Studie: Organe altern unterschiedlich schnell – was das für die Gesundheit bedeutet

Ein neuer Bluttest, der das biologische Alter von Organen feststellt, zeigt, dass einer von fünf Menschen schnell alternde Organe hat. Dies kann mit Herzversagen oder Alzheimer in Verbindung stehen.
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Neue Methode für die Entschlüsselung des Organalters erlaubt Rückschlüsse auf Risiken zur Erkrankung.Foto: iStock
Von 8. Januar 2024

Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Organe im Körper schneller altern können, manchmal um bis zu 15 Jahre schneller als der Rest. Dieses beschleunigte Altern kann das Risiko erhöhen, ernsthafte Krankheiten wie Herzversagen oder Alzheimer zu entwickeln.

Hamilton So-Hwee Oh, Mitautor der Studie und Student an der Stanford University, erklärte der Epoch Times: „Ein wichtiger Fortschritt unserer Forschung ist, dass wir das Alter Ihrer Organe nun durch einen Bluttest bestimmen können.“

Diese Entdeckung könnte zu einer maßgeschneiderten Medizin führen, die sich frühzeitig auf die am stärksten gefährdeten Organe konzentriert. Durch diesen Ansatz könnte eine vorbeugende Behandlung eingeleitet werden, um eine umfassende gesundheitliche Verschlechterung des Körpers zu verhindern.

„Alte“ Organe erhöhen Krankheitsrisiko

Laut einer im Dezember 2023 in „Nature“ veröffentlichten Studie trägt ein Fünftel aller Menschen diese riskanten „alten Organe“ in sich. Einzelne Organe können schneller altern als der Körper als Ganzes. Diese Organe, die vorzeitig altern, weisen ein deutlich höheres Risiko für verschiedene Krankheiten auf.

Forscher machten diese Entdeckung, indem sie zunächst organspezifische Proteine in Blutproben identifizierten. Anschließend trainierten sie einen maschinellen Lernalgorithmus, um Proteinwerte mit dem Alter der Organe in Verbindung zu bringen.

Werte, die sich deutlich von denen gleichaltriger Menschen unterscheiden, deuteten darauf hin, dass Gesundheitsprobleme bevorstehen.

Die Studie untersuchte elf wichtige Organe und kam zu dem Schluss, dass alle anfällig für beschleunigtes Altern sind. 20 Prozent der über 5.600 Probanden hatten mindestens ein schnell alterndes Organ, und fast zwei Prozent hatten mehr als eines.

Personen mit beschleunigter Herzalterung hatten ein 2,5-fach erhöhtes Risiko, Herzversagen zu erleiden. Diejenigen mit schneller gealterten Gehirnen hatten innerhalb von fünf Jahren fast doppelt so häufig kognitive Beeinträchtigungen. Ein schnelleres Altern von Gehirn und Blutgefäßen konnte die Entwicklung von Alzheimer genauso vorhersagen, wie es mit den bisher genutzten biologischen Anzeichen, sogenannten Biomarkern, möglich ist. Diese Biomarker sind spezielle Substanzen im Körper, die auf die Krankheit hinweisen.

Die Studie fand heraus, dass ein besonders schnelles Altern der Nieren eng mit Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes verbunden ist. Wenn das Herzalter höher ist, besteht ein größeres Risiko für Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkte. Allerdings konnte beim Darm kein Zusammenhang zwischen schnellerem Altern und einem generell erhöhten Sterblichkeitsrisiko über einen Zeitraum von 15 Jahren festgestellt werden.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Organs Age at Different Rates, Raising Disease Risks“. (deutsche Bearbeitung kr)



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