Gedenken an die Zerstörung Dresdens vor 74 Jahren – Bürger stellen eigenes Mahnmal auf

Epoch Times13. Februar 2019 Aktualisiert: 13. Februar 2019 21:00
In der Dresdner Bürgerschaft gibt es Menschen, die die derzeitige Variante des Mahnmals an den Bombenhagel im Februar 1945 für ungenügend oder falsch platziert halten. Sie stellen kurzerhand eine eigene Gedenkstätte auf.

In Dresden haben am Mittwoch die Gedenkveranstaltungen zum 74. Jahrestag der Zerstörung der Stadt begonnen. Dresdner Bürger und Politiker versammelten sich an zahlreichen Gedenkorten, um an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und die Toten der Bombardierung zu erinnern. Zu den zentralen Erinnerungsorten gehört neben dem Heidefriedhof, wo zahlreiche Tote der Luftangriffe begraben sind, auch der Altmarkt. Dort wurden nach der Bombardierung tausende Tote eingeäschert.

Wie in den vergangenen Jahren soll wieder eine kilometerlange Menschenkette um die Altstadt gebildet werden. Dazu werden am Abend etwa 11.000 Bürger erwartet. Mit der Menschenkette soll nach Angaben der Stadt an die Unmenschlichkeit des Kriegs erinnert und gleichzeitig ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit gesetzt werden.

Am späteren Abend findet in der Dresdner Kreuzkirche ein ökumenischer Friedensgottesdienst statt, an dem neben Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auch die Bischöfe aus Dresden sowie den Partnerstädten Coventry und Breslau teilnehmen.

Umstrittene Opferzahlen

Laut einer Dresdner Historikerkommission sollen rund 25.000 Menschen in dem Bombenhagel am 13. Februar 1945 und dem daraus folgenden Feuersturm getötet worden sein. Die Zahl ist umstritten. Zeitzeugen berichten von bis zu 500.000 Opfern.

Zu Friedenszeiten lebten rund 600.000 Menschen in Dresden – durch die Flüchtlingsströme aus dem Osten zählte die Stadt zu Zeiten das Bombenangriffs mindestens doppelt so viel, man spricht von 1,2 -1,4 Millionen Menschen, die sich im Februar 1945 in Dresden aufhielten. Der Bombenalarm kam für die Menschen in Dresden völlig überraschend. In einem Film mit Augenzeugenberichten ist von einem „bewusst geplanten Feuersturm“ die Rede.

Auf der Facebook-Seite 5k wurde heute ein Foto veröffentlicht, dass ein von Dresdner Bürgern offenbar selbst angefertigtes Mahnmal zeigt. Im Begleittext steht: „Dresdner Bürger nutzten den 13. Februar 2019 als Anlass, das Verlangen nach einem würdigeren Mahnmal für die Opfer der Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 plastisch vor´s Auge zu führen.“


Wie im post weiter zu lesen ist, lehnen einige Dresdner Bürger die jetzige Variante des Mahnmals ab: „Am frühen Morgen wurde ein Kreuz, stehend auf einem Obelisken mit Beschriftung, aufgestellt. In der Bürgerschaft ist ein wesentlicher Anteil unzufrieden mit der derzeitigen Variante des Mahnmals. Ein Mahnmal, welches in der Umrandung des Zuganges zu einer öffentlichen Toilette integriert ist, entspricht nicht den Vorstellungen vieler Trauernder. Aufgrund der unauffälligen Gestaltung der Inschrift des Mahnmales in der Lehne einer großen steinernen Bank wird das Mahnmal von vielen Besuchern der Stadt nicht als solches erkannt und nicht gewürdigt. Ebenso die im Pflaster eingelassene Gedenktafel, auf welcher nicht selten wegen stattfindender Veranstaltungen technische Aggregate, Paletten, Baumaterial u.ä. abgestellt werden.“

Bei der geplanten Sanierung des Altmarkts 2020 und 2021 hofft man auf ein würdigeres Denkmal: „Viele Menschen hegen die Hoffnung, dass somit noch zu Lebzeiten der letzten Überlebenden der Wunsch nach einem würdigen Mahnmal erfüllt werde. Einem respektvollen Dialog zwischen Bürgerschaft, Stadtoberen, Bauplanern und Künstlern kann es gelingen, dass unsere Stadt anstelle einer offenen Wunde eine heilende Narbe erhält“, so 5k. (afp/nmc)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN