Eine Frau mit Mundschutz und Handschuhen nutzt den öffentlichen Nahverkehr.Foto: iStock

Hygiene-Experte: „Die Maske ist das Entscheidende“ – nicht der Abstand

Von 22. April 2020 Aktualisiert: 22. April 2020 15:01
Seit Monaten richtet Hygiene-Experte Professor Klaus-Dieter Zastrow seinen Appell an die Öffentlichkeit: Händedesinfektion und Mund-Nasen-Schutz. Zunächst erfolglos. Elf Wochen später setzt sich in den Bundesländern nach und nach eine Maskenpflicht durch. Dabei hat sich an den wissenschaftlichen Erkenntnissen nichts geändert.

Schulschließung, Kontaktverbot, Abstandhalten. Die Einschränkungen für die Bevölkerung sind groß, die Folgen noch nicht vollständig absehbar. Ob all diese Maßnahmen überhaupt notwendig waren, stellt der Berliner Hygiene-Professor Klaus-Dieter Zastrow in Frage.

Seit Ende Januar plädiert er gebetsmühlenartig für die Händedesinfektion und den Mund-Nasen-Schutz, also schon seit Beginn der Corona-Krise. Damals stand der Fachmann mit seinem Wissen allein in der Öffentlichkeit und widersprach damit sämtlichen „Experten“, beispielsweise denen des Robert-Koch-Institutes (RKI). Diese empfahlen nicht nur ausdrücklich Händewaschen statt Desinfektion, sondern rieten der Bevölkerung sogar dringend davon ab, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Auszug aus der Pressekonferenz vom 28. Februar (ab Minute 1:43 zum Thema):

Maskenpflicht setzt sich durch

Inzwischen hat sich die Situation geändert – obwohl es, im Gegensatz zu den Aussagen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gab.

Elf Wochen nach dem ersten Aufruf zum Mund-Nasen-Schutz setzt sich die Maskenpflicht nach und nach in den Ländern durch. In Jena gilt die Maskenpflicht bereits seit 11. April. Seitdem gibt es aus Jena laut Zastrow keine positiven Corona-Tests mehr.

Nun soll die Maskenpflicht auch in anderen Bundesländern, zumindest im öffentlichen Nahverkehr und in Taxen gelten. „Und das ist gut so“, bestätigt Zastrow gegenüber Epoch Times.

Denn der Mund-Nasen-Schutz, auch wenn er selbst genäht ist, fängt die Tröpfcheninfektion ab, durch die sich das Virus verbreitet. Mindestens dreilagig sollte er sein und richtig getragen werden. Dabei ist der Mund-Nasen-Schutz – anders als vom RKI behauptet – keine Einbahnstraße.

Nicht nur die Umgebung schützt man vor einer eigenen, eventuell noch nicht erkannten Infektion, sondern auch sich selbst. Davon ist der Facharzt überzeugt und deshalb ist der Mund-Nasen-Schutz auch im Paragraf 23 Infektionsschutzgesetz als Personalschutz festgeschrieben.

Mundschutz und Desinfektion bei Oberflächenkontakt

Gleichzeitig gilt es einiges zu beachten. Auch eine Virusübertragung über Oberflächen, wie beispielsweise die Haltestange in der S-Bahn, ist nicht ausgeschlossen. Insoweit empfiehlt der Fachmann, eine kleine Flasche Desinfektionsmittel mitzuführen. Damit können die Hände nach der Fahrt desinfiziert werden. Alternativ kann man auch auf Latex-Haushaltshandschuhe zurückgreifen. Wichtig ist, dass man den Kontakt von Hand und Augen vermeiden sollte, also sich nicht die Augen reibt. Denn auch auf diese Art lässt sich das Virus verbreiten.

Die Abstandregeln können in den öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch nur schlecht eingehalten werden. Das ist aus Sicht des Experten kein Problem. „Wenn Sie eine Gesichtsmaske tragen, ihre Hände mit Handschuhen schützen oder nach der Fahrt desinfizieren, kann überhaupt nichts passieren.“ Auf diese Weise sei eine Übertragung des Virus „praktisch ausgeschlossen“.

Wenn nun andere Experten wiederum behaupten, dass der Abstand das Wichtigste sei, warnt Zastrow vor Desinformation: „Nein, das Wichtigste ist nicht der Abstand, sondern die Maske und die Händedesinfektion.“ Denn in der Gesichtsmaske werden die Tröpfchen definitiv festgehalten und kommen auch nicht mehr heraus.

 

 

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