Die Beseitigung von Exekutionsopfern im Arktischen Ozean.Foto: „Drawings from the Gulag“ von Danzig Baldajew, mit freundlicher Genehmigung von Fuel Publishing

Historiker sind besorgt: Russland lässt Gulag-Karteikarten der Sowjet-Zeit vernichten

Epoch Times8. Juni 2018 Aktualisiert: 9. Juni 2018 13:40
Jegliche Vernichtung von Unterlagen zur Unterdrückung während der Sowjet-Zeit sei "zutiefst beunruhigend", sagt ein Historiker. Russische Behörden haben anscheinend die Vernichtung von Karteikarten angeordnet, die wichtige Auskünfte über das Schicksal von Insassen der berüchtigten Gulags geben könnten.

Russische Behörden haben nach Erkenntnissen eines Wissenschaftlers die Vernichtung von Karteikarten angeordnet, die wichtige Auskünfte über das Schicksal von Insassen der berüchtigten Gulags geben könnten.

Auf eine Anfrage zu einem bestimmten Häftling hin hätten ihm die Behörden der Region Magadan im Osten Russlands mitgeteilt, dass dessen Karteikarte gemäß einer „amtlichen Anweisung“ von 2014 vernichtet worden sei, sagte der Forscher Sergej Prudowsky am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Prudowsky veröffentlichte die Antwort des örtlichen Innenministeriums der Region Magadan auf seiner Facebook-Seite. Demnach sollen die Karteikarten von Häftlingen gemäß einer Anordnung an das Ministerium, den Geheimdienst FSB und andere Einrichtungen mit Archiven aus der Sowjetzeit lediglich für begrenzte Zeit aufbewahrt werden.

Welcher Gefangener war wo interniert?

Die Karteikarten enthalten Daten dazu, welche Häftlinge in welchem Gefangenenlager interniert waren, wohin sie verlegt wurden und was aus ihnen wurde – ob sie in Gefangenschaft starben oder freigelassen wurden.

Der Chef des Rechtsausschusses des Kremls, Michail Fedotow, sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, eine Vernichtung der Karteikarten käme einem Akt der „Barbarei“ gleich. Er hoffe, dass es sich lediglich um einen Irrtum handele.

Alexej Makarow von der Menschenrechtsorganisation Memorial erklärte, die Anordnung zum Vernichten der Unterlage sei eine Überraschung.

Es handele sich um eine nicht veröffentlichte Anordnung zum internen Dienstgebrauch, die nicht öffentlich diskutiert worden sei. Noch sei vollkommen unklar, in welchem Umfang sie befolgt worden sei.

Vernichtung der Unterdrückungs-Akten sei beunruhigend

Ein Vertreter des Gulag-Museums in Moskau sagte der Nachrichtenagentur Interfax, nach bisherigen Erkenntnissen sei das Problem nur in der Region Magadan aufgetreten. Es müsse geprüft werden, ob noch weitere Regionen betroffen seien.

Jegliche Vernichtung von Unterlagen zur Unterdrückung während der Sowjet-Zeit sei „zutiefst beunruhigend“, sagte der US-Historiker Steven Barnes. Zwar seien die meisten Dokumente der Gulag-Zentralverwaltung auf Mikrofilm außerhalb Russlands gespeichert.

Doch befinde sich eine große Zahl von Unterlagen weiter in Russland und sei daher „den Launen des politischen Systems“ in Russland unterworfen. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion