Ladakh und Sikkim: Grenzstreit zwischen China und Indien – Spannungen steigen

Von 2. Juni 2020 Aktualisiert: 2. Juni 2020 19:16
Die immer wiederkehrenden Aggressionen des chinesischen Regimes an der umstrittenen Grenze zu Indien haben erneut Besorgnis erregt. Die indische Armee wurde in Alarmbereitschaft versetzt: „Sie sind vorbereitet.“

In jüngster Zeit kam es entlang der 2.167 Meilen (ca. 3.487 Kilometer) langen umstrittenen Grenze im östlichen Territorium Ladakh im Himalaja und im zentralen Territorium Sikkim im Himalaja zu mehreren gewaltsamen Zusammenstößen. Das Gebiet wird auch „Line of Actual Control“ (LAC) genannt.

Nach Angaben von Generalleutnant Gurmit Singh, einem ehemaligen, stellvertretenden indischen Armeestabschef, begann der jüngste Konflikt am 5. und 6. Mai. Er entstand zwischen chinesischen und indischen Patrouillen im Gebiet des Pangong-Sees, wo Ladakh mit der Region Tibet zusammentrifft.

„Am 5. Mai gab es ein hässliches Duell. [Beide Parteien] bedrängten sich gegenseitig. Am 9. Mai gab es im Gebiet von Nord-Sikkim zwischen zwei Patrouillen ein weiteres Duell, bei dem sie sich gegenseitig bedrängten. Sieben chinesische und vier indische Soldaten wurden verletzt“, sagte Singh der Epoch Times am Telefon aus Neu-Delhi.

„Seitdem hat sich das Aktivitätsniveau im Gebiet des Galwan-Tals, das nördlich des Pangong-Sees liegt, und auch im Gebiet des östlichen Ladakh erhöht“, sagte er. Er fügte hinzu, dass der Streit zwischen Indien und China besteht, weil jedes Land eine andere Wahrnehmung  der „Line of Actual Control“ (LAC) hat.

Ladakh: Indische Armee in Alarmbereitschaft

Seit Beginn des Konflikts haben die Chinesen 80 bis 100 Zelte errichtet, schwere Fahrzeuge und schwere Waffen eingeführt und mit dem Bau von Bunkern im Galwan-Tal begonnen.

In der Zwischenzeit hat Indien Soldaten in das Gebiet entsandt. Eine Hotline zwischen den lokalen chinesischen und indischen Armeekommandeuren in Ost-Ladakh steht, auch andere diplomatische Kanäle sind weiterhin offen, sagte Generalleutnant Singh.

Er sagte auch, dass die indische Armee in Alarmbereitschaft versetzt worden sei: „Sie sind vorbereitet.“

Die chinesische Seite gibt Indien die Schuld an den Spannungen und erklärt, dass die indische Seite in chinesisches Territorium eingedrungen sei. Dem „Press Trust of India“ zufolge verneinen die Inder dies. „Die indischen Truppen sind mit der Ausrichtung der ‚Line of Actual Control‘ in den indisch-chinesischen Grenzgebieten bestens vertraut und halten sich strikt daran“, sagte der Sprecher des Außenministeriums Anurag Srivastava bei einem Online-Medienbriefing.

Chinas Taktik: „Um Territorium streiten, immer weiter drängen und drängen“

Dass das chinesische Regime Bunker entlang des umstrittenen Territoriums mit Indien in Ladakh baut, sei eine Taktik, die China auch mit anderen Ländern, mit denen es gemeinsame Grenzen hat, anwende, sagte Aparna Pande, eine Forschungsstipendiatin und Direktorin der Initiative des Hudson-Instituts zur Zukunft Indiens und Südasiens in Washington, gegenüber der Epoch Times.

„Das ist ihre Taktik: Streite um Territorium, dränge und dränge und teste die andere Seite. Dann baue dauerhafte Bunker und setze dich dorthin. Dann wiederum, nach einer kleinen Weile, schleiche nach vorne“, sagte Pande, die hinzufügte, dass das chinesische Regime ähnlich aggressiv gegenüber Japan, Russland, Myanmar, Vietnam und den Philippinen gewesen sei. „Denken Sie daran, China macht es auch im Meer, schafft Inseln und beansprucht Territorium. [Das Regime] schafft fiktive Ansprüche.“

Generalleutnant Singh sagte, der Bau von Bunkern durch die Volksbefreiungsarmee sei bedeutsam, weil er an der LAC und nicht an einer gefestigten Grenze stattfinde, und auch wegen anderer Vorfälle von strategischer Bedeutung in der größeren Region etwa zur gleichen Zeit.

Tatsachen schaffen

Als Beispiele nennt er eine Straße, die Indien am 5. Mai im Bundesstaat Uttarakhand in der Grenzregion zwischen Nepal und China eingeweiht hat, gegen die die Nepalesen protestierten, sowie einen Damm, den Pakistan in der Region Khyber Pakhtunkhwa unter der pakistanischen Besetzung der umstrittenen Region Jammu und Kaschmir baute.

Der Staudamm, der am 2. Mai eingeweiht wurde, befindet sich in derselben Region, in der China und Pakistan den chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridor bauen, der Teil der ehrgeizigen „Belt and Road“-Initiative des chinesischen Regimes von Xinjiang bis an die Südküste Pakistans ist. Der Damm ist ein Joint Venture der federführenden Firma China Gezhouba Group of Cos. (CGGC) und der pakistanischen Firma Descon Engineering.

Während Generalleutnant Singh sagte, „all diese Punkte müssen miteinander verbunden werden“, um die Situation zu analysieren, erklärte Pande, dass das chinesische Regime Pakistan und Nepal benutze, um Druck auf Indien auszuüben.

US-Bereitschaft zur Vermittlung bei Grenzstreitigkeiten

Pande sagte, dass das chinesische Regime versuche, durch eine solche Aggression an seiner umstrittenen Grenze zu Indien die Aufmerksamkeit der Welt von der Pandemie abzulenken.

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„China hat im Laufe der Jahre auf seiner Seite der Grenze eine Menge Infrastruktur aufgebaut. Indien hat dies nur langsam getan, aber in den letzten Jahren hat Indien eine Menge getan“, sagte sie. Damit meinte sie hauptsächlich Flugpisten und Allwetterstraßen. „Die kriegerischen Aktionen Chinas sind ein Versuch, Indien daran zu hindern, seine Seite der Grenze zu stärken. Peking hofft auch, damit die Aufmerksamkeit der Welt von COVID-19 abzulenken.“

Präsident Donald Trump sagte am 27. Mai, dass die Vereinigten Staaten bereit seien, zwischen Indien und China zu vermitteln, um ihnen bei der Lösung ihres anhaltenden Grenzstreits zu helfen.

„Wir haben sowohl Indien als auch China informiert, dass die Vereinigten Staaten bereit, willens und in der Lage sind, in ihrem jetzt tobenden Grenzstreit zu vermitteln oder zu schlichten. Vielen Dank“, sagte Trump in einer Nachricht auf Twitter.

Ab 22. Mai leitet Indien die WHO

Obwohl weder Indien noch China die Vereinigten Staaten oder die internationale Gemeinschaft um eine Intervention gebeten haben, wird Trumps Angebot China verärgern, sagte Pande.

„Peking wird über dieses Angebot von Präsident Trump verärgerter sein als Delhi, weil die USA Indien und China faktisch als gleichberechtigt behandeln, und das ist etwas, was Peking nie akzeptiert hat“, sagte sie.

Singh sagte, dass es viele Gründe für die jüngste chinesische Aggression an der Grenze geben könnte. Es könnte die innenpolitische Situation Chinas sein, der globale Druck auf das chinesische Regime, Fragen zur Pandemie zu beantworten, oder es könnte eine Folge des Kalten Krieges zwischen den USA und China sein.

Er sagte, es könnte auch daran liegen, dass Indien am 22. Mai eine Führungsrolle als Vorsitzender des Exekutivrates der Weltgesundheitsorganisation übernommen hat oder dass viele Nationen wollen, dass Taiwan einen Beobachterstatus in der Weltgesundheitsversammlung erhält.

Das Original erschien in „The Epoch Times“ (deutsche Bearbeitung von nmc)
Originalartikel: Chinese Regime’s Aggression on Disputed Border With India Draws Concerns

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