Bürger in NRW zahlen 50 Prozent mehr Grundsteuern als Bürger in Bayern

Epoch Times20. August 2019 Aktualisiert: 20. August 2019 8:45
Während die Einwohner in NRW im Jahr 2018 rund 206 Euro Grundsteuern zahlten, bezahlten Bayern durchschnittlich 137 Euro. Am wenigsten wurden Menschen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt belastet.

Die Einwohner von Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr 50 Prozent mehr Grundsteuern gezahlt als die Bürger in Bayern: Die Nordrhein-Westfalen zahlten 2018 im Schnitt Grundsteuer in Höhe von 206 Euro, ein Einwohner Bayerns wurde im Durchschnitt mit 137 Euro belastet, wie eine am Dienstag veröffentlichte Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ergab. Am wenigsten zahlten demnach die Bürger in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt.

EY nahm die Entwicklung der Grundsteuer-B- und Gewerbesteuerhebesätze aller deutschen Kommunen in den Jahren 2005 bis 2018 unter die Lupe. Die regionalen Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern bei der Grundsteuer haben sich demnach in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert.

So stieg der durchschnittliche Grundsteuerhebesatz in Hessen in den vergangenen fünf Jahren um 39 Prozent und in NRW und dem Saarland um 31 Prozent. Kaum zusätzlich belastet wurden hingegen die Bürger in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen, wo die jeweiligen Durchschnittssätze seit 2013 um weniger als fünf Prozent stiegen.

Bundesweit erhöhten 58 Prozent der Städte in den vergangenen fünf Jahren den Grundsteuer-Hebesatz. Er liegt laut EY inzwischen bei durchschnittlich 378 Punkten. Vor fünf Jahren lag er demnach noch bei 351 Punkten im Durchschnitt. Die Einnahmen der Kommunen aus der Grundsteuer kletterten seit 2013 um 15 Prozent auf zuletzt 14,2 Milliarden Euro.

Die Grundsteuer wird auf den Grundbesitz erhoben, also Grundstücke und Gebäude. Gezahlt wird sie grundsätzlich von den Eigentümern. Im Falle der Vermietung kann die Grundsteuer über die Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden.

Die Bundesregierung will die Grundsteuer reformieren. Das ist nötig, weil das Bundesverfassungsgericht die bisherige Regelung verworfen hat. Die Reform soll nach der Sommerpause beschlossen werden. (afp)

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