreichend geklärt, fast zwei Drittel bewerten die Unterstützung des Arbeitgebers in diesem Bereich als eher unzureichend.

„Das ist ein brisanter Befund, wenn man bedenkt, wie häufig private Endgeräte genutzt werden müssen und wie rasant der Einsatz digitaler Tools, etwa für Videokonferenzen, während der Corona-Krise steigt“, erklärte Klinger. (afp)

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