Am 31. Oktober 2020 vor der Basilika Notre-Dame de l'Assomption in Nizza.Foto: VALERY HACHE/AFP über Getty Images

Frankreich: Festnahme nach Schussattentat auf Priester in Lyon – Motiv noch nicht geklärt

Von 1. November 2020 Aktualisiert: 3. November 2020 8:17
Wenige Stunden nach dem Mordversuch an einem griechisch-orthodoxen Priester in Lyon hat Frankreichs Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen können. Nach dem Schussattentat vom Samstag spekulierten viele über einen möglichen islamistischen Hintergrund.

Nach dem Schusswaffenangriff auf einen griechisch-orthodoxen Priester in unmittelbarer Nähe seiner Kirche in Lyon am gestrigen Samstag (31.10.) hat Frankreichs Polizei einen Verdächtigen verhaftet. Das meldet „Euronews“. Wie Polizeiquellen gegenüber der AFP erklärten, befindet sich der Geistliche in einem kritischen Zustand. Der Angriff fand am Samstag um etwa 16 Uhr MEZ statt.

Die Person, die sich derzeit in Polizeigewahrsam befinde, passt zu der Beschreibung, die Zeugen am Tatort vom mutmaßlichen Täter gegeben hatten, erklärte der zuständige Staatsanwalt Nicolas Jacquet. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung habe er jedoch keine Waffe getragen. Über das Motiv des Tatverdächtigen ist noch nichts bekannt.

Der Umstand, dass Frankreich in den vergangenen Wochen von mehreren brutalen Bluttaten mit militant-islamistischem Hintergrund heimgesucht wurde, hat jedoch schnell Spekulationen in diese Richtung laut werden lassen.

Nizza: Polizei nahm mögliche Komplizen fest

Nach dem Anschlag von Nizza mit drei Todesopfern hat die Polizei zwei weitere mögliche Komplizen des Täters festgenommen. Wie am Sonntag aus französischen Justizkreisen verlautete, wurden die Männer im Alter von 25 und 63 Jahren am Samstag in der Wohnung eines weiteren Verdächtigen festgenommen, der kurz zuvor in Gewahrsam genommen worden war. Damit sind nun insgesamt sechs mutmaßliche Helfer des Attentäters in Polizeigewahrsam.

Der am Samstag zuerst festgenommene Mann, einer 29-jähriger Tunesier, wird verdächtigt, in Kontakt mit dem 21-jährigen Tunesier Brahim Issaoui gestanden zu haben, der am Donnerstagmorgen in der Basilika Notre-Dame von Nizza drei Menschen getötet haben soll. Der Angreifer soll während der Tat mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen haben.

Der Täter war bei seiner Festnahme von Polizisten angeschossen worden und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Er konnte bislang noch nicht befragt werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand traf der junge Mann erst einen oder zwei Tage vor der Tat in Frankreich ein. Er kam über Italien ins Land.

Anschlag auf Priester könnte Terrorakt gewesen sein

In Lyon selbst war es vor drei Tagen zu einem gewalttätigen Zusammenstoß zwischen armenischen Demonstranten und einer Gruppe türkischer Arbeiter gekommen. Diese hatten auf dem Weg zur Arbeit auf die Kundgebungsteilnehmer reagiert, die sich gegen das Vorgehen der aserbaidschanischen Armee im armenisch besetzten Bergkarabach richteten, und waren daraufhin angegriffen worden.

Der Sender „Europe 1“ berichtet, dass auch im Fall des Angriffs in Lyon von einem einzelnen Täter ausgegangen wird. Dieser habe auf den Priester geschossen, als dieser gerade im Begriff war, seine Kirche im 7. Arrondissement in der Innenstadt von Lyon zu schließen. Der Geistliche erlitt einen Bauchschuss.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, es werde bezüglich des möglichen Motivs „keine Hypothese ausgeschlossen und keine bevorzugt“, die zentrale Polizeidirektion (DIPJ) in Lyon bestätigte, dass wegen versuchten Mordes ermittelt wird. Sollten sich die Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund verdichten, würde der nationale Antiterrorstaatsanwalt die Ermittlungen übernehmen.

Frankreichs Regierung will Gottesdienststätten besser schützen

Im Vorfeld des heutigen Allerheiligenfestes hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, im Rahmen der „Operation Sentinelle“ 3.000 bis 7.000 Soldaten abzukommandieren, um Gottesdienststätten und Schulen im Land zu schützen. Dazu kämen 7.000 Kräfte der Polizei und Gendarmerie, die bis Montag von den örtlichen Präfekten mobilisiert würden.

Premierminister Jean Castex richtete in einer Pressekonferenz eine Ankündigung an alle Bürger, die lautete:

Sie können auf die volle Entschlossenheit der Regierung und der Republik zählen, jedermann die freie und sichere Religionsausübung zu gewährleisten.“

Auch Präsident Macron selbst meldete sich zu Wort und erklärte:

Im Gegensatz zu vielem, was ich in den vergangenen Tagen in sozialen Medien sehen und hören konnte, hat unser Land mit keiner Religion irgendein Problem. Sie dürfen alle frei praktizieren. Es gibt keine Stigmatisierung: Frankreich bekennt sich zum Frieden und dazu, miteinander zu leben.“

Gemeinde seit 12 Jahren geleitet

Der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, schrieb auf Twitter, man verurteile diesen „neuen abscheulichen Akt“ in Lyon und sei mit den Gedanken bei dem verletzten Priester. Michel betonte zudem: „In Europa wird die Gewissensfreiheit für alle garantiert und wird respektiert, Gewalt ist nicht zu tolerieren und muss verurteilt werden.“

Wie „RTL France“ berichtet, besteht die griechisch-orthodoxe Gemeinde in Lyon seit 40 Jahren. Pater Nikolaus, das Opfer der Tat, war im Wohnviertel gut bekannt und engagiert. Er leitet sie Gemeinde seit 12 Jahren und organisiert regelmäßig Freiwilligendienste und Unternehmungen für junge Menschen.

(Mit Material von afp)

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