Relotius: Freistaat Bayern verweigert gute Begründung zu 50.000 Euro CNN-Veranstaltung

2018 flog der Jounalist Class Relotius mit seinen gefälschten Artikel auf, 2014 erhielt er noch Auszeichnungen auf einer CNN-Veranstaltung, die von Bayerischen Steuerzahlern finanziert wurde. Martin Böhm (AfD) fragte nach.
Titelbild
Bayern-Flagge.Foto: iStock
Epoch Times3. Mai 2019

Claas Relotius hatte jahrelang Reportagen für den Spiegel und andere Medien geschrieben. Im Jahr 2014 wurde er vom CNN als Journalist des Jahres ausgezeichnet. Der „CNN Journalist Award 2014″ wurde laut Portal „freie-presse.net“ von der Bayerischen Staatsregierung gefördert.

Diese Förderung wurde gegenüber dem bayrischen Landtagsabgeordneten Martin Böhm (AfD) mit Antwort der Staatskanzlei vom 1. April schriftlich bestätigt.

Neben der Zahlung im Jahr 2014 in Höhe von 50.000 Euro finanzierte der Freistaat Bayern darüber hinaus die CNN-Veranstaltungen in den Jahren 2010 bis 2013 mit jeweils 25.000 Euro sowie im Jahr 2008 mit 20.000 Euro.

Neben den CNN-Veranstaltungen förderte die Regierung ausweislich der Epoch Times vorliegenden Antwort der Staatskanzlei weitere Veranstaltungen in München:

  • 2016 bis 2018  „Animago Award and Conference“ der Medienunternehmen ATEC Business Information GmbH bzw. DETAIL Business Information GmbH mit 140.000 Euro (2016) bzw. mit jeweils 148.000 Euro (2017, 2018).
  • 2017 und 2018 „Making Games Conference“ des Medienunternehmens Computec Media GmbH mit jeweils 30.000.

Einen ausländischen privaten Sender mit deutschen Staatsgeldern fördern?

Auf die Frage, auf welche Weise die Mitfinanzierung der Veranstaltung eines ausländischen privaten Senders die Medienstandorte Bayern und München stärken würde, antwortete die Staatskanzlei mit den Worten:

Die Verleihung der CNN Awards ist eine Veranstaltung mit großem nationalem und internationalem Renommee. Die Veranstaltung wurde daher in 2014 von der Staatsregierung gefördert, um den Medienstandort Bayern und München zu stärken.“

Antwort der Staatskanzlei vom 17.4.19 auf die Anfrage von Martin Böhm, Foto: screenshot/Drucksache 18-508

Böhm ist über eine fehlende detaillierte Begründung empört. Die Antwort bestehe „aus einer nichtssagenden Phrase und der Wiederholung eines Teils der Frage“. Er vermisse eine Transparenz der Förderungsgrundsätze des zuständigen Bayerischen Staatsministeriums. Der AfD-Abgeordnete kritisierte dies in seiner Pressemitteilung:

Diese Verweigerungshaltung ist auch ein Schlag ins Gesicht der bayerischen Steuerzahler.“

Preisverleihung unter schlechtem Stern

Die CNN-Preisverleihung wurde 2014 bereits zum neunten Mal in München ausgetragen. Die damalige Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU) bezeichnete die anwesenden Nominierten als „leuchtende Beispiele für qualitativ herausragenden Journalismus.“ In ihrer damaligen Begrüßungsrede sagte sie:

Guter Journalismus muss und soll es niemanden Recht machen und muss und soll sich nach niemandem richten. Er hat die Aufgabe, die Realität aufzuzeigen. Dies gilt auch, wenn es das eine oder andere Mal unangenehm ist, auch in der Politik. Guter Journalismus hat Zukunft.“

Wie unangenehm, dass der Preisträger von 2014 vier Jahre später aufflog. Ende 2018 entdeckte der „Spiegel“ den Betrugsfall im eigenen Haus. Jahrelang hatte der vermeintliche Star-Kolumnist Relotius seine Reportagen ganz oder teilweise gefälscht, Figuren, Zitate und Begebenheiten erfunden.  (sua)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion