Ramos‘ Traineramt bei Real Madrid gilt keineswegs als sicher

Von 26. März 2009 Aktualisiert: 26. März 2009 12:15
Es geht zurzeit mal wieder hoch her im „Königshaus des spanischen Fußballs”: zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode deprimiert, mal die eigenen Stars in den Himmel heben, um sie dann nach vermeintlichen Fehlleistungen mit Hohn und Spott zu übergießen.

Noch vor ein paar Wochen, nach der Entlassung von Bernd Schuster im Dezember als Trainer, sah es nicht gut aus für das „weiße Ballett”: Man war im Pokal gegen einen Drittligisten ausgeschieden, in der Gruppenphase der Champions League hatte man gleich zweimal gegen Juventus Turin verloren und in der Meisterschaft wuchs der Rückstand auf 12 Punkte an.

Dann nahm Juande Ramos auf dem Stuhl des Trainers Platz. Seitdem ging es stetig bergauf. Seit zehn Spielen sind die Madrilenen ungeschlagen und die Defensivarbeit gut wie lange schon nicht mehr. Hohe Siege gegen Betis Sevilla mit 6:1 zuhause oder ein Auswärtssieg bei Athletic Bilbao mit 2:5 sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Auch Kapitän Raúl blüht unter Ramos wieder richtig auf und mittlerweile konnten die „Königlichen” den Abstand bis zum Tabellenführer FC Barcelona halbieren.

Trotz alledem herrscht wieder Unruhe in der spanischen Hauptstadt und Ramos‘ Traineramt gilt keineswegs als sicher. In Madrid reicht es eben nicht, nur mit ein paar Toren Unterschied zu gewinnen, sondern die Zuschauer kommen ins Stadion, um einen offensiven und spektakulären „Zauberfußball” zu sehen und um sich auf hohem sportlichen Niveau unterhalten zu lassen. Läuft dies nicht, so wird sogar das eigene Team verhöhnt und ausgepfiffen – auch wenn man Spiele gewinnt. Die Fans im Bernabeu-Stadion wollen nicht nur einen Sieg sehen, sondern sie wollen sehen, wie der Gegner königlich ausgetanzt und deklassiert wird. Trainer Ramos weiß darum und bemüht sich auch, Real einen schönen und schnellen Kombinationsfußball spielen zu lassen. Doch das ist momentan eben nicht genug, und obwohl er in der Liga von Sieg zu Sieg eilt, wackelt sein Stuhl bedenklich.

Hinzu kommt, dass die öffentliche fußballerische Demütigung der Königlichen durch den FC Liverpool in der Champions League nun über ihm wie ein Damoklesschwert schwebt. Die spanische Sportzeitung „As” giftete: „Alles muss erneuert werden – selbst die Krone im Vereinswappen.“ Dazu kommt, dass Ramos‘ Vertag nur bis zum Sommer läuft und die spanischen Medien jetzt schon spekulieren, ob Jose Mourinho, Arsene Wenger oder Carlo Ancelotti seine Nachfolger werden könnten.

Zu alledem stehen im Sommer dann auch noch neue Präsidentschaftswahlen ins Haus. Dort soll, wie bereits hinter vorgehaltener Hand zu hören ist, Florentino Perez aussichtsreichster Kandidat auf diesen Posten sein. Da Perez aber als Offensivfanatiker gilt, fragen sich nun alle Madrilenen, ob Juande Ramos unter Florentino Perez überhaupt noch eine Chance als Trainer hätte. Die Unruhe gipfelt nun in der Forderung vieler Fans und Mitglieder, die Neuwahlen vorzuziehen, denn Pérez versprach den Fans, als zukünftiger Präsident 300 Millionen Euro für neue Spieler zu investieren. Die spanische Zeitung „Marca“ berichtete bereits, dass 100 Millionen für Cristiano Ronaldo, 50 Millionen für David Villa vom FC Valencia und 150 Millionen für Andrés Iniesta vom FC Barcelona eingeplant sind. Desweiteren soll bereits ein Vorvertrag zwischen Real und Ronaldo existieren, der allerdings nicht publik gemacht werden darf, um Verunsicherungen und Irritationen bei „Man U” während deren Titelkämpfe zu vermeiden. Laut dieser Vereinbarung soll Cristiano Ronaldo dann ein Jahresgehalt von 12 Millionen Euro brutto im Jahr bei Real erhalten. Pepe, Verteidiger von Real und Nationalmannschaftskollege von Cristiano Ronaldo in der portugiesischen Nationalmannschaft, plauderte derweil vor kurzem schon offen in der spanischen Presse: „Ich gehe fest davon aus, dass Cristiano Ronaldo nächste Saison für Real Madrid spielt!“ Im Moment scheint in der spanischen Hauptstadt alles möglich zu sein, nur eins nicht: königliche Ruhe.

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