Newsticker Münster: Lebensbeichte und Suizid-Ankündigung gefunden – Statement der Staatsanwaltschaft Münster

Epoch Times8. April 2018 Aktualisiert: 8. April 2018 21:24
Bei dem Täter von Münster handelt es sich offenbar um den 48 Jahre alten Jens R. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Es wurden vier Wohnungen durchsucht, zum derzeitigen Stand gibt es keine Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund.

Nach der Amokfahrt in Münster ist das Motiv des Täters weiter unklar. „Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt“, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Am Samstagnachmittag war ein 48-jähriger Deutscher mit einem Campingbus in der Altstadt von Münster in eine Menschenmenge gerast. Anschließend erschoss er sich selbst. Bei der Attacke wurden nach Polizeiangaben mehr als 20 Menschen verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 51-jährige Frau und einen 65-jährigen Mann.

19:26 Uhr:  Waffen, Feuerwerkskörper, etc. in Tatfahrzeug und Wohnung gefunden

Das Tatfahrzeug wurde untersucht, nachdem mehrere verdächtige Drähte entdeckt worden waren. Experten gaben später Entwarnung. Bei der Durchsuchung des Campingbusses wurden neben der Tatwaffe eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend Feuerwerkskörper gefunden.

In einer Wohnung des Täters entdeckten die Ermittler weitere Knallkörper und eine unbrauchbar gemachte Kalaschnikow. Zudem wurden in Münster mehrere Gasflaschen sowie Kanister mit Bioethanol und Benzin gefunden. Wozu R. die Stoffe in seiner Wohnung aufbewahrte, werde untersucht, erklärten die Ermittler.

18:20 Uhr: Lebensbeichte und Suizid-Ankündigung des Täters entdeckt

Der 48 Jahre alte Jens R. verschickte bereits am 29. März nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR eine Art Lebensbeichte und auch einen fünfseitigen Brief per E-Mail an Bekannte verschickt.

In dem umfangreichen Opus geht es vor allem darum, was in seinem Leben alles schiefgelaufen ist und dass viele andere Menschen daran schuld seien. Jens R. stammt aus dem Hochsauerlandkreis.

Er galt als vermögend, worauf auch seine vier Wohnungen hindeuten. Alle vier – zwei in Münster, zwei in Sachsen – wurden durchsucht. Nirgends fand sich ein Hinweis auf ein politisches oder religiöses Motiv.

In einer Wohnung in Pirna entdeckte die Polizei ein 18-seitiges Schreiben, das in Ermittlerkreisen im Nachhinein als klassische Ankündigung eines Suizids gelesen wird. So berichtet R. darin von gravierenden Problemen mit seinen Eltern, von Schuldkomplexen, nervlicher Zerrüttung und regelmäßigen Zusammenbrüchen.

Auch von „Aggressionsausbrüchen“ und Verhaltensstörungen ist die Rede. Eine besondere Rolle spielt in dem Schreiben eine womöglich verpfuschte Operation.

Laut Staatsanwaltschaft liefen gegen den Mann 2015 und 2016 mehrere Verfahren unter anderem wegen Bedrohung und Sachbeschädigung, die alle eingestellt wurden. Es habe aber „keine Anhaltspunkte auf eine stärkere kriminelle Intensität“ gegeben.

Dem Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt war er schon länger bekannt. Nach Informationen von SZ, WDR und NDR war R. bereits bei Polizeieinsätzen als nervenkrank aufgefallen.

16:00 Uhr: Armin Laschet besucht das Universtitätsklinikum und dankt für ihren Einsatz

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat Opfer der Amokfahrt von Münster im Krankenhaus getroffen.

Laschet sei nach seinem Besuch am Tatort in das Universitätsklinikum gefahren, sagte ein Regierungssprecher. Details zu der Begegnung sollten nicht veröffentlich werden. Laschet habe dem Ärzte- und Pflegerteam für den Einsatz gedankt.

14:30 Uhr: Statement der Staatsanwaltschaft Münster und der Polizei Münster zur Amokfahrt am 08.04.2018

Der Täter war polizeibekannt, es liefen drei Verfahren aus den Jahren 2015 und 2016 gegen diesen. Es wurden vier Wohnungen durchsucht, zum derzeitigen Stand gibt es keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund.

12:21 Uhr: Deutschlands Innenminister und seine Begleiter unterwegs in Münster

Nach der Amokfahrt in Münster am Samstag hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Tatort besucht. „Dieses feige und brutale Verbrechen hat uns alle sehr betroffen gemacht“, sagte Seehofer am Sonntagmittag in Münster. Mit seinem Besuch am Unglücksort wolle er die Solidarität und Anteilnahme der gesamten Bundesregierung zum Ausdruck bringen.

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Seehofer dankte den deutschen Medien, die sich sehr gut verhalten hätten. Der Vorfall zeige einmal mehr, dass „absolute Sicherheit“ nicht möglich sei, so der Innenminister. „Auch wenn es im Moment starke Hinweise dafür gibt, dass es sich um einen Einzeltäter handelt“, müsse das Umfeld des Täters weiter aufgeklärt werden. Es werde in alle Richtungen ermittelt, fügte er hinzu. Laschet äußerte sich ebenfalls betroffen.

„Das war gestern ein schrecklicher, ein trauriger Tag“, sagte er. Man gedenke der Opfer, aber auch denjenigen, die noch im Krankenhaus um ihr Leben ringen würden. Laschet dankte den Einsatzkräften und Helfern, die sehr besonnen reagiert hätten.

Die Polizei ging Hinweise auf andere Täter nach und hörte parallel dutzende Telefone radikaler Islamisten ab, live. Sie wollten wissen, ob die Szene feierte.
Gleichzeitig lief eine Großfahndung nach einem roten Peugot, der sich schnell mit einer zersplitterten Windschutzscheibe vom Tatort entfernt habe (nach Zeugenaussagen). Der Peugot wurde auf der Autobahn angehalten und kontrolliert, die Insassen erwiesen sich als harmlos.
Nach bisherigen Kenntnissen geht die Polizei von einem Einzeltäter und keinem politischen Motiv aus.

10:58 Uhr: Noch einige Menschen schweben in Lebensgefahr

Einige der mehr als 20 verletzten Opfer schweben weiterhin in Lebensgefahr. Ihr Zustand hat sich über Nacht nicht verändert.

Bundesinnenminister Horst Seehofer und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wollen am Mittag über den Stand der Ermittlungen informieren.

10:37 Uhr: Doppelmoral „Deutsche Täter sind psychisch gestört – muslimische ‚islamistische‘ Terroristen?“

Nach der tödlichen Amokfahrt eines 48-jährigen Deutschen in Münster hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland „Doppelstandards“ bei der Einordnung solcher Gewalttaten kritisiert.

„Deutsche Täter sind psychisch gestört – muslimische ‚islamistische‘ Terroristen?“, fragte Zentralratschef Aiman Mazyek am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

„Mit diesem unsäglichen Doppelstandarddiskurs brauchen wir uns nicht wundern, warum Islamphobie stets weiter steigt.“ Damit werde „das Geschäft der Extremisten und Terroristen“ betrieben.

10:17 Uhr: Abperrungen weitgehend aufgehoben

Nach der Amokfahrt von Münster hat die Polizei die Absperrungen in der Altstadt am Sonntag weitgehend aufgehoben. Lediglich der unmittelbare Tatort an der Kiepenkerl-Statue unweit des Doms war durch Gitter zunächst weiter gesperrt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. In der Nacht hatte die Polizei zuvor ihre Tatortarbeit fortgesetzt.

Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen nannte die Polizei am Morgen weiter nicht. Auch zu Berichten über angebliche Kontakte des Täters in die rechtsextreme Szene wollte sich eine Polizeisprecherin vor Ort mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. „Es wird in alle Richtungen ermittelt.“

Am Sonntagmittag werden Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Münster erwartet. Sie wollen sich gemeinsam mit dem Landesinnenminister Herbert Reul und Münster Oberbürgermeister Markus Lewe (beide CDU) vor der Presse äußern.

10:00 Uhr: Polenböller und Dekowaffe gefunden

Bei dem Fahrer soll es sich um einen 48-jährigen Mann aus Münster handeln. Medienberichten zufolge soll er psychisch auffällig gewesen sein. Die Ermittler hatten noch am Samstagabend die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht.

Dabei fanden sie unter anderem sogenannte Polenböller und eine Dekowaffe. Bereits im Tatfahrzeug hatten sie eine Schusswaffe, eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend Polenböller gefunden.

Der Täter war am Samstagnachmittag in der Innenstadt von Münster mit einem Campingbus in die vollbesetzte Außenterrasse eines Lokals gerast. Dabei wurden zwei Personen getötet und mehr als 20 zum Teil schwer verletzt. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 51-jährige Frau und einen 65-jährigen Mann.

Mehrere Not-OPs in der Uniklinik

Nach der Amokfahrt in Münster hat es in der Uniklinik mehrere Notoperationen gegeben. Insgesamt würden vier Schwerstverletzte behandelt, sagte eine Sprecherin. Die Klinik habe nach der Amokfahrt mit mehr als 20 Verletzen gestern Nachmittag sofort alle verfügbaren Mitarbeiter informiert. 250 Ärzte und Pfleger seien in kürzester Zeit einsatzbereit gewesen, teilte die Klinik mit.

7:06 Uhr: Identifikation des mutmaßlichen Täter Jens R.

Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter identifiziert, der am Samstagnachmittag in der Innenstadt von Münster mit einem VW-Campingbus in die vollbesetzte Außenterrasse eines Lokals gerast ist und dabei drei Gäste tötete und 20 Personen verletzte.

Wie FAZ.net unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, handelt es sich um den 48 Jahre alten Jens R. Er wurde 1969 in Olsberg im Sauerland geboren, lebte aber schon lange in Münster und wohnte in einer Wohnung in der Nähe des Tatorts.Der Mann hatte sich nach der Tat am Steuer des Tatfahrzeugs erschossen.

Spezialisten der Kriminalpolizei durchsuchten die Wohnung des Mannes nach Sprengstoff. Nach bisher unbestätigten Angaben soll der ursprünglich aus dem Sauerland stammende Mann psychisch auffällig gewesen sein. Welches Motiv er für seine Tat hatte, war zunächst weiter unklar.

(ks/afp/dpa/dts)

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Siehe auch:

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