Seeadler durchkreuzt Windpark-Bau auf Rügen

Epoch Times16. März 2019 Aktualisiert: 16. März 2019 11:55
Ein Seeadlerhorst ist im Pansevitzer Wald im Westen der Insel Rügen gesichtet worden. Damit dürfte der Bau eines Windparks in Gingst vom Tisch sein. Die "einzigartige Landschaft bleibt erhalten".

Ein Seeadlerhorst auf der Insel Rügen sorgt womöglich für eine komplette Planänderung der Behörden. Eigentlich war dieser Bereich bereits für einen Windpark in Gingst vorgesehen.

Der gesichtete Horst im Pansevitzer Wald ließ nun die Bürgerinitiative Gingst „F.E.I.N. (Für Eine Intakte Natur) ohne Windgiganten“ aufatmen. Die Initiative betonte in ihrer Presseerklärung vom 12. März:

Wir freuen uns nicht nur über den Schutz für die Seeadler, sondern auch darüber, dass diese einzigartige Landschaft erhalten bleibt“,

Vogelschutzroute und Moore gerettet

Die Initiative begründete, wie wichtig gerade das Gebiet, in dem der Windpark gebaut werden sollte, für die Tiere ist. Neben Seeadlern gibt es dort Rotmilane, Bussarde, Schwarzspechte, Sperber, Kraniche, Wildgänse und viele weitere Vogelarten:

Hier führt eine Vogelschutzroute vorbei. Unter anderem haben wir hier auch drei Moorgebiete, wo sich die Rohrweihe und die Kornweihe angesiedelt hat.“

Auch wenn diese Information den Behörden schon lange bekannt ist, so ist dieses Gebiet bislang noch nicht zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Wenn der Windpark nicht gebaut wird, bleiben auch die drei Moorgebiete in Gingst, Güstin und Pansesevitzerwald durch eine Zerstörung von Betonfundamenten bewahrt.

Schutzgebiet statt Windpark?

Die Initiative informierte die zuständigen Behörden über das Nest. Der Baum wurde markiert und als Standort der Brutstätte beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) aufgenommen. Die Mitarbeiter werden jetzt den Sachverhalt prüfen.

Nach Angaben von Kreis-Sprecher Olaf Manzke könnte laut „Ostseezeitung“ das bestehende Schutzgebiet tatsächlich durch den Fund des Seeadlerhorstes erweitert werden:

Neue Erkenntnisse können immer zu neuen Entscheidungen führen“.

Die Bürgerinitiative hofft, dass der Landrat die Entscheidung zugunsten des Naturschutzgebietes bald fällt:

Die Eigentümer von Immobilien können aufatmen, der Wert ihrer Häuser bleibt erhalten, genauso wie der sanfte Tourismus im Westen der Insel.“

Einwohner: Das brauche ich „schwarz auf weiß“

Die Einwohner sind über die neuen Informationen laut „Ostseezeitung“ geteilter Meinung. Lothar Seewald ist noch skeptisch. Er freut sich, dass der Adlerhorst gefunden wurde. Das ist ein Ausschlusskriterium für Windanlagen. Allerdings glaubt er die Botschaft erst, wenn er sie „schwarz auf weiß“ hat.

Dagmar Höger hat keine Einwände gegen einen Windpark, wenn der Strom bei ihr ankommen würde. Sie sagt:

Da es aber für uns nichts bringt, finde ich es schön, dass sie nun nicht kommen.“

Der 87-jährige Willi Zenke gibt zu bedenken, dass die Nutzung von fossilen Brennstoffen wie Kohle ersetzt werden müssen. Nach seiner Meinung sollten Windanlagen dort gebaut werden, wo es geht.

Woher soll der Strom sonst kommen?“

Der 71-jährige Rüdiger Stengel ist froh, dass es die Bürgerinitiative gibt. Es gibt schon eine Anlage bei Kluis. Die störe ihn zwar nicht, aber sie müsse auch nicht näher herankommen. Er sagt:

Den Lärm brauchen wir nicht in der Nähe eines Friedwaldes, wo Tote ruhen sollen. Die Gegend soll Natur bleiben.“

Petra Dittrich ist dankbar. Ohne die Bürgerinitiative wäre der Windpark nach ihrer Auffassung bereits errichtet worden.  (sua)

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