Die Aktie von Daimler fällt und fällt - und China könnte zugreifen.Foto: Marijan Murat/dpa/dpa

China auf Einkaufstour? Staatskonzern BAIC und Geely-Boss Li Shufu könnten Daimler-Anteile ausweiten

Von 28. Mai 2020 Aktualisiert: 27. Mai 2020 18:19
Die Kursstürze an den Börsen infolge der Corona-Krise machen Aktien europäischer Traditionsunternehmen billig. Gleich zwei Akteure aus China – BAIC und Li Shufus mit dem Geely-Konzern – könnten nun ihren Einfluss bei Daimler massiv ausweiten.

Nachdem erst jüngst Meldungen über einen möglichen Verkauf des traditionsreichen deutschen Stahlkonzerns Thyssenkrupp an den regimenahen chinesischen Branchenriesen Baosteel für Aufsehen gesorgt hatten, könnte nun einem weiteren klingenden Namen der deutschen Industrie ein ähnliches Schicksal drohen.

Gleich zwei von Chinas KP-Regime gesteuerte Konzerne wollen ihren Einfluss bei Daimler massiv ausweiten.

Daimler wird seit 2015 an der Börse nach unten durchgereicht

Wie der langjährige Chef des „Handelsblatts“, Gabor Steingart, im „Focus“ schreibt, sind es die direkt dem Staat unterstellte Beijing Automotive Group (BAIC) und der Autobauer Geely des umtriebigen Gründers Li Shufu, die ihre Anteile an Daimler ausweiten wollen. Die Gelegenheit dazu ist auch günstig – die Daimler-Aktie ist derzeit um knapp 60 Prozent preiswerter zu haben als noch fünf Jahre zuvor.

Die staatliche BAIC hatte sich im Juni 2019 erstmals fünf Prozent der Anteile am deutschen Vorzeigeunternehmen gesichert. Bereits 2018 hatte der Geely-Gründer zugegriffen: Mit 9,7 Prozent ist Li Shufu über seine Kapitalbeteiligungsgesellschaft Tenaciou3 Prospect Investment mittlerweile der größte Einzelaktionär bei Daimler. Er kontrolliert in Europa auch Volvo, die London Taxi Company und den Sportwagenbauer Lotus.

Insgesamt 75,4 Prozent des Daimler-Konzerns befinden sich im Streubesitz – etwas mehr als 52 Prozent stellen institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen, Gebietskörperschaften oder Pensionsfonds, weitere 23 Prozent verteilen sich auf kleinere Privatanleger.

Geely schlug bereits 2018 in Raunheim auf

Der massive Kurseinbruch, der sich durch die Corona-Krise noch verschärft hat, hat auch dafür gesorgt, dass die Investments der Chinesen deutlich an Wert verloren. Im Fall Li Shufus sind es sogar 54,9 Prozent. Ihr Anlagehorizont ist jedoch lange, sie können auf Rückendeckung des Regimes bauen und deshalb deutet vieles darauf hin, dass beide die niedrigen Kurse für billige Nachkäufe nutzen werden.

Steingart verweist auf Reuters-Berichte vom Dezember des Vorjahres, wonach BAIC seine Anteile an Daimler schon damals erhöhen und in weiterer Folge mit insgesamt zehn Prozent Li Shufu als größten Einzelaktionär ablösen würde. Die britische Großbank HSBC, die dem Staatskonzern bereits beim Einstieg bei Daimler geholfen hatte, soll das Vorhaben gebilligt haben.

Bereits 2018 hatte Geely mit dem Aufbau eines Technologiezentrums im hessischen Raunheim begonnen. Im Vorjahr nahm dieses seinen Betrieb auf, bis 2022 soll der Mitarbeiterbestand von 70 auf 300 ausgeweitet werden. Ein Produktionsstandort ist Raunheim jedoch nicht – und es ist auch nicht angedacht, daraus einen zu machen. Vielmehr geht es dem chinesischen Unternehmen einmal mehr um den Technologietransfer.

Li Shufu – eng verzahnt mit Chinas KP-Nomenklatura

Der Gründer von Geely, Li Shufu, ist eng mit der Kommunistischen Partei Chinas und ihrer Nomenklatura vernetzt und verdankt seinen Aufstieg – wie jeder global agierende festlandchinesische Industriekonzern – der Rückendeckung durch die Führung.

Li, der mit einem Reinvermögen von 14,3 Mrd. US-Dollar (Stand: Februar 2019) zu den reichsten Personen Chinas zählt, ist nicht nur Unternehmer, sondern auch Multifunktionär. Er ist stellvertretender Chef des chinesischen Autoherstellerverbandes CAAM (China Association of Automobile Manufacturers), Vizevorsitzender des chinesischen Verbandes für nichtstaatliche Bildung und Mitglied im Nationalkomitee der „Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes“.

Bereits in der Vergangenheit hatte er dafür plädiert, dass die chinesische Autoindustrie nicht nur von den Gewinnen ausländischer Joint-Venture-Partner profitieren dürfe.

Sie müsse selbst in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Technologien und Persönlichkeiten ins Land zu holen, die Teile selbst herzustellen und in Eigenregie Automobile profitabel auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Das Engagement in Raunheim ist offenbar als ein Schritt in diese Richtung angedacht.


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