Ein Wettersatellit (mit Material der NASA).Foto: iStock

Lockdowns hatten keinen Einfluss auf CO2 in der Atmosphäre

Von 15. November 2021 Aktualisiert: 17. November 2021 11:28
„Mehr vom Gleichen“ sollte hinterfragt werden: Während der Lockdowns wurden die Volkswirtschaften heruntergefahren, die Emission von CO2 sank um 2,4 Gigatonnen. Doch das hatte keine Auswirkung auf das atmosphärische Niveau der Treibhausgase.

Die Lockdowns im Jahr 2020 haben nicht zu einer CO₂-Reduktion in der Atmosphäre geführt. Auf diese Tatsache machte Dipl.-Ing. Michael Limburg auf der 14. Internationalen Klima- und Energiekonferenz in Gera aufmerksam. Daher sollte grundlegend hinterfragt werden, wie groß der Einfluss des Menschen auf die Atmosphäre tatsächlich ist.

413,2 ppm

Laut dem Greenhouse Gas Bulletin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erreichte die Konzentration von Kohlenstoffdioxid (CO₂) im vergangenen Jahr 413,2 ppm und damit einen neuen Rekordwert. Die jährliche Steigerungsrate lag über dem Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2020.

Der Bericht zum Jahr 2020 wurde am 25. Oktober 2021 von der WMO, der maßgeblichen Stimme der Vereinten Nationen zu Wetter, Klima und Wasser veröffentlicht. Darin heißt es:

Die wirtschaftliche Verlangsamung durch COVID-19 hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf das atmosphärische Niveau der Treibhausgase und ihre Wachstumsraten, obwohl es einen vorübergehenden Rückgang der neuen Emissionen gab.“

2,4 Gigatonnen CO₂ weniger hatten keine Auswirkungen

Zuvor errechneten Forscher, dass durch die Lockdowns über 2,4 Gigatonnen CO2 weniger emittiert wurden. Diesen Wert bestimmten Forscher der University of East Anglia (UEA), der University of Exeter und des Global Carbon Project, einer Initiative unter dem Vorsitz des Wissenschaftlers der Stanford University, Rob Jackson.

Rob Jackson erklärt: „Ein Rückgang von fast zweieinhalb Milliarden Tonnen CO₂ in diesem Jahr ist wie 500 Millionen Autos für das Jahr von den Straßen der Welt zu nehmen. Es passieren gute Dinge, da immer mehr Staaten und Länder ehrgeizige Klimaverpflichtungen und echte Fortschritte eingehen.“

Er forderte die Staaten der Welt zu weiteren Anstrengungen auf: „Wir müssen jedoch die Emissionen nachhaltiger reduzieren, wenn Volkswirtschaften und Menschen gesund sind. Die Finanzierung grüner Anreize ist ein Schlüssel zu weiteren Fortschritten.“
[ORIGINAL: “However, we need to reduce emissions more sustainably when economies and people are healthy. Green stimulus funding is a key to further progress.”]

Es seien jährlich zwischen 2020 und 2030 durchschnittlich Kürzungen von etwa 1 bis 2 Gigatonnen CO₂ erforderlich, um den Klimawandel im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens zu begrenzen, mahnte Jackson vor dem Klimagipfel in Glasgow.

Warum zeigt sich dieser Rückgang nicht in der Atmosphäre?

Hinterfragt werden sollte nun, warum sich die 2,4 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid, die weniger produziert und in die Atmosphäre abgegeben wurden, nicht in den Werten der Weltorganisation für Meteorologie niederschlugen, so Michael Limburg. Denn es wäre, wie schon Albert Einstein sagte, „verrückt, die Dinge immer gleich zu machen und dabei auf andere Ergebnisse zu hoffen“.

Die Drosselung der Industrie, der Umbau der Landwirtschaft und die Reduzierung des Verkehrs mit dem angestrebten Green Deal koste Unsummen – und habe in den Lockdowns nicht die erwünschten Ergebnisse gebracht.

Der jährliche Anstieg von Kohlenstoff  (das C von CO₂) in der Atmosphäre beträgt Schätzungen zufolge 240 ± 10 Gigatonnen. CO₂ ergibt sich aus der Multiplikation mit 3,67, was zu 880,8 Gigatonnen CO2 führt. In der Forscherwelt wird die Menge in Peta-Gramm (pg; 10 hoch 15 Gramm bzw. eine Gigatonne) angegeben. Genau gemessen werden kann dieser Einfluss nicht, zudem sind viele Fragen offen. Die Unsicherheit der Zahlen wird daher mit ± 10 Gigatonnen angegeben. Der anthropogene Einfluss durch fossile Brennstoffe und Bodennutzung wird mit 9 ± 1 Gigatonnen angegeben. Diese Menge wurde durch Prof. Andrew Watson von der University of Exeter bilanziert.

Beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass die Forscher die Unsicherheit der Gesamtemissionen größer beziffern, als der gesamte geschätzte menschliche Anteil an CO₂ ist.

Wenn allerdings die Unsicherheit höher ist als der menschliche Einfluss, dann sollte grundlegend neu überlegt werden, so Limburg. Die Wirkung von Kohlendioxid auf die globale Mitteltemperatur sei nur theoretisch aus Klimamodellen hergeleitet worden, in der Realität aber nicht nachweisbar.

Sein Fazit zum Kohlenstoffdioxid: „Seine Vermeidung kostet die Volkswirtschaften – besonders die deutsche – Unsummen, ohne jeden Nutzen, aber mit gewaltigem Schaden. Die Kosten des Green Deal werden fünf Billionen Euro locker erreichen. Das entspricht etwa 10.000 Euro von jedem Menschen in Europa – oder etwa 60.000 Euro von jedem Deutschen. Für die so verausgabten Gelder entsteht kein Gegenwert – d.h. es geht nur unter Zwang. Das Endergebnis heißt Verarmung weiter Teile der Bevölkerung, herbeigeführt mittels Öko-Diktatur.“

Eine Handlung, die die Möglichkeiten übersteigt

Kritik am Vorgehen der Politik und des IPCC kam auch von anderer Seite.

„Messen statt schätzen und Expertenurteile“. Für dieses simple Vorgehen plädiert Prof. Dr. John R. Christy, der via Skype zur Internationalen Klima- und Energiekonferenz in Gera zugeschaltet wurde. Christy untersucht die verschiedenen Klimamodelle, die der Politik vorgelegt werden und Politikern als Basis dienen.

Die Atmosphäre sei viel umfassender, als in den Modellen dargestellt wurde. Auffällig für Christy, der am 3. IPCC-Bericht beteiligt war, ist, dass in den neuen Modellen durch den IPCC der Datenbeginn auf das Jahr 1950 festgelegt wurde. Dadurch würden große Naturereignisse der Vergangenheit und ihre Wirkungen nicht berücksichtigt, so der Außerordentliche Professor für Atmosphärenwissenschaften und Direktor des Earth System Science Center an der Universität von Alabama in Huntsville. 

Christy bezeichnet die politischen Vorhaben in Bezug auf die Klimaveränderungen als Handlungen, die die Möglichkeiten übersteigen. Die Menschen würden sich überschätzen.

Das neueste Modell, das der Weltklimarat benutzt, ist das CMIP6-Modell. Durchweg zeigen die Modelle zu hohe Werte für Temperaturen, legte der italienische Forscher Nicola Scafetta dar. Scafetta ist Forschungswissenschaftler an der Universität Neapel Federico II, die von Friedrich II. gegründet wurde und eine der Top-100-Universitäten der Welt ist.

Nach neuen Forschungen stimmen bei der Temperaturentwicklung der Welt 80 Prozent der Temperatur-Werte nicht mit den Modellen überein. Die Modelle seien widersprüchlich, nicht zuverlässig, nicht validiert, die urbane Wärme sei nicht einbezogen worden. Die anthropogene Wärme würde um das Dreifache überschätzt. Sein Fazit: Die Modelle seien „frisiert in Bezug auf das gewünschte Ergebnis“.

Die Veranstalter der 14. Internationalen EIKE Klima- und Energiekonferenz vom 12. und 13. November 2021 veröffentlichten einen Livestream der beiden Konferenztage: Livestream 1. KonferenztagLivestream 2. Konferenztag. Weitere Informationen: Eike-klima-energie.eu



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion