Taiwans Präsidentin in Manhattan: KP-Demonstranten belustigen Internet

Organisierte Pro-China-Demonstranten erwarteten Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen in New York. Ein Detail macht die Runde im Internet, was Chinesen peinlich bis belustigend fanden.
Titelbild
Pro-KP-Demonstranten vor dem Hotel der taiwanesischen Präsidentin Tsai Ing-wen in New York am 29. März 2023.Foto: Huang Xiaotang/The Epoch Times Synthesis
Von 1. April 2023

Die Reise der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen in die USA und Mittelamerika begann in New York. Dort machte Tsai einen Zwischenstopp, bevor es nach Guatemala und Belize weitergeht. Für Peking ist ihre Reise ein Grund für Drohgebärden gegenüber den USA. Denn noch immer glaubt das KP-Regime, dass Taiwan eine ihr unterstellte abtrünnige Provinz sei, die es wieder auf Linie zu bringen gilt – zur Not auch mit militärischer Gewalt.

Botschaft „organisiert“ rote Proteste in Manhattan

Nachdem Tsai Ing-wen am 29. März in New York angekommen war, belagerten Pro-Peking Gruppen ihr Hotel in Manhattan. Hunderte chinesische „Demonstranten“ versammelten sich vor dem Hotel Lotte New York Palace an der Madison Avenue. Beteiligt waren unter anderem die New York Peace Association, die Greater New York Educated Youth Association, die Fujian Sihai Chamber of Commerce, die Changle Jutan Association, die Fujian Women’s Friendship Association und andere.

Fast 800 Demonstranten sollen vor Ort gewesen sein. Jedoch: Nach Angaben von Cai Mingyan, Direktor des Nationalen Sicherheitsbüros von Taiwan, seien die Gruppen von der KP Chinas mobilisiert worden. Den Informationen nach hatte man jedem der Demonstranten(-Darsteller) 200 US-Dollar pro Tag bezahlt.

Nach Angaben der in New York ansässigen chinesischsprachigen Epoch Times seien bei jeder von der chinesischen Botschaft organisierten Veranstaltung bezahlte Personen dabei. Jene, die für die Kommunistische Partei Chinas (KPC) eintreten, seien nicht umsonst dort, sondern um Geld zu verdienen. Es gebe unterschiedliche Angaben darüber, wie viel die „Demonstranten“ für ihren Auftritt bekommen.

„Ein paar Dollar für den Verkauf der Seele“

Auch unter den Internetnutzern ist das bekannt. Dem Twitter-User skycat zufolge habe die Gruppe der Auslandschinesen den Protest gegen Tsais Besuch organisiert und angeboten: „50 US-Dollar pro Stunde für Einheimische, plus ein Lunchpaket mit Fleisch und Gemüse; 100 US-Dollar für einen ganzen Tag“, so der User, der kommentierte: „Das ist kein Arbeitslohn, das ist der Preis für den Verkauf deiner Seele.“

Ein anderer Nutzer schrieb: „Es sind nur 100 US-Dollar pro Tag, diese xx sind so nutzlos, dass sie für diesen Betrag zehn Stunden lang auf der Straße stehen und plärren müssen, nicht zu vergessen, dass sie von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt werden. Vielleicht schulden ihnen die Kommunisten sogar noch ihren Lohn.“

Der Auftritt der Demonstranten(-Darsteller)

Ein Foto von der Demonstration vor dem Hotel geht durchs Internet. Darauf zu sehen ist ein Plakat mit einer falsch geschriebenen alten Redewendung in chinesischer Sprache. Im Original bedeuten die Schriftzeichen 数典忘祖: „Die Klassiker erzählen, aber die Vorfahren vergessen“ und sind ein Vorwurf, schöne Reden zu halten und dabei seine Wurzeln zu vergessen. Von den KP-Demonstranten wurde das jedoch falsch geschrieben und bedeutete nun: „Die Klassiker vergessen, aber die Vorfahren zählen“ (忘典数祖).

Pro-KP-Demonstranten vor dem Hotel der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen in New York am 29. März 2023. Foto: Huang Xiaotang/The Epoch Times Synthesis

Gerade unter den intellektuellen Chinesen wurde die Aufführung vor dem Fünfsternehotel in Manhattan sofort wahrgenommen. Wang Dan, der wichtigste Studentenführer der blutig niedergeschlagenen Proteste 1989 auf dem Tian’anmen-Platz in Peking, flüchtete 1998 nach zwei mehrjährigen Haftstrafen in die USA. Als Wang das Plakat der chinesischen Redewendung mit den vertauschten Wortzeichen sah, twitterte er: „Diejenigen von Ihnen, die hier sind, um gegen die Durchreise von Präsidentin Tsai Ing-wen in New York zu protestieren, können Sie uns bitte helfen, nicht so gedemütigt zu werden?“

Man nenne das „die Klassiker erzählen und die Vorfahren vergessen“, es sei nicht „die Klassiker vergessen und die Vorfahren zählen“.

„Okay? Warum zählst du deine Vorfahren?“ Wang meinte: „Du bist wirklich ‘ahnenvergessend‘, wenn du die chinesische Redewendung falsch verwendest!“

Andere User witzelten über den Hintergrund der sogenannten Demonstranten: „Es hat viel harte Arbeit gekostet, Menschen über die Grenze zu schmuggeln. Wer sich die Mühe macht, sich in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln, und dann die Kommunistische Partei Chinas liebt, ist nicht bei Verstand.“

Ein Netizen schrieb: „Es ist beängstigend, so ungebildet zu sein.“

Twitter-Userin Naomi Jang schrieb: „China erlaubt dem chinesischen Volk nicht zu demonstrieren und zu protestieren, die Vereinigten Staaten geben ihnen das Recht zu demonstrieren, aber die Chinesen nutzen dieses Recht, um gegen ein taiwanisches Staatsoberhaupt zu protestieren, das Demonstrationen zulässt. Das ist an sich schon eine sehr ironische Sache!“

Ein Twitter-User namens Frank Lee kritisierte: „Die Chinesen wagen sich nur im freien Ausland wild zu verhalten und im eigenen Land aktivieren sie sofort den Sklavenmodus!“

„Nieder mit der KPC“

Neben den lautstarken Pro-China-Demonstranten mit ihren roten Fahnen gab es auch andere Stimmen vor Ort. Xu Bocheng, ein in den USA lebender Taiwaner, begrüßte in seiner Rede die Ankunft von Präsidentin Tsai vor dem Protestcamp und erinnerte an die geschichtliche Reihenfolge: „Die Republik China wurde früher gegründet als das KP-Regime, welches das Land gespalten hat!“ Xu Bocheng rief den KP-Demonstranten zu: „Wenn Sie Freiheit und Demokratie nicht mögen, können Sie nach China zurückkehren.“

Auch Wu Shaoping, ein in den Vereinigten Staaten lebender chinesischer Menschenrechtsanwalt, begrüßte die Ankunft von Tsai Ing-wen im Gespräch mit dem New Yorker Sender NTDTV: „Das ist nicht nur ein Ausdruck der Unterstützung für Taiwan, sondern auch ein Wort an die Landsleute auf dem Festland. Das Festland sollte auch von Taiwan lernen und sich in Richtung Demokratie, Freiheit bewegen. Nieder mit der Diktatur der KPC.“

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