Ein Mann, der einen Koffer trägt, geht an den Büros des Bundestages im Bezirk Berlin Mitte vorbei.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Mehrwertsteuer auf Gas bringt Staat 3,6 Milliarden Euro zusätzlich

Epoch Times16. August 2022 Aktualisiert: 16. August 2022 12:45

Die Gaspreise für Haushalte sind auf historisch hohem Niveau. Ein großer Profiteur ist der Staat. Die dadurch gestiegenen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer betragen nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox mehr als 3,6 Milliarden Euro. Die ab Oktober geplante Gasumlage, die zunächst 2,4 Cent pro Kilowattstunde betragen soll, würde dem Staat aufs Jahr gerechnet zusätzlich 1,4 Milliarden Euro von den Haushalten einbringen, erklärte Verivox am Dienstag.

Im vergangenen Jahr verbrauchten die Haushalte laut Branchenverband BDEW rund 310 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Gas. Der durchschnittliche Bruttopreis für eine Kilowattstunde lag bei 6,56 Cent, wie Verivox vorrechnete. Die Einnahmen aus der 19-prozentigen Mehrwertsteuer auf Gas beliefen sich damit auf rund 3,3 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr 2022 lag der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte laut Verivox bereits bei 14 Cent pro Kilowattstunde; weitere Erhöhungen seien abzusehen, erklärte Verivox. Der Verbrauch dagegen dürfte sinken. Verivox legte dennoch den Gasverbrauch von 2021 zugrunde. Dann würden die Haushalte beim Preis von 14 Cent für die Kilowattstunde über 6,9 Milliarden Euro Mehrwertsteuer. Das wären über 3,6 Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr.

„Die Heizkosten erreichen angesichts der aktuellen Entwicklung eine Höhe, die viele Haushalte nur noch schwer tragen können“, erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Er schlug vor, Gas zum lebensnotwendigen Gut zu erklären und den Mehrwertsteuersatz von 19 auf sieben Prozent abzusenken. Dadurch würden die Haushalte im Jahr 2022 um 4,4 Milliarden Euro entlastet.

Die Gasumlage soll zum 1. Oktober 2022 eingeführt werden. Über sie sollen die stark gestiegenen Einkaufspreise der Gasversorger an alle Gasverbraucher weitergegeben werden. Noch ist unklar, ob auf diese Umlage die Mehrwertsteuer erhoben wird. (afp/mf)



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