Gauland: „Besorgte Bürger werden als etwas Rechtsradikales dargestellt – das kann nicht sein“

Epoch Times31. August 2018 Aktualisiert: 31. August 2018 21:05
Alexander Gauland hat die Proteste Chemnitzer Bürger nach dem Totschlagsfall in der Stadt verteidigt. Zudem hat sich der AfD-Vorsitzende von Rechtsextremismus abgegrenzt.

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat die Proteste Chemnitzer Bürger nach dem Totschlagsfall in der Stadt verteidigt und sie von Rechtsextremismus abgegrenzt.

„Ausrasten ist nach einer solchen Tat legitim. Was natürlich nicht legitim ist, (…) dass Menschen gejagt werden, und es ist natürlich nicht legitim, dass der Hitlergruß gezeigt wird“, sagte er am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Dies sei „nicht akzeptabel“. „Das Problem bei solchen Veranstaltungen ist natürlich, dass sich Hooligans, Rechtsradikale draufsetzen (…), die das instrumentalisieren wollen“, erklärte er weiter. Das habe auch keiner aus der AfD verteidigt. „Aber das delegitimiert nicht die Wut und den Protest der Chemnitzer gegenüber dieser Tat.“

Eine Deeskalation der Lage befand Gauland für nicht einfach. „Das ist sehr schwierig. Man muss auf die Menschen zugehen, man muss mit den Menschen reden, die sich Sorgen machen, die diese Flüchtlingspolitik für falsch halten, weil sie die Folgen jetzt spüren“, sagte er. „Besorgte Bürger werden jetzt allmählich schon als etwas Rechtsradikales dargestellt, das kann nicht sein.“

Dass drei AfD-Landesverbände für Samstag einen Schweigemarsch angemeldet haben, findet der Parteichef gut. „Das halte ich für die richtige Antwort. Das hat nichts mit Provokation zu tun.“

Gauland, der in Chemnitz geboren wurde, sieht in den Ereignissen der vergangenen Tage vor allem ein Versagen der Polizei. „Ich sehe überhaupt keine Gefährdung der Demokratie“, sagte er. „Die Demokratie ist stark genug, der Rechtsstaat ist stark genug – er muss nur handeln.“ Die Polizeiführung habe versagt, weil in den ersten beiden Tagen nach der Tat falsch eingeschätzt worden sei, wie viel Demonstranten und wie viele Rechtsradikale kommen würden. (dpa)

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