Partnerschaftsgewalt: Frankreich kündigt Maßnahmen gegen häusliche Gewalt an Frauen an

Epoch Times3. September 2019 Aktualisiert: 3. September 2019 17:03
Frankreich plant ein Maßnahmenpaket gegen häusliche Gewalt zu verabschieden. Premierminister Edouard Philippe stellte am Dienstag in Paris erste Schritte dazu vor.

Die französische Regierung hat ein Maßnahmenpaket gegen häusliche Gewalt angekündigt. Premierminister Edouard Philippe stellte am Dienstag in Paris 1.000 zusätzliche Plätze in Frauenhäusern und ähnlichen Einrichtungen in Aussicht. Zudem soll es den Opfern erleichtert werden, juristisch gegen den gewalttätigen Partner vorzugehen.

Für die Unterbringung von Gewaltopfern sind ab dem kommenden Jahr fünf Millionen Euro zusätzlich vorgesehen, wie Philippe zum Start eines „Runden Tischs“ gegen häusliche Gewalt weiter sagte. Zudem sollen die Verfahren an Gerichten beschleunigt werden.

Damit bleibt die Regierung hinter den Forderungen von Frauenrechts-Organisationen zurück. Sie verlangen einen „Marshall-Plan“ gegen Gewalt an Frauen, der bis zu eine Milliarde Euro an Hilfen umfassen soll. Nach Ansicht der Organisationen sind mindestens 2.000 zusätzliche Plätze in Hilfseinrichtungen nötig – also doppelt so viel wie die Regierung nun angekündigt hat.

Die Aktivistinnen beklagen einen deutlichen Anstieg sogenannter „Feminizide“, also Tötungen von Frauen durch ihren Lebensgefährten. In diesem Jahr zählten die Behörden bereits 100 solcher Fälle in Frankreich, im gesamten vergangenen Jahr waren es 121. In Deutschland gab es nach der letzten Kriminalstatistik von 2017 insgesamt 364 solcher Fälle von Mord und Totschlag. Opfer sogenannter „Partnerschaftsgewalt“ sind demnach zu über 80 Prozent Frauen.

Die französische Regierung will bis zum 25. November mit Hilfsorganisationen und Opfergruppen beraten und dann Ergebnisse vorstellen. (afp)

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